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Dem Radsport droht ein Doping-Nachbeben

23.07.2013, 11:47 Uhr | sid

Dem Radsport droht ein Doping-Nachbeben. Der Radsport könnte von den Schatten der Vergangenheit eingeholt werden. (Quelle: imago/Volkmann)

Der Radsport könnte von den Schatten der Vergangenheit eingeholt werden. (Quelle: Volkmann/imago)

Drei Wochen lang zelebrierte sich der Radsport bei der 100. Tour de France mit Erfolg selbst. Doch nur drei Tage nach dem Ende der Jubiläumsausgabe droht ein schweres Doping-Nachbeben aus dem dunklen Epo-Zeitalter. Am Mittwoch will die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats ihren mit Spannung erwarteten Untersuchungsbericht veröffentlichen.

In dem Report sollen unter anderem die Ergebnisse anonymisierter Epo-Nachtests von Proben der Frankreich-Rundfahrt 1998 veröffentlicht und den getesteten Profis zugeordnet werden. Die Proben waren im Jahr 2004 anhand neuer Testverfahren überprüft worden. Angeblich sind 57 Fahrer positiv aufgefallen, auch der frühere französische Topstar Laurent Jalabert soll als Dopingsünder enttarnt worden sein. Weitere News finden Sie in unserem Tour-Blog

Noch aktive Fahrer betroffen?

Die Folgen könnten weitreichend sein, auch weil der Bericht womöglich Überraschungen bereithält. "Eventuell trifft es sogar noch aktive Fahrer", sagte Ex-Profi Jörg Jaksche, der 2007 Doping gestanden hatte: "Wenn die Zahlen, die man so hört, stimmen, ist die Wahrscheinlichkeit groß."

Jens Voigt und der Australier Stuart O'Grady waren bei der Tour 2013 noch als Teilnehmer der Skandaltour 1998 unterwegs. O'Grady erklärte seine Karriere einen Tag nach der Frankreich-Rundfahrt für beendet.

Veröffentlichung wurde verschoben

Der Bericht hatte ursprünglich am 18. Juli, dem Tag der Tour-Königsetappe nach Alpe d'Huez, veröffentlicht werden sollen. Eine Delegation der Fahrervereinigung CPA bat daraufhin um eine Verschiebung des Termins, und die Kommission kam der Bitte nach.

"Das ursprüngliche Datum hat den Anschein erweckt, dass sich die Arbeit der Kommission auf Doping im Radsport konzentriert hätte, was aber nicht dem Ziel oder dem Inhalt entspricht", hieß es in einer Mitteilung. Auch grundsätzlich hatte sich die CPA gegen eine Bekanntmachung der Namen ausgesprochen. Grundlegende Rechte der Fahrer würden verletzt, da keine Möglichkeit zur Verteidigung bestünde.

Pantani behält seinen Sieg

Unabhängig vom Inhalt des Berichtes - einen neuen Gesamtsieger der vom Festina-Skandal erschütterten Tour 1998 wird es wohl nicht geben. Pat McQuaid, Präsident des Radsport-Weltverbands UCI, versicherte, dass dem 2004 verstorbenen Radprofi Marco Pantani der Triumph nicht aberkannt wird.

Sollte die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats dem "Piraten" Epo-Doping nachweisen, würde die UCI keine Schritte zur Aberkennung unternehmen. "Die Analysen des französischen Labors im Jahr 2004 entsprechen nicht den technischen Standards für Antidoping-Tests und können daher nicht als Beweis im Rahmen von Antidoping-Untersuchungen angenommen werden. Sie würden nicht die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens ermöglichen. Außerdem sind die Prinzipien der Anonymität nicht respektiert worden", so McQuaid in einem Schreiben.

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