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Tour de France 2013: Marcel Kittel auf dem Rad-Olymp angekommen

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Marcel Kittel ist auf dem Rad-Olymp angekommen

30.06.2013, 14:09 Uhr | sid

Tour de France 2013: Marcel Kittel auf dem Rad-Olymp angekommen. Marcel Kittel im Gelben Trikot. (Quelle: dpa)

Marcel Kittel im Gelben Trikot. (Quelle: dpa)

Den schönsten Tag seines Lebens ließ Marcel Kittel mit einer Flasche Champagner ausklingen. Auf das Gelbe Trikot und den Sieg bei der Auftaktetappe der 100. Tour de France stieß der gefeierte deutsche Radprofi im Kreise seiner Teamkollegen und Betreuer gebührend an, ehe er um 23 Uhr glücklich, erschöpft und noch immer fassungslos ins Bett fiel. (Etappenergebnis im Überblick)

Der 25-Jährige ist auf Korsika in den Rad-Olymp aufgestiegen. "Es fühlt sich an wie Gold auf meinen Schultern", sagte Kittel, dem es nach dem Etappensieg sichtlich schwerfiel, die unwirkliche Situation zu begreifen. Auf der Pressekonferenz schloss Kittel immer wieder sekundenlang die Augen, hielt inne und versuchte, das Erreichte zu realisieren. Den Plüschlöwen für den Träger des Gelben Trikots umklammerte der 1,88 Meter große Hüne so fest, dass er den begehrten Preis beinahe beschädigte.

Kittel dankt seinem Team

Tausende Gedanken gleichzeitig schossen Kittel nach der Erfüllung eines Lebenstraumes durch den Kopf. Vermutlich erinnerte er sich an die schwere Zeit in den Jahren 2009 und 2010, als ihn Verletzungen und Krankheiten immer wieder zurückwarfen und seine Profikarriere bedrohten. Er verspürte Dankbarkeit seinem Team gegenüber, das ihn vor zwei Jahren trotz allem das Vertrauen schenkte - das Kittel seitdem mit Siegen zurückzahlt.

"Ich habe eine großartige Mannschaft gefunden, die besonders junge Fahrer sehr unterstützt. Sie haben an mich geglaubt", sagte Kittel, der für Argos-Shimano in die Pedale tritt.

Durch die Eltern zum Radsport

Auch seine Eltern, die an seiner Entscheidung für den Radsport maßgeblich beteiligt waren und nie an ihm zweifelten, spielten in Kittels Gedanken- und Gefühlschaos eine Rolle. Als Zuschauer nahm Marcel Kittels Vater, früher selbst Radrennfahrer in der DDR, seinen Sohn bei der Tour de France 2002 mit an die Strecke zur Bergankunft in Les Deux Alpes.

"Wir haben dort gecampt, ein bisschen gegrillt. Das Rennen und seine Geschichte haben mich sofort fasziniert", erzählte Kittel. Am Samstag jubelte Kittel senior nun seinem Sprössling zu, der im heimischen Arnstadt für eine unvergessliche Feier sorgte.

Geburtstagsgeschenk für die Mutter

"Meine Mutter hatte am 26. Juni ihren 50. Geburtstag. Heute hat sie mit der Familie und Freunden auf der Leinwand zugeschaut und noch ein bisschen gefeiert. Ich glaube, nein, ich hoffe, sie hat geheult", sagte Kittel und fügte lachend hinzu: "Ich denke, ich habe ihr das schönste Geschenk gemacht."

Kittel selbst belohnte sich für einen rasanten Aufstieg, der nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Diese Entwicklung ist keinesfalls ein Zufall. "Wir haben uns jedes Jahr in allen Bereichen ein bisschen gesteigert und jetzt unser großes Ziel erreicht, eine Etappe bei der Tour zu gewinnen. Heute kann ich sagen, okay, ich bin unter den Besten angekommen", sagte Kittel, der sich als Teil einer jungen Generation versteht, die die dunklen Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen will.

Klare Botschaft gegen Doping

Am linken Handgelenk trägt Kittel ein blaues Armband, auf dem eine Anti-Doping-Botschaft zu lesen ist. "Ich bin auch stolz auf diesen Sieg als ein Zeichen, dass du in der Tour sauber gewinnen kannst", sagte Kittel. Der erste deutsche Träger des Gelben Trikots seit Dopingsünder Stefan Schumacher 2008 weiß um seine Verantwortung.


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