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Tour de France: Entscheidung muss in den Alpen fallen

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Entscheidung vertagt - Erneuter Rückschlag für Tony Martin

16.07.2011, 16:38 Uhr | t-online.de, dpa

Tour de France: Entscheidung muss in den Alpen fallen. Jubelposse: Jelle Vanendert setzt sich auf dem Plateau de Beille durch. (Foto: Reuters)

Jubelposse: Jelle Vanendert setzt sich auf dem Plateau de Beille durch. (Foto: Reuters)

Die Attacken verpufften, der Sekundenpoker bei der 98. Tour de France geht weiter: Auf der Königsetappe der Pyrenäen neutralisierten sich die Favoriten um den Gesamtsieg im steilen Finish hinauf auf das Plateau de Beille weitgehend. Nur Andy Schleck machte dank eines Schlusssprints zwei Sekunden gut und kam als Dritter ins Ziel. Titelverteidiger Alberto Contador präsentierte sich erneut harmlos, obwohl er eigentlich zum Angriff verdammt ist. So blieb in der Gesamtwertung alles beim Alten, Thomas Voeckler verteidigte das Gelbe Trikot. Den Etappensieg sicherte sich der Belgier Jelle Vanendert vor Samuel Sanchez (Spanien). (Die Tour-Ergebnisse im Überblick)

Tony Martin musste auf dem 162,5 Kilometer langen Abschnitt über sechs Anstiege abermals einen großen Rückstand hinnehmen und kann sich endgültig vom seinem Traum der Top Ten im Gesamtklassement verabschieden. Er verlor auf den Tagessieger 17:03 Minuten.

Andy Schleck: Contador wartet auf die Alpen

"Es war ein guter Tag heute. Auch die Sekunden im Sprint zählen", sagte Andy Schleck. "Ich glaube, Contador war heute etwas besser als zuletzt, aber er wartet sicher auf die Alpen", meinte der Luxemburger weiter, der im Vergleich zu Cadel Evans und dem Madrilenen der mit Abstand schlechteste Zeitfahrer ist. "Das Rennen ist noch offen. Frank Schleck schien heute etwas Probleme zu haben. Andy war okay, aber ich denke, da vorne waren alle auf dem gleichen Niveau", erklärte Contadors Teamchef Bjarne Riis.

Voeckler erwischt unglaublichen Tag

Auf dem 15,8 Kilometer langen Schlussanstieg versuchten es die Topfahrer, gingen aber nicht an die Grenzen. So brachten auch vier Attacken von Andy Schleck im Endeffekt nicht mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor Contador und den anderen Aspiranten für Gelb in Paris. Einen unglaublichen Tag erwischte der Mann in Gelb, Thomas Voeckler Der Franzose konnte jede Tempoverschärfung mitgehen und wurde Siebter hinter Vanendert.

Voigt stürzt

Bei zwei spektakulären Stürzen bergab hatte Tour-Routinier Jens Voigt Glück im Unglück. Mit Schürfwunden am Ellenbogen und an den Beinen konnte er das Rennen fortsetzen. Vor zwei Jahren hatte ein Unfall in den Alpen das Tour-Aus und fast das Karriereende des sechsfachen Familienvaters aus Berlin bedeutet.

Martin hofft jetzt aufs Zeitfahren

Auch am dritten Tag im Hochgebirge kam der mit so großen Hoffnungen gestartete Martin an seine Grenzen. Am Schlussanstieg musste der Wahlschweizer, der bereits am Donnerstag am ersten Tag in den Pyrenäen über neun Minuten auf den Tagessieger verloren hatte, abreißen lassen. Der HTC-Profi, der während der ersten zehn Tourtage noch von einer Top-Ten-Platzierung träumen durfte, konnte dem enormen Tempo des Leopard-Teams nicht mehr folgen. Damit bleibt Martin nur noch die Hoffnung auf das Zeitfahren von Grenoble am vorletzten Tag. "Ich habe für Peter Velits gearbeitet und bin dann kraftsparend ins Ziel gefahren", sagte Martin nach der Etappe. Auf Gesamtrang 35 hat er bereits einen Rückstand von 27:06 Minuten auf das Gelbe Trikot.

Leopard-Team sehr aktiv

Das Leopard-Team der Schleck-Brüder bestimmte große Teile der 14. Etappe. Bereits an der ersten von sechs Steigungen waren der älteste Tour-Teilnehmer Voigt und Linus Gerdemann in einer Spitzengruppe. Die Ausreißer passierten auf dem Portet d'Aspet nach 23 Kilometern die Stelle, an der Olympiasieger Fabio Casartelli 1995 bei einem Sturz tödlich verunglückt war. Am Denkmal für den Italiener hatte zuvor Tour-Direktor Christian Prudhomme ein Blumengebinde abgelegt.

Voigt hat Schutzengel

Bei einem Sturz 100 Kilometer später bei der Abfahrt vom Porte de Lers hatte Voigt einen Schutzengel, als er die Böschung hinunterstürzte, sich aber nicht ernsthaft verletzte. Er musste sein Rad schultern und auf die Rennstrecke zurück klettern. Allerdings erwischte es den Routinier auf seiner 14. Tour wenig später in einer Kurve ein weiteres Mal. Er rutschte über den Asphalt und holte sich Schürfwunden an den Ellenbogen und den Beinen. Der Berliner, der im September 40 Jahre alt wird, fluchte und setzte seine Fahrt fort.

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