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Tour de France: Schlacht um Alpe d'Huez

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Schlacht um Alpe d'Huez

21.07.2011, 19:19 Uhr | t-online.de, dapd

Tour de France: Schlacht um Alpe d'Huez. Thomas Voeckler (in Gelb) kämpft verbissen um das Gelbe Trikot. (Foto: imago)

Thomas Voeckler (in Gelb) kämpft verbissen um das Gelbe Trikot. (Foto: imago)

Auf der 18. Etappe der Tour de France hat es Andy Schleck bereits krachen lassen. Weit vor dem Ziel attackierte er und fuhr allen davon. Da er aber das Gelbe Trikot noch nicht erobern konnte, wird es auf dem 19. Teilstück erneut zur Sache gehen, wenn die 21 berühmtesten Serpentinen der Welt auf dem Programm stehen: Alpe d'Huez, der Mythos der Tour, Schauplatz von Triumphen und Tragödien.

Beim großen Finale in den Alpen werden wieder bis zu 500.000 Radsport-Fans an den Hängen zur schmucklosen Skistation hinauf Spalier stehen und die sonst so verschlafene Alpenregion in ein Tollhaus verwandeln. Will Alberto Contador noch um den Gesamtsieg mitmischen, muss er hier etwas zeigen.



Hier werden Helden geboren

Wer Alpe d'Huez gewinnt, hat sich für immer in den Radsport-Annalen verewigt. Es sind 13,8 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 8 Prozent, die zwischen Traum und Trauma entscheiden. Zum erst 27. Mal gehört der Wintersportort dem Tour-Programm an. Das ist noch nicht einmal halb sooft wie die Bergriesen Col du Galibier oder Tourmalet, doch die wahren Heldengeschichten wurden in Alpe d'Huez geschrieben.

Hier, wo bei der Premiere 1952 Fausto Coppi die erste Bergankunft der Tour-Geschichte gewann und sich später auch das Gelbe Trikot abholte. Wo 1977 Didi Thurau zwölf Minuten verlor und seine Träume begraben musste oder wo ein Jahr später die Herrschaft des "Kannibalen" Eddy Merckx zu Ende ging.



Armstrong lässt Ullrich stehen

Alpe d'Huez lieferte Bilder, die in die Geschichte eingingen. 1986 fuhren die damaligen Teamkollegen Greg LeMond und Bernard Hinault Hand in Hand über den Zielstrich. Der Amerikaner schenkte dem Franzosen den Etappensieg und revanchierte sich damit für die Hilfe im Kampf um das Gelbe Trikot.

Auch Jan Ullrich wird Alpe d'Huez in Erinnerung behalten - in keiner guten. 2001 war es, als der einzige deutsche Toursieger bei einer erstklassigen Schauspieleinlage von Lance Armstrong zum Nebendarsteller degradiert worden war. Stunden lang hatte der Texaner einen schwachen Tag vorgetäuscht, das Team Telekom drückte daraufhin aufs Tempo, ehe kurz nach Bourg d'Oisans die Kletterpartie begann. Armstrong blickte Ullrich eindringlich ins Gesicht, ehe er ihn im Stakkato-Tritt förmlich stehen ließ.


Guerini gewinnt im Telekom-Trikot

Bis zum heutigen Tage war es keinem Deutschen vergönnt, die berühmteste Bergankunft der Frankreich-Rundfahrt zu gewinnen. Immerhin konnte Giuseppe Guerini 1999 im Telekom-Trikot jubeln, nachdem er zuvor eine Schrecksekunde überstehen musste, als er nach einem Zusammenprall mit einem Fotografen vom Rad fiel.

Alpe d'Huez, das war in den 70er Jahren vielmehr der Berg der Holländer. Sieben Mal triumphierte ein Niederländer, passenderweise war auch der Pfarrer der Gemeinde ein Holländer, der regelmäßig vor dem Anstieg die Glocken läuten ließ.

26 Sieger zählte Alpe d'Huez in der Tour-Geschichte. Den schnellsten Ritt hinauf hatte 1997 Marco Pantani hingelegt. Nur 37:35 Minuten benötigte der inzwischen verstorbene Pirat, der auch 1995 in Alpe d'Huez gewann. Geradezu unmenschliche 470 Watt brachte er auf die Pedalen. Als Lohn tragen die Spitzkehren Nummer zwei und drei seinen Namen. Jeder Sieger wird in einer der Serpentinen verewigt, am Freitag wartet Kehre Nummer 16 auf einen neuen Namensgeber.

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