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Tour de France: Tony Martins Träume sind zerplatzt

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Tour de France 2011  

Martins Träume sind zerplatzt

17.07.2011, 12:19 Uhr | dapd

Tour de France: Tony Martins Träume sind zerplatzt. Für Tony Martin läuft es bei der Tour de France nicht nach Plan. (Foto: imago)

Für Tony Martin läuft es bei der Tour de France nicht nach Plan. (Foto: imago)

Die Berge zu steil, die Beine zu schwach: Tony Martin musste nach der Pyrenäen-Trilogie einsehen, dass seine Ziele bei der Tour de France deutlich zu hoch gesteckt waren. Als Kapitän und große deutsche Tour-Hoffnung war der 26-Jährige Anfang Juli in der Vendee in die 98. Frankreich-Rundfahrt gestartet, zwei Wochen später sind alle Träume wie eine Seifenblase zerplatzt.

"Ich habe mich mit der Situation abgefunden und die Helferrolle angenommen. Der Fokus liegt nun auf dem Zeitfahren in Grenoble", sagte Martin mit leiser Stimme auf dem Plateau de Beille. Er hoffe außerdem, vielleicht mal einen Tag eine Fluchtgruppe zu erwischen. Man wird ihn fahren lassen, denn mit fast einer halben Stunde Rückstand ist Martin wahrlich keine Gefahr mehr in der Gesamtwertung. (Tour Tagebuch von Tony Martin: "Fluchtgruppen und Zeitfahren sind jetzt meine Ziele")

Aldag: "Einfach nicht gut genug"

Seine Laune war verständlicher nicht die Beste, zumal sich Martin nicht wirklich erklären kann, warum er an den steilen Rampen nicht dran bleiben konnte. "Wenn man abgehängt wird, ist man einfach nicht gut genug", sagte HTC-Teamchef Rolf Aldag. Das sei leider der Fakt nach drei Tagen Pyrenäen.

Analyse nach der Tour

Die Frage nach dem Warum, sagte Aldag, sei indes viel schwieriger zu beantworten. "Momentan sind es eher Annahmen anstatt wirkliches Wissen. Das müssen wir nach der Tour, wenn die Hektik vorbei ist, in aller Ruhe analysieren. Fakt ist, dass wir im Klassement weit weg sind", sagte Aldag.

Selbst der sonst so eloquente Chef war beim Rätsel Martin von einer Lösung offenbar weit entfernt. Dabei war man in dem festen Glauben an die französische Atlantikküste zum Grand Depart gefahren, alles richtig gemacht zu haben. Das Criterium du Dauphine Anfang Juni war sein letztes Rennen vor dem Saisonhöhepunkt, Martin sollte ausgeruht in die Tour gehen. Im Vorjahr war er bei der Kalifornien-Rundfahrt Ende Mai und einen Monat später bei der Tour de Suisse dem Gesamtsieg hinterhergejagt. Die Folge waren müde Beine zu Beginn der Tour und ein heftiger Einbruch am ersten schweren Berg. Der zweite Platz im abschließenden Zeitfahren war kein wirklicher Trost.

Erkältung soll keine Erklärung sein

In der ersten Tour-Woche sah es sehr danach aus, als zahle sich die veränderte Vorbereitung aus. Martin bereitete drei Etappensiege für Mark Cavendish im HTC-Sprintzug mustergültig vor und war bei den schweren Zielankünften in der Bretagne und der Normandie stets im Bilde. Selbst am Ruhetag hatte der gebürtige Cottbuser noch betont, dass er sich erstaunlich gut fühle. Die Frische war dann offenbar schlagartig weg. Einen Tag später machten sich bei Martin erste Anzeichen einer Erkältung bemerkbar, auf der ersten Pyrenäen-Etappe bekam er schließlich die Quittung. Als Ausrede sollte die Erkältung jedoch nicht herhalten. "Wenn ich neun Minuten verliere, muss das andere Gründe haben", sagte Martin.

Doch die Ursachenforschung stellt man bei HTC hinten an. Auch um die Stimmung im eigenen Team nicht zu gefährden, denn die ist trotz der Rückschläge im Kampf ums Klassement sehr gut. "Wer drei Etappensiege und das Grüne Trikot hat, bei dem ist die Stimmung nicht im Keller", sagte Aldag. Andere Mannschaften, selbst BMC mit Cadel Evans und Leopard mit den Schleck-Brüdern, stünden momentan noch mit leeren Händen da. Die haben allerdings nach jetzigem Stand einen Fahrer in der Gesamtwertung auf dem Podium.

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