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Tour de France 2012: Wiggins lässt drohende Hitzeschlacht kalt

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Drohende Hitzeschlacht lässt Wiggins kalt

17.07.2012, 17:07 Uhr | sid

Tour de France 2012: Wiggins lässt drohende Hitzeschlacht kalt . Gelassenheit: Bradley Wiggins (Mitte) fehlen noch 736,5 Kilometern bis zum Tour-Sieg. (Quelle: imago)

Gelassenheit: Bradley Wiggins (Mitte) fehlen noch 736,5 Kilometern bis zum Tour-Sieg. (Quelle: imago)

Schon beim Frühstück am Morgen des Ruhetags erhielt Bradley Wiggins eine Ahnung davon, was ihm blühen wird. Der Blick aus den Fenster im Hotel Parc Beaumont in Pau, wo der Topfavorit auf den Sieg bei der Tour de France mit seinem Sky-Team residiert, zeigte dem Briten die majestätischen Bergriesen der Pyrenäen vor einem traumhaft wolkenlosen Himmel. Wiggins muss noch einmal ganz hoch hinaus, um am Sonntag in Paris ganz oben anzukommen.

Trotz eines stattlichen Polsters darf er sich keinen Einbruch erlauben. Denn neben dem angeschlagenen Titelverteidiger Cadel Evans (Australien) könnte dann vor allem Sky-Edelhelfer Christopher Froome (Großbritannien) zuschlagen.

Noch 100 Kilometer bergauf

"Das Gelbe Trikot zu verteidigen, wird noch eine große Herausforderung", sagte Wiggins, der den rennfreien Tag mit einer lockeren Ausfahrt, Massagen und Medienterminen verbrachte, "zu weit in die Zukunft denke ich aber nicht. Denn dann verliert man den Blick auf das, was unmittelbar vor einem liegt." Und vor dem 32-Jährigen liegt noch einiges.

Von den 736,5 Kilometern bis Paris werden 53,5 in seiner Spezialdisziplin Zeitfahren ausgetragen, aber allein 100 auf den beiden kommenden Etappen bergauf. Massig Gelegenheit für die Verfolger, noch eine Wende herbeizuführen. Die drohende Hitzeschlacht - am Mittwoch werden rund um Pau 34 Grad erwartet - lässt Wiggins dabei kalt: "Darauf sind wir eingestellt, haben deshalb auf Teneriffa trainiert."

Froome sichert Loyalität zu

Der Mann, der Wiggins am ehesten gefährden könnte, wird dies nicht versuchen - vermutlich nicht. Aufsteiger Froome, im Gesamtklassement als Zweiter 2:05 Minuten zurück, hatte schon bei der Bergankunft in La Toussuire Wiggins beinahe abgehängt, musste von der sportlichen Leitung zurückgepfiffen werden. Vor dem Tour-Finale versicherte Froome dem Kapitän seine Loyalität, dabei klang er aber schon deutlich forscher als noch zu Tour-Beginn.

"Es ist ein großes Opfer für mich, denn ich weiß, dass ich die laufende Tour gewinnen könnte - allerdings nicht mit Sky", sagte der in Nairobi geborene 27-Jährige, "wir hatten uns aufgrund der vielen Zeitfahr-Kilometer auf Wiggins ausgerichtet und jeder respektiert das." Eine Hintertür lässt er sich aber offen: "Klettern ist nicht Wiggins' Stärke. Wenn ich das Gefühl habe, wir verlieren die Tour, dann folge ich dem Stärksten - egal, ob es jetzt Evans oder Nibali ist."

Evans: Bin erst in Paris geschlagen

Die Kapitänsrolle für das kommende Jahr beansprucht Froome schon jetzt: "Wenn die Tour wirklich so bergig wird wie erwartet, hoffe ich, dass Sky mich fair behandelt und das Team für mich fährt. Wiggins ist ein Ehrenmann, er wird mich dann für meine jetzige Arbeit entlohnen und mir helfen", sagte der aktuelle Gesamtzweite.

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Unser Jedermann nimmt es mit den Bergen auf.

Auch Evans wird 2013 noch dabei sein, doch schon jetzt steht der Vorjahressieger im Schatten der Sky-Dominatoren. "Die Tour wird noch Überraschungen bieten, von denen will ich profitieren. Vor Paris werde ich nicht glauben, dass ich geschlagen bin", sagte Evans in Pau. Die Chance des derzeit mit 3:19 Minuten Rückstand viertplatzierten Australiers ist freilich gering. Dritter ist der Italiener Vincenzo Nibali (2:23 zurück).

1:26 Minuten verlor der 35-Jährige im ersten langen Zeitfahren nach Besancon auf Wiggins, der letzte Kampf gegen die Uhr am Samstag in Chartres ist noch zwölf Kilometer länger. Rund fünf Minuten müsste Evans demnach in den Pyrenänen auf Wiggins herausfahren - und dann ist da ja auch noch Froome. "Wiggins und sein Team sind so stark, dass sie mich in den Bergen niemals fahren lassen. Vielleicht sogar so stark, dass sie mich nirgendwo fahren lassen", sagte Evans, die Pyrenäen im Blick: "Gute Aussichten sind das wirklich nicht."

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