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Dopingaffäre um Laurent Jalabert sorgt für Aufregung

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Jalabert von seinem "Schatten" eingeholt

25.06.2013, 14:04 Uhr | dpa

Dopingaffäre um Laurent Jalabert sorgt für Aufregung. Von der Vergangenheit eingeholt: Jetzt steht auch Laurent Jalabert unter Dopingverdacht. (Quelle: imago/Bürhaus)

Von der Vergangenheit eingeholt: Jetzt steht auch Laurent Jalabert unter Dopingverdacht. (Quelle: imago/Bürhaus)

Der Nächste, bitte! Nach der halbgaren Beichte von Jan Ullrich hat die Dopingaffäre um den französischen Ex-Weltmeister Laurent Jalabert kurz vor dem Start der 100. Tour de France für neue Aufregung gesorgt. Das Endlos-Thema Doping hat die am Samstag beginnende Jubiläumsausgabe des französischen Nationalheiligtums schon jetzt wieder fest im Griff.

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"Jalabert von seinem eigenen Schatten eingeholt", schrieb die Sporttageszeitung "L'Équipe" und berichtete in ihrer Ausgabe umfangreich von einer positiven Dopingprobe des Ex-Profis aus dem Jahr 1998. 2004 sei in Nachtests bei einer Kontrolle des ehemaligen Weltranglisten-Ersten vom 22. Juli 1998 nach der Bergetappe zum Plateau de Beille das Blutdopingmittel EPO nachgewiesen worden. Das gehe aus der Untersuchung der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats hervor.

Weder falsch noch wahr

Jalabert reagierte überrascht - weniger von den Schlagzeilen, als vielmehr vom Zeitpunkt. "Ich kann nicht sagen, dass es falsch ist. Ich kann auch nicht sagen, es ist wahr", erklärte er dem französischen TV-Sender France 2. Der Ex-Radprofi soll bereits bei seiner Anhörung vor der Anti-Doping-Kommission unter Eid ausgesagt haben, dass er nicht sicher sagen könne, dass er in seiner Karriere "nichts Illegales" gemacht habe. Dabei ließ er durchblicken, dass er von den Ärzten womöglich unbewusst gedopt worden sei. Er habe aber nie Ärzte auf eigenem Bestreben zu Dopingzwecken aufgesucht.

Jalabert fuhr 1998 beim spanischen Rennstall ONCE. Teamchef war damals Manolo Saiz, einer der Drahtzieher im Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes. Zu den Fahrerkollegen zählte der Belgier Johan Bruyneel, der ein Jahr später als Teamchef mit dem inzwischen tief gestürzten Radstar Lance Armstrong eine sieben Jahre währende Regentschaft im Radsport mit zweifelhaften Methoden aufbaute.

Das komplette ONCE-Team war während der wenig ruhmreichen Tour 1998 ausgestiegen. Im Zuge des Skandals um den Festina-Betreuer Willy Voet hatten die Fahnder zahlreiche Razzien durchgeführt, viele Teams flüchteten, nur 14 von 21 Mannschaften erreichten noch Paris.

"Mein Ruf ist angekratzt"

Die Anti-Doping-Kommission hatte seit dem 14. März dieses Jahres insgesamt 84 Personen befragt, darunter auch Jalabert. Der Bericht soll am 18. Juli veröffentlicht werden. "Ich weiß nicht, ob all das wahr ist. Ich habe keine Beweise. Ich weiß auch nicht, ob es andere Namen gibt, aber mein Name ist rausgekommen und mein Ruf ist angekratzt", sagte Jalabert dem Radiosender RTL.

Die Anti-Doping-Kommission wollte die Enthüllungen zu "Jaja", wie der in Frankreich äußerst beliebte 44-Jährige gerufen wird, weder bestätigen noch dementieren. Jalabert gewann in seiner Karriere drei Etappen bei der Tour und war zweimal Sieger in der Punktewertung (Grünes Trikot/1992 und 1995) und der Bergwertung (Gepunktetes Trikot/2001 und 2002). Zuletzt hatte Jan Ullrich gestanden, Blutdoping betrieben zu haben.

Verzicht auf TV-Tätigkeit

Jalabert reagierte auch insofern auf die Dopinganschuldigungen und trat von seiner Tätigkeit als TV- und Radioexperte zurück. Der 44-Jährige sollte für den französischen Radiosender RTL Radio und das französische Fernsehen von der France berichten.

"Ich habe diesen Entschluss gefasst, um eine Verteidigung vorzubereiten", sagte der Ex-Profi: "Ich möchte nicht, dass diese Ereignisse die 100. Tour oder das Bild meiner Partner trüben." Der zuständige Direktor des französischen Fernsehens, Daniel Bilalian, bedauerte den Entschluss.

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