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Doping: Die Tour de France 2012 bleibt weitgehend skandalfrei

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Tour de France 2012  

Die Tour 2012 bleibt weitgehend skandalfrei

23.07.2012, 10:15 Uhr | dpa

Doping: Die Tour de France 2012 bleibt weitgehend skandalfrei. Frank Schleck wurde von seinem Team aus der Tour de France genommen. (Quelle: imago)

Frank Schleck wurde von seinem Team aus der Tour de France genommen. (Quelle: imago)

Die 99. Frankreich-Rundfahrt lässt keinen Vergleich zu mit den Skandal-Touren von 1998, 2006, 2007 oder 2008 zu. Trotzdem war das Dauerthema Doping ständiger Begleiter der diesjährigen Ausgabe. Zuerst warf Lance Armstrong dunkle Schatten, dann wurde Rémy di Grégorio von der Polizei festgesetzt und schließlich Frank Schleck mit einer positiven Kontrolle hochgenommen.

Wiggins zelebriert seinen historischen Triumph

Der Brite zieht sogar noch einmal den Sprint für Cavendish an.

Der Brite zieht sogar noch den Sprint für Cavendish an.


Mit Blick auf die bewegte Vergangenheit ist das kein Horrorszenario, aber auch der Beweis, dass die Problematik der Tour wie eine Zecke im Pelz sitzt.

Armstrong sorgt für Diskussionsstoff

Die USADA-Ermittlungen gegen den Rekordsieger Armstrong, die auch zum Tour-Aus des RadioShack-Chefs Johan Bruyneel geführt hatten, beeinträchtigten das viel beachtete Sommertheater in Frankreich von Beginn an. Fast täglich neue Wendungen in dem Fall lieferten immer wieder Diskussionsstoff. Am ersten Ruhetag gelangte Bergspezialist di Grégorio, gegen den seit Monaten ermittelt worden war, zu zweifelhafter Prominenz: Der Franzose wurde wegen angeblichen Dopinghandels der Staatsanwältin in Marseille überstellt. Das Verfahren läuft, Di Grégorio ist sich keiner Schuld bewusst.

Für Frank Schleckt ist die Tour vorzeitig beendet

Am zweiten Tour-Ruhetag erschütterte der erste auffällige Dopingtest die Tour. Der Weltverband UCI hatte über die positive A-Probe des Vorjahresdritten Frank Schleck informiert, im Urin des Luxemburgers wurden Spuren des Diuretikums Xipamid festgestellt. Seine Mannschaft RadioShack nahm den Teamkollegen von Jens Voigt und Andreas Klöden aus dem Rennen - und war sich des Beifalls des Tour-Direktors Christian Prudhomme sicher. Schleck hätte weiterfahren dürfen, weil das in seinem Körper nachgewiesene Entwässerungsmittel nicht explizit auf der Dopingliste steht.

Inzwischen hat sich die Affäre zum Kriminalfall entwickelt. Schleck vermutet einen Giftanschlag und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, nachdem auch die B-Probe Xipamid aufgewiesen hatte. Die Experten sind sich einig: Diuretika sind im Radsport bei großer Hitze und Anstrengung kontraproduktiv, weil sie Flüssigkeit und damit Mineralien ausspülen - und noch dazu sehr leicht nachzuweisen.

Blackout von Schleck?

Es gibt mehrere Erklärungsversuche. Entweder wollte Schleck andere eingenommene Mittel verschleiern, oder er wurde Opfer eines Anschlags oder hatte schlicht einen "Blackout". Die letzte Möglichkeit kann sich der Nürnberger Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel vorstellen. Er verwies auf die Harakiri-Aktion des Dopers und Armstrong-Anklägers Floyd Landis 2006.

Nach dem Verlust seines Gelben Trikots im Hochgebirge hatte der US-Profi am Folgetag - vollgepumpt mit Testosteron - wundersam zurückgeschlagen und sich wieder an die Tour-Spitze gesetzt. Wenige Tage nach seiner makabren Jubelfeier auf den Pariser Champs Elysées war er aufgeflogen und verlor als erster Gesamtsieger überhaupt im Nachhinein das Maillot Jaune. Ihm folgte jüngst Alberto Contador.

Wiggins ist genervt

Strahlende Tour-Sieger sind vor bösen Überraschungen nicht gefeit. Das weiß auch Bradley Wiggins, obwohl es in dieser Beziehung keinerlei Hinweise beim Briten gibt. Anders als seine Vorgänger Cadel Evans und Contador stellt sich der smarte Londoner dem Problem wortgewandt und offen, wenn auch in den letzten Tagen der 99. Tour verständlicherweise zunehmend genervter. Immer und immer wieder muss er seinen außerordentlichen Erfolg rechtfertigen. "Diese ständigen Fragen mit der negativen Attitüde habe ich nicht verdient."

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