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Tour de France 2012: Anruf beendet den Aufstand von Froome

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Ein Anruf beendet Froomes Aufstand

13.07.2012, 14:23 Uhr | t-online.de

Tour de France 2012: Anruf beendet den Aufstand von Froome. Rollenspiel: Christopher Froome (vorne) als Helfer, Bradley Wiggins (dahinter) als Kapitän. (Quelle: Reuters)

Rollenspiel: Christopher Froome (vorne) als Helfer, Bradley Wiggins (dahinter) als Kapitän. (Quelle: Reuters)

Christopher Froomes Ohren dürften immer noch klingeln. So heftig der Antritt des Briten aus dem Sky-Team war, so heftig fiel wohl die Reaktion seiner sportlichen Leitung im Finale der elften Etappe der Tour de France aus. Denn über Tage passte das Skript in der Mannschaft des Mannes im Gelben Trikot, Bradley Wiggins. Doch dann, vier Kilometer vor dem Ziel in La Toussuire, brachte Froomes Antritt die heile Welt im Spitzenreiter-Team durcheinander.

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Der Brite attackierte von einer hinteren Position heraus und brachte damit vor allem seinen Kapitän in Schwierigkeiten. Im Nu hatte Froome 500 Meter Abstand zwischen sich und Wiggins gelegt. Das einzige Mal an diesem Tag, dass der Gelbe in Schwierigkeiten geriet. Aber dann kam der Anruf von Teamchef Sean Yates.

Widerwillig? Das bleibt ein Geheimnis

Vehement forderte der ehemalige Profi Froome auf, seinen Aufstand zu beenden und auf Wiggins zu warten. Der 27-Jährige folgte der Anweisung. Widerwillig? Das blieb sein Geheimnis. "Ich habe über Funk gehört, dass ich langsamer machen soll. Also bin ich langsamer geworden. Schließlich folge ich den Teamanweisungen, egal was es kostet. Ich bin Teil der Mannschaft und mache das, was von mir verlangt wird", sagte Froome, der auch eine Antwort gab, warum er überhaupt angegriffen hatte.

"Ich wollte den Abstand zu Cadel Evans vergrößern", sagte der Sky-Profi. Es gelang. Der Titelverteidiger büßte 1:16 Minuten auf seine Konkurrenten ein, was Froome wiederum den zweiten Gesamtplatz einbrachte. Er liegt 2:05 Minuten hinter Wiggins.

In den Bergen der Stärkere

Doch steckte auch ein bisschen Palastrevolution in Froomes Antritt? Auch das wies der Brite von sich. Artig erklärte er: "Ich denke, Bradley ist in der besseren Position, die Tour in diesem Jahr zu gewinnen. Er ist mindestens genauso stark wie ich und der bessere Zeitfahrer. Und es kommt ja noch das 50-Kilometer-Zeitfahren." Diplomatisch. Schließlich wurde auch auf der elften Etappe offensichtlich, dass Froome in den Bergen klar der Stärkere ist.

Das war auch schon bei der Spanien-Rundfahrt 2011 so. Froome blieb dennoch der Helfer und verpasste daher wohl letztlich mit 13 Sekunden hinter Vuelta-Sieger Juan Jose Cobo den Gesamterfolg. Sein Kapitän Wiggins wurde übrigens Dritter. 1:26 Minuten hinter seinem Teamkameraden.

"Eine fantastische Situation"

Zum Glück für Sky scheint die Konkurrenz bei der Tour (anders als bei der Vuelta) diesmal nicht stark genug, die Doppelspitze der Briten in Gefahr zu bringen. "Wir sind Erster und Zweiter in der Gesamtwertung. Das ist doch eine fantastische Situation, und nur das interessiert uns", erklärte Team-Manager Dave Brailsford. Auf die Frage, ob Wiggins denn wirklich der stärkste Sky-Fahrer derzeit sei, meinte er nur: "Sehen Sie sich das Ergebnis vom Zeitfahren an." In diesem lag Etappensieger Wiggins 35 Sekunden vor dem zweitplatzierten Froome.

Die Leistungen in den Bergen, in denen Froome mit einem Etappensieg und einem dritten Rang deutlich besser abgeschnitten hatte, waren dagegen kein Thema in der Argumentation. So schloss sich auch der 27-Jährige der Teammarschroute an. "Wenn Sky sich so entschieden hat, dann verfolgen wir diesen Plan - auch ich", sagte er - einmal mehr diplomatisch.

Ob der Brite denn derzeit eine große Chance verpasse, werde sich erst in fünf bis sechs Jahren zeigen, meinte er. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job hier. Und ich glaube, ich mache einen wirklich guten Job", sagte Froome. Wie gut, dass noch die Pyrenäen kommen.

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