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Tour de France 2013: Martin-Team verpasst Sieg nur um Millimeter

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Martin-Team verpasst Sieg nur um Hundertstel

03.07.2013, 07:17 Uhr | dpa, sid

Tour de France 2013: Martin-Team verpasst Sieg nur um Millimeter. Tempomacher: Tony Martin (vorne) gibt im Team Omega-Pharma Quick-Step die Schlagzahl vor. (Quelle: dpa)

Tempomacher: Tony Martin (vorne) gibt im Team Omega-Pharma Quick-Step die Schlagzahl vor. (Quelle: dpa)

Er hat sich gequält und völlig verausgabt, doch am Ende fehlte Tony Martin mit seinem Team die Winzigkeit von 75 Hundertstel Sekunden zum ersehnten Tagessieg bei der 100. Tour de France. Der Zeitfahr-Weltmeister - gehandicapt von einer Lungenprellung und einer tiefen Fleischwunde am Ellenbogen - musste sich mit seinen Kollegen vom Team Omega Pharma-Quick Step im Mannschaftszeitfahren in Nizza über 25 Kilometer mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. (Etappenergebnis im Überblick)

Stattdessen holte sich das Team Orica-GreenEdge in 25:56 Minuten den Tagessieg. Die australische Mannschaft stellt in Simon Gerrans, dem Sieger vom Vortag, auch den neuen Träger des Gelben Trikots. Der Sieger brach mit einem Mittel von 57,8 Stundenkilometern bei der rasenden Fahrt vor vielen Zehntausend Zuschauern sogar den Tour-Rekord für Teamzeitfahren. Die alte Bestmarke - die Wertigkeit sei dahingestellt - datiert aus dem Jahr 2005. Discovery Channel mit Lance Armstrong an der Spitze hatte 57,3 Stundenkilometer im Schnitt erreicht. Allerdings war die Strecke vor acht Jahren mit 67,5 Kilometern mehr als doppelt so lang.

Martin: "Das ist unheimlich enttäuschend"

"So ein Rennen mit weniger als einer Sekunde zu verlieren, ist unheimlich enttäuschend. Wir hätten den Erfolg nach all dem Pech der letzten Tage gebrauchen können. Jetzt müssen wir sehen, dass wir wieder Moral bekommen", sagte Martin.

Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister war einmal mehr über sich hinausgewachsen - und wie üblich bescheiden geblieben. "Das Team war zu stark, als dass ich mich groß hätte hervortun können. Ich habe mich gut gefühlt, allerdings nicht überragend wie bei der WM im Vorjahr. Aber das war ja mit meinen Verletzungen auch nicht zu erwarten", sagte der 28-Jährige. Am Samstag zum Tour-Auftakt hatte Martin beim Massensturz in Bastia schwere Verletzungen erlitten. Er wollte aber unbedingt den Sieg in Nizza und hatte dafür die großen Opfer in Kauf genommen. Doch es sollte nicht reichen.

Der Mann in Gelb flachst

Die Australier waren beim Auftakt mit ihrem unglücklichen Busfahrer, der die Ziellinie in Bastia blockiert hatte, noch zum Gespött der Tour geworden. Am Dienstag konnten sie nach ihrem Überraschungssieg jubeln und in Gerrans den neuen Mann im Gelben Trikot präsentieren.

Gerrans flachste nach seinem Triumph: "Vielleicht zahlt der Busfahrer ja heute Abend die Flasche Champagner". Der Träger des Gelben Trikots fühlte sich auf Wolke sieben. "Das ist Wahnsinn. Es gibt so wenige Leute, die die Chance haben, das Trikot zu tragen - und ich gehöre dazu."

Contador nur sechs Sekunden hinter Froome

In Sachen Gesamtsieg gab es noch keinen Fingerzeig. Die drittplatzierte Sky-Truppe um Top-Favorit Christopher Froome fuhr lediglich sechs Sekunden auf die Mannschaft Saxo-Bank und deren Kapitän Alberto Contador heraus.

André Greipels Lotto-Belisol-Team, längst nicht so spezialisiert wie Omega, war erstaunlich stark. Die Belgier brauchten 26:13 Minuten. Der Mittwoch ist allerdings der wichtigere Tag. Auf dem fünften Teilstück von Cagnes sur Mer nach Marseille bietet sich Greipel nach dem Frust von Bastia die nächste Siegchance. "Man kann natürlich nicht sicher sein, aber wir wollen die Möglichkeit nutzen", sagte Greipel.

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