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Tour de France: Evans fehlen noch 95 Kilometer bis zum Sieg

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Evans fehlen von 95 Kilometer

23.07.2011, 19:59 Uhr | t-online.de, dpa

Tour de France: Evans fehlen noch 95 Kilometer bis zum Sieg. Bescheiden: Cadel Evans kann sein Glück noch nicht fassen. (Foto: imago)

Bescheiden: Cadel Evans kann sein Glück noch nicht fassen. (Foto: imago)

Tausende Fans beim Public Viewing in Melbourne, unzählige Landsleute als Schlachtenbummler an den Strecken der Tour de France und ein Abgeordneter mit einem patriotischen Vorschlag: Australien ist im Cadel-Evans-Fieber. Der designierte Tour-Sieger verzückt mit seiner Leistung in Frankreich den ganzen Kontinent am anderen Ende der Welt. "Ich will einen nationalen Cadel-Evans-Tag", twitterte Parlamentsmitglied Ed Husic zuletzt und schlug den kommenden Montag nach der letzten Tour-Etappe vor. Ganz zu Ehren des wohl ersten australischen Gesamtsiegers beim bedeutendsten Radrennen der Welt.

Nach Platz acht bei seinem Tour-Debüt, Rang vier 2006 und zwei zweiten Plätzen 2007 und 2008 weiß man in Australien: Jetzt oder nie! "Niemand verdient es mehr", betonte Robert Doyle, Bürgermeister von Melbourne. Im Stadtzentrum verfolgten zuletzt bereits Tausende Fans zu später Stunde die Etappen auf einem Großbildschirm.

Fans mit Plastikkänguru

"Evans ist in Form wie noch nie", meinte Trainer und Evans-Mentor Dave Sander. Tatsächlich überzeugte der 34 Jahre alte Familienvater, der bis zu seinem Weltmeistertitel 2009 als Zauderer galt. Im entscheidenden Zeitfahren war er letztlich 2:31 Minuten schneller als Andy Schleck. Dadurch machte der Australier die zuvor 57 Sekunden Rückstand mehr als wett und geht nun mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten im Gelben Trikot auf die Schlussetappe nach Paris. "Ich habe unseren Plan befolgt und einfach alles gegeben."

95 Kilometer fehlen Evans also noch zur Erfüllung seines großen Traumes. "In diesem Jahr war ich zum ersten Mal in Topform. Ich habe vor 20 Jahren meine erste Tour im Fernsehen gesehen und mich seither voll dem Radsport gewidmet", sagte der 34-Jährige. Dennoch wollte Evans noch nicht in Jubelstürme ausbrechen - noch nicht jedenfalls. "Es kommt noch ein Tag, da kann noch viel passieren", sagte der designierte Champion. Bei der Siegerehrung hatte Evans dennoch Tränen in den Augen und konnte sein Glück kaum fassen. Und am Sonntag bei der Siegerehrung könnte aus dem "Clown mit dem traurigen Gesicht", wie er von der "L'Equipe" bezeichnet wird, der Tour-Gewinner mit dem strahlenden Lachen werden.

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