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Tour de France: Rolland überrascht, Schleck holt sich Gelb

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Rolland überrascht, Schleck in Gelb

22.07.2011, 21:11 Uhr | t-online.de

Ein Überraschungssieger aus Frankreich, ein Träger des Gelben Trikots aus Luxemburg und ein Spanier, der sich zurückgemeldet hat. Die 19. Etappe der 98. Tour de France mit der Bergankunft im Radsport-Mekka Alpe d'Huez war an Dramatik kaum zu übertreffen. Während der Franzose Pierre Rolland den Gastgebern den ersten Etappensieg in diesem Jahr bescherte, übernahm Andy Schleck die Spitze der Gesamtwertung von Rollands Teamkameraden Thomas Voeckler, der den Verlust des Gelben Trikots aber wohl verschmerzen konnte. Zu den großen Gewinnern des Tages gehörte auch Alberto Contador, der einen Coup nur knapp verpasste. (Die Tour-Ergebnisse im Überblick)

Einen Tag nach seinem Einbruch am Galibier blies der Spanier zum Angriff und attackierte bereits am ersten Berg der 109 Kilometer langen Fahrt mit Start in Modane. Zwar musste sich der Vorjahressieger letztlich noch Rolland und seinem Landsmann Samuel Sanchez, die ihn kurz vor dem Ziel noch abgefangen hatten, geschlagen geben. Durch seinen dritten Platz in Alpe d'Huez fuhr er sich aber wieder in den erweiterten Kreis der Podiumsanwärter. Doch angesichts des Kampfes um den Gesamtsieg schien das Tagesgeschehen fast in den Hintergrund zu geraten.

Entscheidung im Zeitfahren

Denn am Samstag im Einzelzeitfahren über 42,5 Kilometer in Grenoble muss die Entscheidung fallen. Andy Schlecks größte Rivalen sind sein Bruder Frank (53 Sekunden zurück) und der Australier Cadel Evans (57 Sekunden zurück), die zeitgleich mit ihm in Alpe d'Huez ins Ziel kamen. Es wird also ein Herzschlagfinale um den Toursieg geben.

Andy Schleck jedenfalls gibt sich siegessicher: "Letztes Jahr habe ich das Trikot wenige Tage vor dem Zeitfahren verloren, jetzt habe ich es direkt davor erobert. Meine Beine sind gut, meine Motivation ist super. Ich bin zuversichtlich, das Trikot bis Paris zu behalten." Sein Bruder Frank ergänzte, dass "wir hier sind, um die Tour zu gewinnen", und dafür würden er und sein Bruder ihr "Bestes geben". Doch auch Evans, der wohl beste Zeitfahrer des Trios, meinte: "Ich werde versuchen, so schnell wie möglich zu fahren - ich hoffe, es wird schnell genug sein."

Contador: "Etappensieg war mein großes Ziel"

Contador hat seinen vierten Toursieg unterdessen abgeschrieben. Doch kampflos wollte sich der Spanier nicht aus Frankreich verabschieden. Wie Phoenix aus der Asche revanchierte er sich mit einer waghalsigen Attacke. Doch die Kräfte verließen ihn am Ende. Verbissen stampfte der Titelverteidiger mit hoher Frequenz dem Ziel entgegen, die Schleck-Brüder und Evans keuchend im Nacken. Zehn Kilometer vor dem Gipfel hatte Contador bereits 39 Sekunden herausgefahren, zwei Kilometer später war es schon fast eine Minute. Doch viel mehr konnte der Spanier nicht herausholen, am Ende lagen seine Herausforderer noch ganze etwa 30 Sekunden hinter ihm.

Zu wenig für Contador, um im Klassement noch etwas zu verändern. "Ich bin mit dem heutigen Tag zufrieden, auch wenn es am Schluss nicht mit dem Etappensieg geklappt hat", meinte der Spanier und ergänzte: "Ich habe gekämpft. Es ist sehr schwer, in einem Jahr den Giro d'Italia und die Tour zu gewinnen. Daher habe ich versucht, die Etappe zu gewinnen. Das war mein großes Ziel, nachdem es gestern richtig schlecht gelaufen ist. Ja oder nein habe ich mir gesagt, versuch's. Leider hat es nicht ganz gereicht", sagte der Spanier. Er lag letztlich 23 Sekunden hinter Rolland und hat nun 3:55 Minuten Rückstand auf Andy Schleck.

Rolland kann es noch nicht fassen

Gefeierter Sieger im Ziel der 19. Etappe in der Skistation war eben der Franzose Rolland. "Thomas Voeckler hat mir gesagt: Zieh los, such deine Chance. Ich habe mich ein halbes Jahr auf diese Etappe vorbereitet. Ich kann es aber trotzdem kaum fassen, dass ich in Alpe d'Huez wirklich gewonnen habe", freute sich unterdessen der überglückliche Etappensieger.

Peloton aus der Karrenzzeit

Zum zweiten Mal verpasste unterdessen Sprint-König Mark Cavendish mit vielen anderen Fahrern die Karenzzeit. Das hatte aber diesmal keine Folgen, weil alle seine Konkurrenten im Kampf um das Grüne Trikot mit ihm ins Ziel kamen. Auf dem Galibier wurden ihm wertvolle 20 Zähler für die Punktwertung abgezogen, so dass sein ärgster Rivale Jose Joaquin Rojas bis auf 15 Punkte an den Briten herangekommen war. Obwohl Cavendish wie viele andere die Maximalzeit auf den härtesten Alpenetappen zweimal überschritten hatte, ließ die Jury alle Nachzügler im Rennen.

Unterdessen hat Samuel Sanchez durch seinen zweiten Etappenplatz in Alpe d'Huez das Gepunktete Trikot des besten Kletterers sicher. Der Olympiasieger aus Spanien wird daher in Paris auf dem Podium stehen.

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