Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Tour de France 2013: Tony Martin will in Zukunft den Sieg

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Tony hat den Motor, um die Tour zu gewinnen"

10.07.2013, 07:33 Uhr | sid

Tour de France 2013: Tony Martin will in Zukunft den Sieg. Tony Martin setzt sich große Ziele. (Quelle: imago/Rene Schulz)

Tony Martin setzt sich große Ziele. (Quelle: Rene Schulz/imago)

Die Vorstellung, Tony Martin in Paris auf dem Podium zu sehen, klingt derzeit fast nach Fiktion. Doch der 28-Jährige will dieses Projekt mittelfristig ernsthaft ins Auge fassen. Der deutsche Radprofi peilt bei der 100. Tour de France wie gewohnt im Zeitfahren den Sieg an, nach der Straßen-WM im September soll dann seine Verwandlung zum Klassement-Anwärter beginnen.

Tour de France 2013 
Tour de France 2013: Etappen und Sieger

Alle News und Infos zur Frankreich-Rundfahrt 2013. mehr

"Es wäre schön, noch mal neue Ufer zu erreichen und sich neue, größere Ziele zu setzen", sagte Martin am Rande der Frankreich-Rundfahrt.

Die Kilos müssen runter

Dem Quick Step-Profi wird seit Jahren das nötige Potenzial bescheinigt, doch die konsequente Ausrichtung des zweimaligen Zeitfahr-Weltmeisters auf seine Paradedisziplin passte nicht zu einem Angriff auf die Gesamtwertung. Wenn der gebürtige Cottbuser eine vordere Platzierung bei der Tour anstrebte, musste er seine Hoffnungen immer schon an den ersten Bergen begraben. Das soll sich ändern, in dem Martin kontrolliert Gewicht verliert und sein bisher kraftintensives Training umstellt.

Martin wird sich in den kommenden Monaten Gedanken machen, wie er konkret Training und Körper anpassen kann. "Wenn man sieht, welche Hungerhaken da vorne herumfahren, dann müssen mehr als nur zwei, drei Kilo runter", sagte er und verwies auch auf den Körperbau von Tour-Topfavorit Christopher Froome, der bei einer Größe von 1,86 Meter nach eigener Aussage 67 Kilo auf die Waage bringt. "Jedes Kilo sind fünf bis sechs Watt weniger Kraftaufwand", betonte Martin, der ähnlich groß, aber deutlich schwerer als Froome ist.

Neue Herausforderungen

Martins Körperfettanteil sei am Limit, aber ungefähr vier Kilo an Muskelmasse müsse er loswerden, sagte der deutsche Quick-Step-Teamarzt Helge Riepenhof, der die Pläne unterstützt und für folgerichtig hält. Im Zeitfahren sei Martin der Beste der Welt, also solle er neue Herausforderungen angehen. "Tony hat den Motor, um die Tour zu gewinnen, und außergewöhnliche Regenerationsfähigkeiten. Aber die schweren Muskeln müssen weg, er muss zum Bergfahrer werden." Realistisch sei es, sagte Riepenhof, irgendwann das Podium in Paris anzuvisieren. "Der Sieg hängt auch vom Team ab."

Als Martin 2011 letztmals einen Spitzenplatz anpeilte, wurde er bereits während der ersten Pyrenäen-Etappe am Col du Tourmalet abgehängt. Diese Enttäuschung saß so tief, dass er sich von allen Klassement-Ambitionen erst einmal verabschiedete und sich auf Tagessiege konzentrierte, wie den 2011 beim Einzelzeitfahren in Grenoble. In den Bergen sorgte Martin nur einmal für Aufsehen, als er 2009 bei seinem Tour-Debüt am Mont Ventoux Zweiter wurde.

Kollegen unterstützen die Pläne

Seine Metamorphose zum Rundfahrer soll aber nicht schlagartig vollzogen werden, sondern stetig. Im kommenden Jahr ist die Tour-Gesamtwertung daher wohl noch kein Thema. 2015 könnte der richtige Zeitpunkt gekommen sein, falls Martin dann auch der Parcours entgegenkommt. "Ich würde es schon gerne noch mal versuchen, wie und wann weiß ich aber noch nicht", sagte er.

Seine deutschen Kollegen sind von den Plänen angetan. "Wenn Tony mal eine für ihn gute Tour erwischt, hat er schon Chancen", betonte Marcel Kittel. Dessen Argos-Teamgefährte John Degenkolb stimmte zu: "Wenn Tony bei einer Grand Tour in die Top Ten fährt, das wäre super. Etwas Besseres könnte dem deutschen Radsport nicht passieren." Gerade weil die Gesamtwertung in Deutschland so eine hohe Bedeutung habe. 'Wenn du um das Gelbe Trikot mitkämpfst, das schwebt über allem anderen", sagte Degenkolb.

"Wenn ich nicht gewinne, wäre das eine Enttäuschung"

An seiner "Passion", dem Zeitfahren, wird Martin aber auch zukünftig festhalten. Am Mittwoch möchte er sich auf den 33 Kilometern von Avranches zum Mont-Saint-Michel den zweiten Tour-Etappensieg seiner Laufbahn holen. "Ich bin extrem selbstsicher", sagte Martin: "Wenn ich nicht gewinne, wäre das eine herbe Enttäuschung." Froome sieht er als härtesten Widersacher, doch angesichts der Leiden nach seinem schwerwiegenden Auftaktsturz will er sich mit diesem Triumph unbedingt entschädigen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal