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Tour de France: Beste deutsche Bilanz seit 36 Jahren

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Beste deutsche Tour-Bilanz seit 36 Jahren

22.07.2013, 10:14 Uhr | sid

Tour de France: Beste deutsche Bilanz seit 36 Jahren. Marcel Kittel fuhr vier Etappensiege ein. (Quelle: AP/dpa)

Marcel Kittel fuhr vier Etappensiege ein. (Quelle: AP/dpa)

Shooting-Star Marcel Kittel krönte seine "Bomben-Tour" mit dem prestigereichen Sieg auf den Champs-Elysees, Tony Martin belohnte sich für seine Zähigkeit, und auch die alte Garde um Jens Voigt bewies Kämpferherz: Die deutschen Fahrer haben bei der 100. Frankreich-Rundfahrt für Furore gesorgt und mit dem erfolgreichsten Abschneiden seit 36 Jahren beste Werbung für den Radsport betrieben.

Mit sechs Etappensiegen stellten sie den nationalen Rekord von 1977 ein, als Dietrich Thurau (5) und Klaus-Peter Thaler (1) auf die gleiche Anzahl an Tageserfolgen gekommen waren. "Eine phantastische Leistung. Der Triumph von Marcel Kittel auf den Pariser Champs-Elysees ist das Ausrufezeichen einer neuen Generation", gratulierte Präsident Rudolf Scharping vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

Kittel erfüllt sich Kindheitstraum

Wie im Märchen verlief das Rennen vor allem für Sprinter Kittel. Als Herausforderer der etablierten Größen Mark Cavendish oder auch Andre Greipel war der 25-Jährige in seine zweite Tour de France gegangen - und erfüllte sich prompt einen Kindheitstraum. "Das ist einfach geil, es ist der Hammer. Das ist mein Traum, der wahr geworden ist", sagte er.

Als seine Konkurrenten gestürzt waren, raste Kittel auf Korsika zum Sieg bei der Auftaktetappe und ins Gelbe Trikot. Er schwärmte anschließend vom besten Tag seines Lebens. "Ich muss ehrlich sagen: So eine Bomben-Tour hätte ich nicht erwartet. Die Erwartungen sind bei weitem übertroffen worden. Es ist einfach Wahnsinn", sagte Kittel der Deutschen Welle.

Cavendish: "Kittel das nächste große Ding"

Beim Auftakterfolg blieb es nicht. Auch im direkten Duell behielt Kittel die Oberhand. Auf der zehnten Etappe nach Saint-Malo hängte er Greipel auf den letzten Metern ab, zwei Tage später schob sich der Argos-Profi mit einem Tigersprung an Cavendish vorbei - eine absolute Meisterleistung.

Als "das nächste große Ding" unter den Sprintern würdigte der Brite seinen deutschen Kontrahenten. "Ich glaube, dass ich hier bei der Tour gezeigt habe, zu was ich fähig bin", sagte Kittel, für den die Tour endete, wie sie begonnen hatte: mit einem Besuch auf dem Podium.

Tony Martin: Etappensieg trotz tiefer Fleischwunde

Was er zu leisten imstande ist, bewies einmal mehr Tony Martin. Auf der ersten Etappe war der 28-Jährige schwer zu Fall gekommen, das vorzeitige Aus schien unabwendbar. Doch Martin biss auf die Zähne, quälte sich mit lädiertem Arm durch die erste Woche.

Belohnt wurde er mit dem zweiten Tour-Etappenerfolg seiner Karriere im Zeitfahren zum Mont-Saint-Michel. "Es war für mich die einzige hundertprozentige Chance auf ein Highlight bei dieser Tour. Der Sieg hat eine große Bedeutung für mich", sagte Martin, nachdem er sich mit der Frankreich-Rundfahrt versöhnt hatte.

Sieberg erreicht als einiger Deutscher nicht das Ziel

Pech hatte dagegen Greipels Anfahrer Marcel Sieberg, der sich auf der 19. Etappe einen glatten Schlüsselbeinbruch zuzog und als einziger von zehn gestarteten deutschen Fahrern Paris nicht erreichte. Nach erfolgreicher Operation war Sieberg zumindest als Zuschauer am Ziel.

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Zwei Wochen zuvor hatte Sieberg seinem Kumpel noch zum Etappensieg in Montpellier verholfen. Für den Deutschen Meister Greipel war es der insgesamt fünfte Tour-Tageserfolg. John Degenkolb war in Albi nah am Sieg, zog aber im Duell mit dem Slowaken Peter Sagan den Kürzeren.

Voigt fährt wie zu seinen besten Zeiten

Auch den Routiniers blieb der große Coup verwehrt. Jens Voigt, mit fast 42 Jahren ältester Teilnehmer der Jubiläumsausgabe, präsentierte sich bei seiner wohl letzten Grand Boucle wie zu besten Zeiten. Immer am Limit, immer angriffslustig, immer mit großem Einsatz. Auf der letzten Alpenetappe stemmte sich der Berliner als Ausreißer noch einmal gegen alle Prognosen, quasi als Reminiszenz an seine Tour-Karriere.

"Mir war klar, dass ich auf verlorenem Posten stehe. Aber hey, ich bin Jens Voigt, und das ist das, was ich jahrelang gemacht habe. Es gegen alle Chancen trotzdem versuchen", sagte er: "Die Tour hat eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Dieses Kapitel wollte ich mit einem guten Ende abschließen." Auch Radio-Shack-Teamkollege Andreas Klöden (38) hatte aus Fluchtgruppen heraus einen Tagessieg vor Augen, scheiterte jedoch zweimal am Portugiesen Rui Costa.

Martin: "Hoffe, dass die Fans zurückkommen"

"Wir haben mit diesen Ergebnissen einen großen Schritt nach vorn getan", sagte Martin zum Abschneiden der deutschen Radprofis: "Ich hoffe, die Leute sehen und erkennen das. Ich wünsche mir, dass auch manche Fans, die sich abgewendet haben, zurückkommen und der Radsport in Deutschland wieder wächst."

Im deutschen Portfolio fehlt jedoch ein Klassementfahrer, der um das Gelbe Trikot kämpfen. Martin plant, dies mit seiner Umschulung mittelfristig zu ändern.

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