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Tour de France 2012: So viele Verletzte wie selten zuvor

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Tour de France 2012  

Die Sturz-Tour der Leiden

09.07.2012, 13:04 Uhr | sid

Tour de France 2012: So viele Verletzte wie selten zuvor. Auch Supersprinter Mark Cavendish gehört zu den Sturzopfern der diesjährigen Tour de France. (Quelle: imago)

Auch Supersprinter Mark Cavendish gehört zu den Sturzopfern der diesjährigen Tour de France. (Quelle: imago)

Schwere Stürze überschatteten die erste Woche der Tour de France. Stars wie der spanische Olympiasieger Samuel Sanchez mussten aufgeben, andere kämpften sich zusammengeflickt in Richtung Ruhetag. Die Frankreich-Rundfahrt ist in diesem Jahr mehr denn je eine Tour der Leiden. (Etappenergebnis im Überblick)

20 Fahrer waren nach neun Renntagen bereits ausgeschieden - mehr als zu diesem Zeitpunkt bei der Skandal-Tour 1998, als Festinas Dopingtruppe komplett zurückzog.

"Es wird von Jahr zu Jahr gefährlicher"

14 Jahre später ist es eine einzige Verletzten-Misere: Vom Milzriss bis zum Hüftbruch ist nahezu das gesamte chirurgische Spektrum abgedeckt. "Es wird von Jahr zu Jahr gefährlicher. Immer weniger Respekt herrscht im Peloton. Gerade die jungen Haudegen fahren im Finale mit dem Messer zwischen den Zähnen", sagt Matt White, Sportdirektor des Teams Orica-GreenEdge. Chris Froome, Etappensieger und Teamkollege des Gesamtführenden Bradley Wiggings, macht den "Druck und den Hype" bei der Tour für die Sturzserien verantwortlich: "Daher gibt es Fahrer, die eben gewisse Risiken eingehen."

Wiggins fährt in der Form seines Lebens

Der Spitzenreiter düpiert beim Zeitfahren die Konkurrenz.

Der Spitzenreiter düpiert beim Zeitfahren die Konkurrenz.


Fahrendes Lazarett

Das Peloton gleicht derzeit einem fahrenden Lazarett. Rund die Hälfte der Profis ist großflächig bandagiert, manche sind sogar mit Brüchen unterwegs. Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin quält sich mit einer Kahnbein-Fraktur durch die Tage. Der Spanier Luis Leon Sanchez, mit dem Martin am Ende des Pelotons über hunderte Kilometer eine Leidengemeinschaft gebildet hatte, fährt mit gebrochener Mittelhand. Der zweifache Etappensieger Andre Greipel kugelte sich die Schulter aus und wieder ein - und wurde im Sprint Tageszweiter.

Fahrer droht Entfernung einer Niere

Jene, die noch im Rennen sind, hat es vergleichsweise glimpflich erwischt. Folgenreich verlief vor allem ein Massencrash auf der sechsten Etappe nach Metz. Der Niederländer Woet Poels (Vacansoleil) lag noch am Montag im Krankenhaus auf der Intensivstation, ihm drohte die Entfernung einer Niere. "Das war einer der schlimmsten Stürze, die ich jemals gesehen habe", sagte der kanadische Giro-Sieger Ryder Hesjedal, der als einer von zwölf Fahrern in Folge dessen aufgeben musste.

"Keine gute Idee"

Der Horror-Sturz von Metz zeigte, welche Kleinigkeiten eine fatale Kettenreaktion auslösen können. Ausgangspunkt war wohl Lampre-Sprinter Alessandro Petacchi, der seinem Helfer Davide Vigano ein Paar Überschuhe zukommen ließ. Vigano verstaute diese in seinem Trikot, hatte nur eine Hand am Lenker - bei 70 km/h, auf abschüssiger, schmaler Straße, auf der 25 km vor dem Ziel viele Fahrer nach vorne drängten - und kam zu Fall. "Das war sicher keine tolle Idee von Lampre", sagte Froome, "ein Sturz bei einer solchen Geschwindigket ist wie ein Sprung aus einem fahrenden Auto."

Der Franzose Thomas Voeckler, Kapitän bei Europcar, meinte: "Hauptverantwortlich ist der Knopf im Ohr. 22 Teamchefs sagen ihren Fahrern gleichzeitig: Ihr müsst jetzt nach vorne. Und dementsprechend fahren dann 190 Jungs auf einer sieben Meter breiten Straße." Am Dienstag legt die Tour einen Ruhetag ein. Für das medizinische Personal der 99. Frankreich-Rundfahrt dürfte es ein höchst arbeitsreicher werden: Pflegen, pflastern und fixieren - derzeit ein Mammut-Projekt.

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