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Tour de France 2012: Wiggins macht Tour-Sieg perfekt

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Perfekt! Wiggins gelingt historischer Tour-Sieg

21.07.2012, 18:31 Uhr | sid, t-online.de

Tour de France 2012: Wiggins macht Tour-Sieg perfekt. Gefühlsausbrauch: Bradley Wiggins weiß beim Überqueren des Zielstrichs, dass der Toursieg ihm gehört. (Quelle: dpa)

Gefühlsausbrauch: Bradley Wiggins weiß beim Überqueren des Zielstrichs, dass der Toursieg ihm gehört. (Quelle: dpa)

Bradley Wiggins hat nichts mehr anbrennen lassen und die 99. Tour de France gewonnen. Der Sky-Kapitän setzte sich beim letzten Zeitfahren über 53,5 Kilometer nach Chartres vor seinem Teamkollegen Christopher Froome und dem Spanier Luis Leon Sanchez durch. (Das Etappenergebnis im Überblick)

Damit ist dem 32-Jährigen das Gelbe Trikot nicht mehr zu nehmen, da auf der Schlussetappe nach Paris am Sonntag traditionell ein Nichtangriffspakt der Favoriten herrscht. Nur ein Sturz kann seinen Sieg noch verhindern. Wiggins gelang mit dem Tour-Triumph Historisches. Er ist der erste Brite, der die Frankreich-Rundfahrt gewinnt und gehört nun auch nach seinen starken Leistungen bei der Tour zu den Top-Favoriten im Olympischen Zeitfahren am 1. August in London. (Gesamtwertung im Überblick)

"Unbeschreibliches Gefühl"

"Ich bin voller Emotionen, das ist ein unbeschreibliches Gefühl", jubelte Wiggins. "Auf den letzten Kilometern ging mir so viel durch den Kopf: Die Arbeit der vergangenen Jahre, die Entbehrungen, meine Familie, mein Tour-Ausstieg 2011 nach dem Schlüsselbeinbruch und meine bisherigen Erfolge in diesem Jahr", erzählte der Brite, der schon auf der Ziellinie die Siegerfaust ballte.

Von Polizisten abgeschirmt kämpfte er sich anschließend den Weg zum Teambus frei, wo sich Trainer und Betreuer schon in den Armen lagen. "Der Lärm im Ziel war einfach unbeschreiblich", sagte er.

Wiggins Überragend - Evans schwächelt erneut

Wiggins setzte im Rennen einen Bestmarke nach der anderen. Keiner der Konkurrenten, auch nicht Froome, kam annähernd in Reichweite des Mannes im Gelben Trikot, der schon das erste Zeitfahren für sich entschieden hatte. Schon am ersten Messpunkt nach 14 Kilometern zeichnete sich Wiggins' Erfolg ab. Der frühere Bahnspezialist und Olympiasieger auf dem Holzoval distanzierte seine Gegner Sekunde um Sekunde und war letztlich 1:16 Minuten schneller als sein Teamkollege Froome.

Der enttrohnte Vorjahressieger Cadel Evans war dagegen nach seinen Einbrüchen in den Bergen nicht mehr zu einer Trotzreaktion in der Lage. Der Australier wurde auf der Strecke sogar von seinem Mannschaftskollegen Tejay Van Garderen (USA) überholt und kam abgeschlagen ins Ziel.

Klöden verpasst Top-Ten-Platz nur knapp

Der gebürtige Sachse Andreas Klöden (RadioShack) verpasste nach einer ordentlichen Fahrt den Sprung unter die besten Zehn des Gesamtklassements knapp. In Abwesenheit von Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der am ersten Ruhetag der Tour wegen eines Kahnbeinbruchs ausgestiegen war und sich nun mit dem Handicap der Handverletzung auf Olympia vorbereitet, verkauften sich die deutschen Spezialisten recht gut. Tour-Debütant Patrick Gretsch vom Team Argos hielt lange die Bestzeit und wurde am Ende als bester Deutscher glänzender Sechster.

Grabsch beißt sich durch

Auch Routinier Bert Grabsch (QuickStep) lieferte trotz einer Erkältung und der Müdigkeit dreier harter Rennwochen als 18. eine passable Leistung. "Ich bin verschnupft, wollte aber unbedingt heute noch fahren und habe mich deshalb die letzten Tage durchgequält", sagte der 37-Jährige nach seiner Generalprobe für das Olympische Zeitfahren. Grabsch, der neben Martin in London zweiter deutscher Starter ist, traut sich bei Olympia durchaus einen Coup zu. "So gut wie alles ist möglich", sagte er: "Ich habe schon öfter gezeigt, dass ich für eine Überraschung gut bin."

Nicht zuletzt sein Weltmeistertitel im Jahr 2008 gibt ihm dafür Zuversicht. Martin, der am Mittwoch in die britische Metropole aufbricht, ist indes nicht so optimistisch. "Ich habe unter Belastung immer noch Schmerzen. Eine Medaille zu gewinnen, wäre fast schon ein Wunder", sagte er. Er habe "den Traum" zwar noch nicht aufgegeben, aber "die Chancen sind natürlich nicht größer geworden", fügte der 27-Jährige an.

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