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Tour de France 2012: Cavendish fliegt zu seinem 22. Etappensieg

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Cavendish zündet den Turbo

20.07.2012, 17:15 Uhr | sid, dpa, t-online.de

Tour de France 2012: Cavendish fliegt zu seinem 22. Etappensieg. Mark Cavendish gewinnt seine zweite Tour-Etappe 2012. (Quelle: dapd)

Mark Cavendish gewinnt seine zweite Tour-Etappe 2012. (Quelle: dapd)

Mark Cavendish kann es doch noch. Nachdem der Weltmeister in den vergangenen Tagen für das Gelbe Trikot seines Sky-Teamkameraden Bradley Wiggins gearbeitet hat, zündete der Brite auf den letzten Metern der 18. Etappe der Tour de France den Turbo und flog förmlich an allen vorbei. Bis kurz vor dem Ziel der 222,5 Kilometer langen Fahrt von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde hatten Ausreißer auf den Etappensieg hoffen dürfen - dann rauschte Cavendish vorbei und holte sich in eindrucksvoller Manier seinen insgesamt 22. Tageserfolg bei der Tour. 2012 war es sein zweiter Erfolg.

Matthew Goss und Peter Sagan kamen auf die Plätze. "Ein Wahnsinns-Sieg von mir heute", jubelte der pfeilschnelle Radprofi von der Isle of Man. André Greipel wurde vor den Augen des französischen Präsidenten Francois Hollande Elfter und verpasste seinen vierten Etappensieg dieses Jahres klar. Allerdings hatte er vor dem Start angekündigt, nach den erfolgreichen, aber anstrengenden ersten zwei Wochen sowie den extrem schweren jüngsten Bergetappen nicht auf Sieg zu fahren. (Tour: Das Etappenergebnis im Überblick)

Konkurrenz gegen Sky-Allianz machtlos

Von den Qualen war am Freitag freilich nichts mehr zu sehen. "Ich wusste, dass ich früh antreten musste", erzählte Cavendish, der auf der finalen Gerade die letzten Verbliebenen einer zuvor 16-köpfigen Ausreißergruppe überflügelte. "Ich war heute in der Verfassung, einen langen Sprint zu fahren." Die Konkurrenz ließ der Supersprinter aus England dabei ungläubig zurück.

Luis-Leon Sanchez, auch schon Etappensieger bei dieser Tour, griff sich kurz vor dem Ziel sogar an Kopf, als Cavendish mit einem Höllentempo an ihm und den weiteren Ausreißern vorbeifuhr. Aber gegen die Sky-Allianz waren die Rivalen machtlos: Der Weltmeister bekam auf dem letzten Kilometern sogar Hilfe von Wiggins, der keine Mühe hatte, seine Gesamtführung zu verteidigen. (Tour: Die Gesamtwertung im Überblick)

"Ich habe Chirac zu ihm gesagt"

Wiggins führt weiter mit 2:05 Minuten vor Teamkamerad Christopher Froome. Der drittplatzierte Italiener Vincenzo Nibali liegt vor dem entscheidenden Zeitfahren am Samstag 2:41 Minuten zurück. Zum Sieg seines Teamkameraden meinte der Tour-Spitzenreiter: "Er hat bewiesen, dass er das schnellste Mann in der Welt ist. Als ob es daran jemals einen Zweifel gegeben hätte. Das war mein Geschenk für Mark." Cavendish war seinem Landsmann im Ziel um den Hals gefallen.

Der Man im Gelben Trikot hatte im Ziel die Lacher dann wieder auf seiner Seite. Nach der Siegerehrung, die Staatspräsident Hollande vornahm, meinte der Brite: "Ich kannte seinen Namen nicht. Ich habe Chirac zu ihm gesagt."

Klöden und Gretsch versuchen ihr Glück

Das Rennen begann verhalten. Das Peloton blieb lange Zeit geschlossen zusammen, nur vereinzelt gab es Attacken. Die finale 16-köpfige Ausreißergruppe, die das Geschehen lange dominierte, fand sich erst nach dem Anstieg zur Cote de Saint-Georges bei Kilometer 70. Zu ihr gehörte auch Patrick Gretsch (Argos-Shimano). Die Flüchtlinge standen jedoch die gesamte Renndauer unter der Kontrolle des Pelotons, das sie nie mehr als knapp vier Minuten davonziehen ließen.

Auf den letzten 20 Kilometern brach die Gruppe auseinander. Sechs Fahrer um Andreas Klöden, der aufgeschlossen hatte, und den Kasachen Alexander Winokurow (Astana) wurden auf dem Schlusskilometer gestellt.

Für Aufregung sorgte derweil ein Hund, der mehrere Fahrer zu einem unfreiwilligen Zwischenstopp gezwungen hatte. Der Vierbeiner war bei Kilometer 120 auf die Straße gelaufen und brachte einige Profis zu Fall, darunter auch den Belgier Philippe Gilbert. Der 30-Jährige vom Team BMC Racing lief daraufhin wutentbrannt in Richtung des Halters und geigte ihm lautstark die Meinung. Alle Beteiligten kamen mit dem Schrecken davon.

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