Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Le Tour allemand – die deutsche Tour

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Le Tour allemand – die deutsche Tour

25.07.2011, 12:19 Uhr | t-online.de

Le Tour allemand – die deutsche Tour. Der Etappensieg von Tony Martin gehört aus deutsche Sicht zu den Highlights der Tour de France 2011. (Foto: imago)

Der Etappensieg von Tony Martin gehört aus deutsche Sicht zu den Highlights der Tour de France 2011. (Foto: imago)

Von Marcel Wüst

Wenn Deutschland Fußballweltmeister wird, dann heißt es allerorts: "Wir sind Weltmeister!" Also können wir getrost sagen: WIR haben bei der Tour zwei Etappen gewonnen, UNSERE Fahrer haben ihre Teamkapitäne zum Sieg bzw. Podiumsplätzen geführt und auch sonst immer wieder Akzente gesetzt.

Diese Profis wurden allerdings bei der Liveübertragung der Tour nicht immer wahrgenommen. Fahrer wie Grischa Niermann, Marcus Burghardt, Linus Gerdemann und Co hat man im Vergleich zu anderen relativ wenig gesehen. Sie haben aber ihre Kapitäne massiv unterstützt und so großen Anteil an deren Erfolgen – besonders Burghardt wird sich freuen, am Sonntagabend auf der Party des Toursiegers zu sein.

Niemand wird jünger - außer Voigt

Schade war das frühe Ausscheiden von Andreas Klöden. Er hätte bei der Art, wie die Tour in den Pyrenäen und Alpen verlief, sicher ein gewichtiges Wort im Gesamtklassement mitreden können. Ob er noch mal in einer solchen Form wiederkommt ist unsicher, schließlich wird niemand jünger! Oder doch? Wie ein Jungspund fuhr Jens Voigt, der Methusalem des Pelotons. Unvergessen sein Ritt über den Tourmalet im Dienste seiner Kapitäne.

Die gewaltige Gesamtleistung vom großen alten Mann des deutschen Radsports hat ihm das Angebot einer Vertragsverlängerung eingebracht. Er nahm das Angebot an, und dass Jens UNS noch ein weiteres Jahr erhalten bleibt freut mich riesig!

Ebenbürtiger Gegner für Cavendish

Ebenfalls große Freude hat mir André Greipels Etappensieg beschert. Ich hoffe für ihn, dass er im kommenden Jahr mit mehr Erfahrung und noch mehr Unterstützung seiner Mannschaft den schnellen Engländer Mark Cavendish einige Male wegputzt. Den Bums im Bein hat André allemal, und er hat gezeigt, dass er, von Cav’s Hinterrad kommend, ein ebenbürtiger Gegner für ihn sein kann.

Last but not least wird Tony Martin nach seinem Zeitfahrsieg in Grenoble mit der Tour wieder versöhnt sein. Der Sieg hat ihn sicher vergessen lassen, dass er mit seinen Gesamtwertungsambitionen gescheitert ist. Wenn ich ehrlich bin ist es aber auch ein Unding, dass ein Rennfahrer wie Tony in den ersten zehn Tagen so viel Körner im HTC Highroad Zug lassen musste. Egal, wie viel Teamspirit herrscht und wie viele Etappen ein Cavendish gewonnen hat: Ein Gesamtwertungsanwärter muss protegiert werden um für die wichtigen Etappen Körner zu sparen – körperlich wie mental. Dann wäre der Sprintzug eben nicht bei Kilometer acht losgefahren, sondern bei 6.5.

Deutscher Nachwuchs steht in den Startlöschern

Überhaupt freut man sich am Tag eins nach der Tour schon wieder aufs kommende Jahr, gerade, wenn man bedenkt, welche Entwicklung beispielsweise Fahrer wie John Degenkolb, Marcel Kittel oder der neue deutsche Meister Robert Wagner in den letzten Jahren genommen haben. Da wird aus deutscher Sicht noch einiges nachkommen. Etappenjäger, Ausreißer, Sprinter, sogar Zeitfahrsieger gibt es in Deutschland en masse.

Bis WIR aber noch mal die Tour gewinnen, das dürfte noch einige Jahre dauern – das letzte Mal ist ja schon soooo lange her, dass WIR inzwischen sogar schon Papst sind…und das schaffen die Australier nie! Glückwunsch an Cadel Evans und bis zur Tour 2012!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal