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Tour de France: Gorilla Greipel ist am Ziel seiner Träume

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Der Gorilla ist am Ziel seiner Träume

13.07.2011, 13:16 Uhr | sid

Tour de France: Gorilla Greipel ist am Ziel seiner Träume. Geschafft: Greipel feiert seinen ersten Tour-Etappensieg (Foto: dpa)

Geschafft: Greipel feiert seinen ersten Tour-Etappensieg (Foto: dpa)

Kraftstrotzend, erfolgsorientiert und jetzt am Ziel seiner Träume: Jahrelang hat der deutsche Top-Sprinter Andre Greipel auf diesen Moment hingearbeitet, nun ist er wahr geworden. Wenige Tage vor seinem 29. Geburtstag holte der Radprofi vom belgischen Team Omega Pharma-Lotto bei der 98. Tour de France seinen ersten Etappensieg. "Wahnsinn, ich bin gerade der glücklichste Mensch auf der Welt", sagte Greipel nach seinem Triumph auf der 10. Etappe.

Tour de France - Video 
Erster deutscher Etappensieg bei der Tour

Andre Greipel düpiert Cavendish - Voeckler weiter in Gelb. Video

Die Rivalität mit seinem früheren Teamkollegen Mark Cavendish (HTC-Highroad) verlieh dem Erfolg zusätzliche Bedeutung. Den Briten zu schlagen, der als weltbester Sprinter gilt, lässt Greipel selbst in den Kreis der Elite vorstoßen. Dabei sagte man dem Deutschen nach, er sei zu weich, um sich bei der Tour durchsetzen zu können. "Vielleicht bin ich wirklich zu nett", sagt er: "Aber auf dem Rad habe ich gelernt, aggressiver zu sein. Das brauchst du einfach."

Badewanne bis 23 Uhr blockiert

Dass Greipel nicht nur nett, sondern auch humorvoll sein kann, zeigt er auf seiner persönlichen Internetseite. Täglich stellt er witzige Postkarten aus seinem "ersten Frankreich-Urlaub" ein. Nach seinem Sieg in Carmaux schrieb er: "Heute Abend zur Feier des Tages, Kissenschlacht in Zimmer 16". Außerdem berichtete Greipel, wie er schon mal die Badewanne für Zimmerkollege Marcel Sieberg bis 23 Uhr blockiert.

Schon bei allen Rundfahrten Etappensiege geholt

Im Alter von zehn Jahren begann Greipel mit dem Radsport, in Rostock bei Peter Sager, dem er noch heute eng verbunden ist. 2005 bestritt Greipel beim Team Wiesenhof seine ersten größeren Profirennen. 2006 nach seinem Wechsel zu T-Mobile entwickelte er sich nach und nach zum Siegfahrer und zur Nummer eins der deutschen Sprinter. Er gewann Etappen beim Giro d'Italia und der Vuelta. Seinen Tour-Traum konnte Greipel sich dort jedoch nie erfüllen.

Rivalität ist Respekt gewichen

Mark Cavendish wurde ihm stets vorgezogen, und zu allem Überfluss diskreditierte dieser die Erfolge des Deutschen. Greipel könne nur "beschissene kleine Rennen" gewinnen, sagte der extrovierte Brite einmal. Diese Haltung hat Cavendish inzwischen abgelegt, er respektiert Greipel als Konkurrent so wie Greipel die Triumphe Cavendishs wertschätzt. Es ist ein sportliches Duell geworden, in dem der gelernte Bürokaufmann Greipel diesmal die Oberhand behalten hat.

Im Kreise der Familie ist Greipel ganz zahm

Es heißt, Greipel habe aus dem Stand den kraftvollsten Antritt aller Fahrer im Peloton. Wegen seiner muskulösen Statur bekam er den Spitznamen Gorilla. Ganz zahm wird der Kraftprotz im Kreise der Familie. Für die selbstgemachten Kartoffelpuffer von Oma Liesbeth lässt er alles stehen und liegen, seine Frau Kristina und seine beiden Töchter sind für ihn das Wichtigste im Leben. Daran kann auch ein Tour-Etappensieg nichts ändern.

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