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Tour de France 2013: Tony Martin wird "es nochmal probieren"

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Martin: "Werde es nochmal probieren"

16.07.2013, 09:56 Uhr | t-online.de

Tour de France 2013: Tony Martin wird "es nochmal probieren". Tony Martin freut sich bereits aufs Tour-Finale in Paris. (Quelle: imago/GEPA pictures)

Tony Martin freut sich bereits aufs Tour-Finale in Paris. (Quelle: GEPA pictures/imago)

Das Interview führte Johann Schicklinski

Vom Pechvogel zum Etappengewinner: Nachdem Tony Martin auf der ersten Etappe der 100. Tour de France schwer gestürzt war, erfüllte er sich in der zweiten Woche der Frankreich-Rundfahrt seinen Traum vom Etappensieg. (Die Ergebnisse im Überblick)

Im Interview mit t-online.de verrät der Rad-Star, welche Ziele er in der letzten Tour-Woche anstrebt, wie Chris Froome doch noch zu schlagen ist und warum er sich auf Paris freut.

Herr Martin, wie fällt ihr Fazit nach zwei Wochen bei der Tour de France aus?

Tony Martin: Schlussendlich trotz des sehr unglücklichen Beginns für mich sehr positiv. Schließlich wollte ich unbedingt einen Etappensieg – und das Ziel habe ich ja erreicht. Damit hätte ich direkt nach meinem Sturz auf der ersten Etappe nicht unbedingt gerechnet. Natürlich war auch eines der Ziele, das Gelbe Trikot zu holen. Das hat leider nicht geklappt. Aber aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben, ich werde es in Zukunft wieder probieren.

Sind Sie körperlich gut zwei Wochen nach Ihrem Sturz wieder voll auf der Höhe?

Nein, ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Das wird auch noch ein bisschen dauern, es sind ja erst zwei Wochen rum. Unter der Belastung der Tour de France kann der Körper ja ohnehin nicht zu 100 Prozent regenerieren. Aber ich bin trotzdem zufrieden, wie es gelaufen ist. Es gab keine Infektionen, ich habe lediglich noch ein paar offene Stellen. Ich hatte ja Glück im Unglück, dass ich überhaupt weiterfahren konnte.

Hat es auch an der „Wundersalbe“ Ihres Mannschaftsarztes Dr. Helge Riepenhof gelegen, dass sich keine Infektionen gebildet haben?

Es ist tatsächlich so, dass er mit einem Wattestäbchen Asphaltproben genommen und sie untersucht hat. Dann hat er mit seinen Helfern geschaut, welche Bakterien in dem Dreck vorhanden waren und danach zielgerichtet eine Salbe dagegen entwickelt. Anhand meines Heilungsprozesses muss ich sagen, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat.

Ihnen geht es ja jetzt von Tag zu Tag besser. Ist es eine Option, sich in den Alpen einer Ausreißergruppe anzuschließen und um einen zweiten Tagessieg zu kämpfen?

Ja, auf jeden Fall. Ich hatte es ja bereits am Mont Ventoux probiert, aber kein Glück. Dafür war dort ein Teamkollege von mir mit in der Spitzengruppe. Aber ich werde mein Glück sicher nochmal probieren.

Chris Froome hat gezeigt, dass er der aktuell beste Fahrer ist. Sie hatten bereits vor der Tour auf ihn gesetzt. Kann ihm der Sieg noch genommen werden?

Unter realistischen Umständen nicht. Natürlich kann immer etwas wie ein Sturz passieren, aber ansonsten ist er zu stark. Auch wenn seinem Team Sky schon zwei Mann fehlen.

Liegt darin noch eine Chance für seine Konkurrenten?

Höchstens, wenn es bereits zu Etappenbeginn passiert. Wenn da zu einem günstigen Moment attackiert wird, kann vielleicht noch etwas passieren. Das müsste dann aber schon ein strategischer Geniestreich von einer Mannschaft sein, die noch mehrere Eisen im Feuer hat. Jedem kann Froome auch nicht hinterherfahren. Im direkten Vergleich hat gegen ihn im Moment aber sicher keiner eine Chance.

Was erwarten Sie von der letzten Tour-Woche?

Momentan denke ich nur an die Alpen, hier werde ich ja noch einmal meine Chance suchen. Aber klar hat man auch im Hinterkopf, dass die Tour in sechs Tagen Paris erreicht. Da freue ich mich dann schon drauf, zumal dann auch meine Freundin nach Frankreich kommt und mich dort in Empfang nimmt.

Tour de France 2013 
Tour de France 2013: Etappen und Sieger

Alle News und Infos zur Frankreich-Rundfahrt 2013. mehr

Sie hatten angekündigt, nach der Straßen-WM im September die Verwandlung vom Zeitfahr-Spezialisten zum Klassement-Anwärter starten zu wollen. Wie wollen Sie das konkret angehen?

Irgendwann will ich das angehen, aber die Äußerung letzte Woche war eine Ankündigung, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkretisieren kann. Ich weiß ehrlich gesagt selbst noch nicht, in welchem Zeitraum und in welcher Art und Weise ich das machen werde. Momentan bin ich bei der Tour, die Umschulung ist ein langfristiges Ziel.

Sehen wir Sie in naher oder ferner Zukunft auf dem Treppchen in Paris?

Bei der Tour vorne mitzufahren bleibt ein Traum von mir.

(Mehr zu Tony Martin finden Sie auf seiner Website: www.tony-martin.de)

Weitere News finden Sie in unserem Tour-Blog

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