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Tour de France: Tony Martin glaubt weiter an das Gelbe Trikot

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Tony Martin glaubt weiter an das Gelbe Trikot

01.07.2012, 13:56 Uhr | t-online.de, sid

Tour de France: Tony Martin glaubt weiter an das Gelbe Trikot. Nach seinem Pech im Prolog wollte sich Tony Martin nicht trösten lassen. (Quelle: imago)

Nach seinem Pech im Prolog wollte sich Tony Martin nicht trösten lassen. (Quelle: imago)

Tony Martin war der Pechvogel beim Auftakt der Tour de France in Lüttich. Als einziger der 180 Fahrer fuhr er beim 6,4 Kilometer langen Prolog durch einen Glasscherbe und fing sich so einen Platten ein. Wichtige Sekunden verstrichen bis er mit dem Ersatzrad weiterfahren konnte. So verpasste er den angepeilten Sieg und das Gelbe Trikot. Dass er auf den letzten Kilometern nochmal alles gab, hatte einen einfachen Grund: Martin hat die Hoffnung auf das "Maillot Jaune" bei der diesjährigen Tour noch nicht aufgegeben. "Ich wollte nicht so viel Zeit verlieren, um dann im nächsten großen Zeitfahren auf der 9. Etappe noch einmal um das Gelbe Trikot zu fahren", schrieb der 27-Jährige auf seiner Homepage.

Nach nicht einmal vier Minuten Fahrzeit war Martin das Malheur widerfahren. Ausgerechnet ihn, den wohl akribischsten Technik-Tüftler im Peloton, bremste das eigene Material aus. Martin, dessen Versuch, sich mit Sandpapier auf dem Sattel eine bessere Sitzposition zu verschaffen, unlängst vom Weltverband unterbunden worden war, traf es an der Achillesferse eines jeden Radfahrers. "Als der Hinterreifen wegrutschte, dachte ich, okay, dann ist es eben noch etwas glitschig. Dann aber merkte ich, dass der Reifen platt ist und ich das Rad wechseln muss", sagte der Fahrer vom Team Omega Parma-Quick Step.

Ohne Defekt hätte Martin wohl gewonnen

Dabei war Martin stark ins Rennen gestartet. Auf dem schwierigen Kurs in der Lütticher Innenstadt mit anspruchsvollen Kurven und teilweise über Kopfsteinpflaster lag der Eschborner gleichauf mit seinem Teamkollegen Sylvain Chavanel (Frankreich) und drehte gerade richtig auf. Beim Antritt aus der tückischen Haarnadelkurve nach dem langen Geradeaus-Stück an der Maas war dann aber die Luft raus - im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Ersatzrad hielt Martin den Rückstand in Grenzen, blieb 16 Sekunden hinter Chavanel zurück, der spätere Sieger Fabian Cancellara (RadioShack) war 23 Sekunden schneller.

Teaminterne Berechnungen anhand der getretenen Wattzahlen von Martin und Chavanel sollen ergeben haben, dass der Deutsche ohne Defekt im Ziel zehn Sekunden vor dem Franzosen gelegen hätte - und damit sogar vor Cancellara, der die 6,4 km mit einem Schnitt von 53,21 km herunterkurbelte. Entsprechend haderte Martin mit seinem Pech: "Warum ausgerechnet ich durch diese kleine Glasscherbe fahren musste und die 180 Starter vor mir nicht, das weiß wohl nur der Radsportgott", so der Zeitfahrweltmeister.

Portion Pech aufgebraucht?

Er sei "riesig enttäuscht", weil er sich in einem Prolog noch nie so gut gefühlt habe. "Der Radwechsel war schnell, aber er ruiniert eben den Rhythmus. Ich hoffe nun, dass ich meine Portion Pech für dieses Jahr aufgebraucht habe. Lieber ein Platten im Prolog der Tour de France als beim Olympischen Zeitfahren." Am 1. August geht es in London um Gold im Kampf gegen die Uhr - und wieder dürfte Cancellara der große Rivale werden. Dann hoffentlich ohne Scherben.

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