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Tour de France 2013: Franzosen ohne Verständnis für die Deutschen

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Franzosen haben kein Verständnis

12.07.2013, 07:13 Uhr | dpa, t-online.de

Tour de France 2013: Franzosen ohne Verständnis für die Deutschen. Die Franzosen lieben ihre Radsportler: Thomas Voeckler wird 2012 angefeuert. (Quelle: imago/GEPA pictures)

Die Franzosen lieben ihre Radsportler: Thomas Voeckler wird 2012 angefeuert. (Quelle: GEPA pictures/imago)

Die Franzosen feiern die 100. Auflage ihrer Tour de France, für die Highlights sorgen aber meist die Radprofis aus Deutschland. Während die Grande Nation immer noch auf einen Etappensieg eines einheimischen Fahrers wartet, feiern die Deutschen einen Tageserfolg nach dem anderen. Tony Martins Triumph im Einzelzeitfahren war der vierte Etappensieg eines deutschen Fahrers, Marcel Kittels dritter Sieg auf der 12. Etappe der fünfte Triumph. Mit einem Etappenerfolg hat André Greipel seinen Teil zur erstklassigen Bilanz beigetragen. Die Radsport-Welt - und ganz besonders Frankreich - staunt, dass die Erfolge der Seriensieger im öffentlich-rechtlichen Heim-TV nicht live zu sehen sind.

Fünf Etappensiege stellen bislang die zweitbeste deutsche Bilanz bei der Frankreich-Rundfahrt dar. Besser waren die deutschen Radprofis bisher nur 1977 (fünf Etappensiege von Didi Thurau und einer von Klaus-Peter Thaler). 1997 gewannen die deutschen Profis ebenfalls fünf Teilstücke (drei Tagessiege von Erik Zabel und zwei von Jan Ullrich). Die deutsche Erfolgsgeschichte beim Jubiläum löste auch teamübergreifend Freude aus. "Ich bin auch stolz auf die Erfolge meiner deutschen Kollegen", sagte Martin mit Blick auf die beiden deutschen Top-Sprinter Greipel und Kittel, der für einen Tag sogar in Gelb fahren durfte.

Einschaltquoten waren in den Keller gegangen

ARD und ZDF sind seit der Tour 2012 nicht mehr live dabei - und dabei soll es auch bleiben. "Es gibt derzeit keine Pläne, zu einer Live-Berichterstattung über die Tour zurückzukehren", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Deutsche Radsportfans, die die Siege ihrer Landsleute live miterleben wollen, müssen auf Eurosport ausweichen. Die Öffentlich-Rechtlichen hatten sich wegen des massiven Dopingproblems im Radsport aus der Live-Berichterstattung zurückgezogen. Die Skandale hatten auch die Einschaltquoten in den Keller gehen lassen.

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Vor allem den Gastgebern fehlt das Verständnis, warum die Erfolge der Radprofis aus dem Nachbarland dort nicht gebührend gefeiert werden. Denn von solch einer Bilanz können die Franzosen bei ihrer großen Jubiläumsfeier nur träumen. Ein Etappensieg sprang noch nicht heraus. Der große Hoffnungsträger für die Gesamtwertung, Thibaut Pinot, liegt als 48. abgeschlagen im Hintertreffen. Der beste französische Sprinter, Nacer Bouhanni, ist nicht mehr dabei. Dass in Pierre Rolland immerhin ein einheimischer Profi das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers trägt, ist nur ein schwacher Trost. Der letzte Toursieger aus Frankreich war 1985 Bernhard Hinault.

"Großes Loch in fünf Jahren"

Allerdings darf sich auch der Radsport hierzulande nicht in Sicherheit wiegen. Martin, Kittel und Co. fahren alle in ausländischen Teams, weil es seit 2010 (Milram) keinen erstklassigen deutschen Rennstall mehr gibt. "In fünf Jahren gibt es ein großes Loch", fürchtet Gerald Ciolek. Der Sieger von Mailand-San Remo kann zur deutschen Erfolgsbilanz bei der Tour nichts beitragen. Sein zweitklassiges Team MTN-Qhubeka erhielt keine Einladung nach Frankreich.

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