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Tour de France 2012: Di Grégorio drohen sieben Jahre Haft

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Di Grégorio drohen sieben Jahre Haft

11.07.2012, 14:34 Uhr | dpa

Tour de France 2012: Di Grégorio drohen sieben Jahre Haft. Rémy Di Grégorio beim Zeitfahren nach Besancon. (Quelle: imago)

Rémy Di Grégorio beim Zeitfahren nach Besancon. (Quelle: imago)

Sein mögliches Dopingvergehen kommt den weiter in Polizeigewahrsam befindlichen Radprofi Rémy Di Grégorio womöglich teuer zu stehen. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 26-jährigen Franzosen nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Justizkreise beruft, sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von 150 000 Euro. Christian Prudhomme, Chef der Tour de France, reagierte am Start der 10. Etappe in Macon relativ gelassen auf den Polizeieinsatz vom Vortag und freute sich über die Effektivität des Anti-Doping-Kampfes: "Diejenigen, die heute betrügen wollen, werden schnell erwischt."

Zahlreiche Kamerateams bedrängten am Mittag vor dem Start in Macon den Teambus der weiter im Rennen befindlichen Cofidis-Profis. Solch einen Andrang des interessierten Publikums und der Medien kannte die eher farblose französische Zweitliga-Mannschaft bisher nicht. Die Fahrer blieben auf Nachfragen stumm, Teamchef Yvon Sanquer wollte sich nur auf die anstehende, erste schwere Alpenetappe konzentrieren. "Wir schlagen jetzt ein neues Kapitel auf", sagte der Franzose, der zuvor auch in den Skandaltruppen Festina und Astana tätig war.

Astana distanziert sich

Die Ermittlungen gegen Di Grégorio laufen schon seit vergangenem Jahr und betreffen seine Zeit bei Astana 2011. Die weltweit beachtete Bühne der Tour de France bot offensichtlich auch den Justizbehörden den richtigen Rahmen, um sich in Szene zu setzen. Abgesehen von einer angeblich bevorstehenden Dopinglieferung hätte der Fall Di Grégorio bereits vor Monaten abgehandelt werden können. Die Tour vergrößere "die Resonanz" solcher Polizeimaßnahmen, befand auch Prudhomme.

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Routinier feiert trotz Knieproblemen einen kuriosen Sieg.


Astana distanzierte sich von seinem Ex-Angestellten, der bis 2011 für das Team aktiv war. "Wir sind nicht zuständig, der Fahrer ist nicht mehr Mitglied unserer Equipe", hieß es lapidar in einer Mitteilung der kasachischen Formation, in deren Reihen die Ex-Doper Alexander Winokurow und Alexander Kaschetschkin fahren.

Am Donnerstag vor dem Haftrichter?

Staatsanwalt Jacques Dallest erklärte AFP, Di Gregorio werde wegen des Vorwurfs des organisierten Handels mit Dopingmitteln verhört. Zwei weitere Personen waren am Dienstag ebenfalls in Untersuchungshaft genommen worden. Einer von ihnen, ein 75-jähriger Heilpraktiker, blieb wie Di Grégorio weiter in Polizeigewahrsam. Die beiden könnten spätestens am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Dies muss spätestens 48 Stunden nach der Festnahme geschehen, länger dürfen sie ansonsten nicht festgehalten werden.

Die Affäre Di Grégorio könnte der erste echte Dopingfall der Tour seit 2010 und dem Clenbuterol-Befund von Alberto Contador werden. Im Vorjahr war der Russe Alexander Kolobnew wegen eines nachgewiesenen Diuretikums ausgeschlossen, Monate später aber freigesprochen worden.

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