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Jan Ullrich und Erik Zabel stehen auf EPO-Liste der Tour 1998

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Ullrich und Zabel stehen auf Doping-Liste

24.07.2013, 13:30 Uhr | sid

Jan Ullrich und Erik Zabel stehen auf EPO-Liste der Tour 1998. Erik Zabel und Jan Ullrich sollen bei der Tour 1998 mit EPO gedopt gewesen sein. (Quelle: imago/Bürhaus)

Erik Zabel und Jan Ullrich sollen bei der Tour 1998 mit EPO gedopt gewesen sein. (Quelle: Bürhaus/imago)

Neue Vorwürfe gegen Jan Ullrich und Erik Zabel: Die beiden ehemaligen deutschen Vorzeige-Radprofis waren während der Tour de France 1998 mit EPO gedopt. Ullrich und Zabel stehen auf einer seit Wochen heftig diskutierten Liste stehen, die die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats veröffentlicht hat.

Die Kommission hatte die Ergebnisse anonymisierter Epo-Nachtests von Proben der Frankreich-Rundfahrt 1998 analysiert und den getesteten Profis zugeordnet. Die Proben waren im Jahr 2004 anhand neuer Testverfahren überprüft worden. Die Liste soll insgesamt 57 Fahrern umfassen. Auch Marco Pantani steht auf ihr. (Alles zur 100. Tour de France im Überblick)

Ullrich sprach bislang nur von Eigenblutdoping

Die Vorwürfe bringen Ullrich und Zabel erneut in Bedrängnis, denn beide Rennfahrer haben derlei Verfehlungen bislang nicht zugegeben. Ullrich, 1997 einziger deutscher Tour-Sieger, hatte sich vor einem Monat zwar erstmals dazu bekannt, gedopt zu haben. Er behauptete aber, lediglich Eigenblutdoping betrieben zu haben. Ullrichs Berater Falk Nier sagte in einer ersten: "Vorläufig geben wir zu diesem Thema keine Kommentar ab."

Zabel hatte schon am 24. Mai 2007 gemeinsam mit Rolf Aldag in Bonn ein Doping-Geständnis abgelegt. Er erklärte damals aber, während der Tour 1996, zwei Jahre vor dem nun fraglichen Zeitraum, "einmalig" Epo genommen zu haben. Er habe das Mittel nicht vertragen und deshalb wieder abgesetzt.

Auch Pantani war gedopt

Top-Sprinter Zabel hatte 1998 sein drittes von insgesamt sechs Grünen Trikots gewonnen. Ullrich hatte sich damals ein Jahr nach seinem Sieg Marco Pantani geschlagen geben müssen.

Auch der 2004 verstorbene Italiener soll nun auf der Liste stehen, ebenso wie der damals Drittplatzierte US-Amerikaner Bobby Julich. Pat McQuaid, Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, hatte bereits ausgeschlossen, dass Pantani im Falle eines Dopingsnachweises der Tour-Titel im Nachhinein aberkannt werden würde.

Durand: "90er Jahre in Sachen Doping ein Massaker"

Unter den enttarnten Dopingsündern sind auch Mario Cipollini, der ehemalige französischen Topstar Laurent Jalabert und frühere Publikumsliebling Jacky Durand. Letzterer bestätigte, dass sein Name auf der Liste steht. "Ich gebe meine Taten zu", schrieb er auf der Homepage seines Arbeitgebers Eurosport.

Der 46-Jährige, 1998 und 1999 kämpferischster Fahrer der Tour, erklärte: "Die 90er Jahre waren in Sachen Doping ein Massaker, wir Fahrer haben keinen Ausgang gefunden. Auf keinen Fall darf nun die heutige Profi-Generation für den Mist bestraft werden, den wir damals angestellt haben. Ich will, dass die Menschen wissen, dass der Sport heute viel sauberer ist."

Kommen weitere Namen ans Tageslicht?

Damit wird der Radsport nur kurz nach Beendigung der 100. Tour de France, während der kein Fahrer überführt wurde, durch ein schweres Doping-Nachbeben aus dem dunklen Epo-Zeitalter eingeholt. Die Folgen könnten weitreichend sein, auch weil der Bericht womöglich weitere Überraschungen bereithält. "Eventuell trifft es sogar noch aktive Fahrer", sagte Ex-Profi Jörg Jaksche, der 2007 Doping gestanden hatte: Wenn die Zahlen, die man so hört, stimmen, ist die Wahrscheinlichkeit groß."

Jens Voigt und der Australier Stuart O'Grady waren bei der Tour 2013 noch als Teilnehmer der Skandaltour 1998 unterwegs. O'Grady erklärte seine Karriere einen Tag nach der Frankreich-Rundfahrt für beendet. Beide Namen nannte die Le Monde in ihrem Vorab-Bericht nicht.

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