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Tour de France 2013: Tony Martin gibt sich selbstbewusst

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Tony Martin: "Ich weiß, dass ich der beste Zeitfahrer bin"

24.06.2013, 17:12 Uhr | Das Interview führte Björn Lücker

Tour de France 2013: Tony Martin gibt sich selbstbewusst. Tony Martin will bei der Tour im Zeitfahren groß auftrumpfen. (Quelle: imago/Mario Stiehl)

Tony Martin will bei der Tour im Zeitfahren groß auftrumpfen. (Quelle: Mario Stiehl/imago)

Die Tour de France kann für Tony Martin kommen: Der 28-Jährige präsentiert sich in starker Form und hat sich bei der am Samstag startenden Frankreich-Rundfahrt viel vorgenommen. "Meine Konzentration gilt dem Zeitfahren. In meiner Spezialdisziplin will ich den Etappensieg holen", sagte er im Interview mit t-online.de und strotzt vor Selbstvertrauen: "Ich weiß, dass ich derzeit der beste Zeitfahrer bin."

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Zudem träumt Martin vom Gelben Trikot. "Das ist auf jeden Fall auch ein Ziel", betont der Quick-Step-Profi, der im Kampf um das Gesamtklassement einen klaren Favoriten hat.

Herr Martin: Noch wenige Tage, dann fällt der Startschuss bei der Tour de France: Wie ist die Form?
Mit den letzten Tests bei der Dauphine-Rundfahrt und der Deutschen Meisterschaft war ich zufrieden. Immerhin habe ich jeweils das Zeitfahren gewonnen, die Generalprobe für die Tour ist mir also geglückt. Die Bergform mit Blick auf das Gesamtklassement könnte noch ein bisschen besser sein, was aber nicht weiter bedenklich ist. Meine Konzentration gilt dem Zeitfahren. In meiner Spezialdisziplin will ich den Etappensieg holen.

Träumen Sie denn auch vom Gelben Trikot beim Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe?
Das ist auf jeden Fall auch ein Ziel. Wichtig ist, die ersten drei Etappen auf Korsika gut zu überstehen. Wie immer bei der Tour wird es am Anfang sehr hektisch zugehen. Bloß nicht stürzen und sich verletzen, heißt das Motto. Aber das ist auch alles ein bisschen Glückssache.

Bleiben wir bei den Etappen auf Korsika. Wie schätzen Sie die Strecken ein?
Vor allem die zweite und dritte Etappe sind sehr anspruchsvoll. Glücklicherweise schicken uns die Tour-Organisatoren nicht über die typischen kleinen, verwinkelten korsischen Sträßchen mit dem schlechten Asphalt, sondern über Hauptstraßen. Aber es geht ständig rauf und runter, was die Sache nicht minder schwer macht. Zudem kann man den Ausgang der Etappen nicht vorhersagen: Macht ein Team Tempo? Kommen die Sprinter mit über die Berge? Alles völlig unklar.

Bislang sind Sie problemlos durch die Saison gekommen und haben alle Zeitfahren, bei denen Sie gestartet sind, gewonnen. Haben Sie ein bisschen Angst davor, ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt in ein Formtief zu fallen?
Nein. Dadurch, dass ich bislang von Verletzungen verschont geblieben bin, konnte ich kontinuierlich trainieren und so eine stabile Form aufbauen. Ich bin sehr motiviert und weiß, dass ich derzeit der beste Zeitfahrer bin.

Ihnen winken ja sogar zwei Etappensiege. Die Zeitfahren auf der 11. und 17. Etappe sind aber mit 33 und 32 Kilometer nicht allzu lang. Vorteil oder Nachteil?
Die 33 Kilometer des ersten Zeitfahrens sind genau richtig, damit kann ich gut leben. Das Zweite habe ich bereits abgehakt, das sind vom Profil her praktisch zwei aufeinanderfolgende Bergzeitfahren. Ich sehe da nicht einen Meter, wo man ein Zeitfahrrad benutzen sollte. Ich halte es für unrealistisch, dass ich da vorne mitfahren kann.

Mit Bradley Wiggins und Fabian Cancellara sind zwei Ihrer ärgsten Konkurrenten nicht dabei. Wer kann Sie denn überhaupt im Kampf gegen die Uhr schlagen?
So einfach, wie es ausschaut, ist es leider nicht. Wir haben es letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft gesehen, bei der Tylor Phinney mir ein hartes Rennen lieferte. Am Ende lag er nur fünf Sekunden zurück, das war eine ganz enge Kiste. Phinney halte ich auch bei der Tour für einen meiner ärgsten Konkurrenten. Auch auf Adriano Malori von Lampre muss ich aufpassen. Er war in diesem Jahr schon einige Male dicht an mir dran. Und dann wäre da noch Christopher Froome, der ja um den Gesamtsieg fährt. Ich gebe mich da nicht zu selbstsicher, sondern versuche, meine Spannung hoch zu halten.

Was haben Sie - abgesehen von Ihrer Konzentration aufs Zeitfahren - noch für eine Rolle im Team Quick Step?
Ich werde sicher bei den Sprints wieder einer der Anfahrer für Mark Cavendish sein. Das hat ja in der Vergangenheit schon einige Male gut funktioniert. Vielleicht gibt es in der dritten Woche auch die Möglichkeit, in einer Ausreißergruppe um einen Etappensieg mitzufahren. Ich denke, ich habe da ziemlich viele Freiräume.

Vor welche Etappe graut es Ihnen am meisten?
Das sind die Etappen, bei denen unter dem Motto: Achtung, fertig und los von Anfang bis Ende auf Anschlag gefahren wird. Bei der Tour 2011 gab es so eine Etappe. Die Strecke war nur 120 Kilometer lang, aber mit zwei Hammerbergen bestückt. Da muss man höllisch aufpassen, in der Karrenzzeit zu bleiben.

Zuletzt haben Sie auch Kritik an der neuen Abfahrt von Alpe d’Huez geübt.
Die Etappe wird auch ein Problem, wenn die Tour-Organisatoren nicht noch in Sachen Sicherheit nachbessern. Die Straße ist sehr schmal, dazu auch noch alt und in schlechtem Zustand. Da springt dir das Vorderrad ständig hin und her. Stellenweise geht es neben der Fahrbahn 30, 40 Meter steil bergab - ohne Leitplanke. Ich will gar nicht daran denken, wenn es an dem Tag regnet und rutschig wird. Da wird - man muss es so deutlich sagen - mit dem Leben der Fahrer gespielt.

Wer sind Ihre Favoriten auf den Gesamtsieg?
Aus meiner Sicht gibt es da nur einen Namen: Christopher Froome. Wer soll ihn schlagen? Er wird in den Bergen nicht abgehängt und die Zeitfahren mit dominieren. Da hat die Konkurrenz schlechte Karten.

Und was ist mit Alberto Contador?
Beim Zeitfahren bei der Dauphine-Rundfahrt hat er auf mich drei und auf Froome zwei Minuten verloren. Und auch in den Bergen ist er nicht mehr der Alte. Mit ihm rechne ich nicht.

Wir sieht Ihr Zeitplan bis zum Startschuss in Porto Vecchio am Samstag aus?
In der ein oder anderen Trainingseinheit vor der Tour werde ich schon einmal ein bisschen Vorbelasten. Aber die Erholung steht ganz klar im Vordergrund, um dann frisch und erholt am Start zu stehen.

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