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Tour de France 2013: Tony Martin verhindert "moralischen Super-Gau"

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"Das wäre der moralische Super-Gau gewesen"

11.07.2013, 09:26 Uhr | t-online.de, sid

Tour de France 2013: Tony Martin verhindert "moralischen Super-Gau". Tony Martin gibt alles auf den letzten Metern - mit Erfolg. (Quelle: AP/dpa)

Tony Martin gibt alles auf den letzten Metern - mit Erfolg. (Quelle: AP/dpa)

Tony Martin hatte sein Zeitfahren bei der 100. Tour de France längst beendet, da schnellte der Puls des Deutschen noch einmal steil in die Höhe. Sorgenvoll und mit verschränkten Armen beobachtete der 28-Jährige, wie ihm Christopher Froome den Sieg beim Zeitfahren der elften Etappe im letzten Moment zu entreißen drohte. Erst eine, dann über zwei Sekunden betrug der Vorsprung des Briten, der im Gelben Trikot dem Ziel entgegenjagte. (12. Etappe jetzt im Live-Ticker: Greipel will die Ravanche).

Doch schließlich löste sich die Anspannung im Gesicht des Deutschen. Froome hatte das Tempo auf den letzten Kilometern nicht halten können, Tony Martin hatte Gewissheit. Mit zwölf Sekunden Vorsprung entschied er das 33 Kilometer lange Rennen für sich - und das trotz seiner tiefen Fleischwunde am Ellbogen nach einem Sturz auf der ersten Etappe. Im Interview spricht er über die bangen Minuten bei seinem Zittersieg und zieht eine Tour-Zwischenbilanz der deutschen Fahrer. "Wir haben bisher einen Riesenjob gemacht." (Weitere News finden Sie in unserem Tour-Blog)

Endlich ein positiver Tag für Sie bei dieser Tour de France. Wie groß war das Zittern, bis Christopher Froome ins Ziel kam?
Das war einer der schlimmsten Krimis, die ich je miterleben musste. Es war unbeschreiblich. Es war schon fast kein Zittern mehr, sondern schon Enttäuschung. Ich konnte es gar nicht glauben, dass die Zeit abgelaufen war, als Froome ins Ziel kam. Ich hatte schon wieder an einen Tag voller Pech gedacht und daran, mit ein oder zwei Sekunden zu verlieren. Das wäre für mich der moralische Super-Gau gewesen."

Tour de France 2013 
Tour de France 2013: Etappen und Sieger

Alle News und Infos zur Frankreich-Rundfahrt 2013. mehr

Wie wertvoll ist dieser Sieg nach dem Sturz zum Auftakt und der knappen Niederlage im Mannschaftszeitfahren?
Es war für mich die einzige hundertprozentige Chance auf ein Highlight bei dieser Tour. Ich habe alle Energie reingelegt, alles in die Waagschale geworfen, was ich hatte. Deshalb hat der Sieg eine große Bedeutung für mich. Der heutige Tag gibt mir sehr viel Moral. Ich freue mich im Moment eher innerlich, ich muss das erst mal sacken lassen.

Marcel Kittel hat zwei Etappen gewonnen, Andre Greipel einmal und jetzt Sie. In vier von elf Etappen gab es einen deutschen Erfolg. Was sagt das über den deutschen Radsport aus?
Wir haben auch mit diesen Ergebnissen einen großen Schritt nach vorn getan. Ich hoffe, dass der deutsche Radsport davon profitiert, das war immer ein großes Ziel von uns. Wir haben bisher in der Tour de France einen Riesenjob gemacht, und ich bin auch stolz auf meine Kollegen. Ich hoffe, die Leute sehen und erkennen das. Ich wünsche mir, dass vielleicht auch manche Fans, die sich abgewendet haben, zurückkommen und der Radsport in Deutschland wieder wächst.

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