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Tour de France: Tour-Traum für Klöden und Martin geplatzt

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Tour-Traum für Klöden und Martin geplatzt

14.07.2011, 16:52 Uhr | dapd

Schwarzer Tag für die deutschen Hoffnungsträger bei der 98. Tour de France: Andreas Klöden und Tony Martin mussten bereits auf der ersten schweren Pyrenäen-Etappe Federn lassen und konnten den Favoriten nicht folgen. Stattdessen stürmte Olympiasieger Samuel Sanchez als Erster den Schlussanstieg nach Luz Ardiden hinauf und siegte nach 211 km vor dem Belgier Jelle Vanendert und dem Luxemburger Frank Schleck. (Die Ergebnisse im Überblick)

Zu den großen Verlierern beim ersten Schlagabtausch gehörte auch Alberto Contador. Der umstrittene Vorjahressieger zeigte auf der zwölften Etappe ungeahnte Schwächen und verlor auf den letzten Kilometern 33 Sekunden auf Frank Schleck und 13 Sekunden auf dessen Bruder Andy. Damit verlor der Spanier erneut wertvolle Sekunden auf seinen großen Widersacher. "Ich habe gesehen, wie die beiden Schleck-Brüder sprachen und dann kamen die Attacken von Frank. Mehr konnte ich heute nicht geben. Es läuft noch nicht super, aber es wird besser", sagte der am Knie blessierte dreifache Toursieger. Sein Widersacher Andy Schleck prophezeite dem umstrittenen Spanier noch schwere Stunden: "Das war heute nur ein erster Test von uns, weitere werden folgen. Wenn wir so weiter fahren können, gewinnen wir die Tour." (Foto-Show: Die besten Bilder der 12. Etappe)

Voeckler verteidigt Gelbes Trikot

Dabei war das Tempo der Favoriten bis wenige Kilometer vor dem Ziel gar nicht mal so hoch. So hatte sogar der Franzose Thomas Voeckler keine großen Probleme, mit Contador und Co. Schritt zu halten und sein Gelbes Trikot zur Freude seiner Landsleute zu verteidigen. Voeckler liegt nun 1:49 Minuten vor Frank Schleck. Hinter dem Australier Cadel Evans (2:06) folgt Andy Schleck (2:17) auf dem vierten Platz. Contador muss sich vier Minuten hinter Voeckler derzeit mit dem siebten Platz begnügen.

Böse Erinnerungen werden bei Martin wach

Einen rabenschwarzen Tag erwischten die Deutschen. Bereits sieben Kilometer vor dem Gipfel des 2115 Meter hohen Col du Tourmalet konnte Tony Martin dem von Jens Voigt angeschlagenen Tempo der Favoritengruppe nicht mehr folgen. Schweren Trittes stapfte der Zeitfahrspezialist den 17,1 Kilometer langen und durchschnittlich 7,3 Prozent steilen Anstieg hinauf und erreichte das Ziel mit einem Rückstand von fast zehn Minuten. Beim 26-Jährigen, der in diesem Jahr unter die besten Zehn fahren wollte, dürften Erinnerungen an das Vorjahr wach geworden sein. Auch 2010 wurde Martin bereits auf der ersten Bergetappe abgehängt. "Ich bin jetzt planlos und enttäuscht. Weder körperlich noch mental geht es mir gut. Ich hatte eine Nasennebenhöhlen-Erkältung und bekam schwer Luft. Das ist aber keine Erklärung für meinen Einbruch", sagte Martin, der sich jetzt womöglich auf das Zeitfahren von Grenoble am vorletzten Tourtag konzentriert.

Klöden kämpft wacker

Nicht viel besser lief es für Klöden. Wacker kämpfte sich der Wahl-Schweizer den Pyrenäen-Riesen hinauf, doch auch bei ihm war wenige Kilometer vor dem Gipfel die Luft raus. Zwar fuhr der Routinier in der Abfahrt noch einmal heran, doch sobald es nach Luz Ardiden wieder bergauf ging, musste Klöden abreißen lassen. Kein Wunder, hatte sich doch für Klöden bereits auf der Abfahrt vom La Hourquette d'Ancizan, einem Berg der ersten Kategorie, die Tour der Leiden fortgesetzt. Der Tour-Zweite von 2004 und 2006 war erneut gestürzt und erlitt dabei Verletzungen am Arm und der Schulter. Bereits beim Massensturz auf der neunten Etappe am Sonntag hatte sich der frühere Tour-Zweite am Rücken schwer verletzt.

Voigt bärenstark

Martin und Klöden waren am Tourmalet in prominenter Gesellschaft, auch der Vorjahressechste Robert Gesink konnte bereits frühzeitig dem Tempo nicht mehr folgen. Dagegen präsentierte sich Jens Voigt in bärenstarker Verfassung. Wie eine Lokomotive führte der 39-Jährige die Leopard-Fraktion um die beiden Schleck-Brüder an und parierte sogar Angriffe aus dem Contador-Lager mit Bravour.

Sechsköpfige Spitzengruppe lange in Führung

Lange Zeit hatte eine sechsköpfige Spitzengruppe das Geschehen bestimmt, doch schon am Tourmalet waren von den Flüchtlingen an der Spitze nur noch der Brite Geraint Thomas und der Franzose Jeremy Roy übrig geblieben. Drei Minuten betrug ihr Vorsprung vor der rasenden Abfahrt, doch am Schlussanstieg waren dann auch die Beiden eingeholt.

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