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Tour de France: Hinault kritisiert seine Landleute

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Frankreich wartet auf den nächsten Tour-Star

13.07.2011, 13:59 Uhr | dapd

Tour de France: Hinault kritisiert seine Landleute. Bernard Hinault sorgte 1985 für den letzten französischen Toursieg. (Foto: imago)

Bernard Hinault sorgte 1985 für den letzten französischen Toursieg. (Foto: imago)

Thomas Voeckler hat es gerade noch geschafft. Rechtzeitig vor dem 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, ist er ins Gelbe Trikot der Tour de France gestürmt. Somit werden am Donnerstag Hunderttausende ihren freien Tag nutzen, um ihren Liebling auf dem Weg nach Luz Ardiden zur ersten Bergankunft der Tour anzufeuern.

Wenn man so will, ist Voeckler der letzte große Name des französischen Radsports, der letzte internationale Star, der noch auf dem Rad sitzt. Doch der kleine Mann aus dem Elsass wird eines nie schaffen: Den Gesamtsieg bei der Tour de France. Seit nunmehr 26 Jahren wartet die Grande Nation auf einen Heimsieg bei ihrem Heiligtum. Bernard Hinault hatte 1985 als bisher letzter Franzose auf den Champs Elysees triumphiert.

Hinault kritisiert Einstellung

Hinault ist natürlich auch heute noch bei der Tour, täglich wohnt er der Trikotübergabe auf dem Podium bei. Einem Franzosen im Gelben Trikot schüttelt der Bretone nur noch selten die Hand. "Wahrscheinlich hat es die Natur gut mit mir gemeint, aber ich habe auch alles für den Sport getan. Einige meiner Landsleute haben vielleicht die Qualitäten, aber sie tun nichts dafür, um auch dahin zu kommen", moniert Hinault.

"Du musst ein Killer sein"

Für Hinault sei alles auch ein Problem der französischen Gesellschaft. Man gebe den Fahrern viel Geld, schon bevor ihre Karriere richtig begonnen habe. Ihnen fehle einfach die Leidenschaft, weil sie früh schon satt seien: "Um die Tour zu gewinnen, musst du ein Killer sein."

Virenque knapp dran am Tour-Sieg

Einen Killer haben die Franzosen spätestens seit dem Rücktritt von Richard Virenque nicht mehr in den eigenen Reihen. Virenque war in den vergangenen 20 Jahren so dicht am Toursieg wie kein anderer Franzose. 1997 wurde der Kletterkönig nur vom jungen Jan Ullrich geschlagen. Allerdings erfuhr man ein Jahr später durch den Festina-Skandal, was Virenque so schnelle Beine gemacht hatte. Heute ist der gebürtige Marokkaner Kommentator bei Eurosport.

Dieses Jahr noch kein Etappensieg

Immerhin bleiben den Franzosen noch die Etappensiege. Auch wenn es in diesem Jahr bis zur elften Etappe noch nicht geklappt hat, so reichte es bei der Tour 2010 zu gleich sechs Tagessiegen. Doch davon, dass es in 98 Tour-Ausgaben bereits 36 französische Gesamtsieger gab, davon merkt man heutzutage nichts mehr.

In die Herzen Fans gefahren

Der stets angriffslustige Voeckler ist zudem der einzige, dem es gelingt, dass Gelbe Trikot mal für mehr als einen Tag zu tragen. Vor sieben Jahren gelang es dem 32-Jährigen, dass begehrte Trikot zehn Tage lang zu verteidigen. Mit seinem aufopferungsvollen Kampf in den Pyrenäen gegen den in Frankreich ungeliebten Lance Armstrong fuhr sich Voeckler in die Herzen der Radsport-Fans. Die Bilder, wie er sich tief über sein Rad gebeugt und am Ende seiner Kräfte zum Plateau de Beille hochschleppt, brachten ihm weltweit Anerkennung ein.

Den Franzosen bleibt nur das Prinzip Hoffnung. Wenn sie es sich am Anstieg nach Luz Ardiden auf ihren Campingstühlen bequem machen und auf Voeckler warten, werden sie sich vermutlich bei Baguette und Wein von den alten Zeiten erzählen, als der kräftige Bretone Hinault noch vorneweg fuhr. Denn eines ist immer bedeutender als ein Franzose in Gelb: Die Tour de France selbst.

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