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Jan Ullrich schweigt zu Epo-Beweisen - auch Erik Zabel auf Liste

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Ullrich und Zabel stehen auf Doping-Liste

25.07.2013, 07:18 Uhr | sid

Jan Ullrich schweigt zu Epo-Beweisen - auch Erik Zabel auf Liste. Erik Zabel und Jan Ullrich sollen bei der Tour 1998 mit EPO gedopt gewesen sein. (Quelle: imago/Bürhaus)

Erik Zabel und Jan Ullrich sollen bei der Tour 1998 mit EPO gedopt gewesen sein. (Quelle: Bürhaus/imago)

Die einstigen deutschen Radsport-Helden Jan Ullrich und Erik Zabel versinken endgültig im Dopingsumpf: Beide gehören zu den rund vier Dutzend Profis, denen die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats in Nachtests Manipulation mit Epo bei der Tour de France 1998 nachgewiesen hat. Nur drei Tage nach der rauschenden Jubiläums-Tour mit sechs deutschen Etappensiegen durch Marcel Kittel (4), Tony Martin und Andre Greipel wird der deutsche Radsport damit wieder von den Schatten der Vergangenheit eingeholt.

Ullrich äußerte sich am Mittwoch nicht zu den Ergebnissen. "Wir geben dazu vorläufig keinen Kommentar ab", sagte sein Berater Falk Nier. Dennoch hat sich Ullrich mit der jüngsten Enthüllung endgültig als unglaubwürdig erwiesen. (Alles zur 100. Tour de France im Überblick)

"Nur" Blutdoping

Der 39-Jährige hatte sich vor einem Monat zwar erstmals dazu bekannt, gedopt zu haben, dies aber nur mit Eigenblut. Epo-Doping stritt er stets ab. Zabel war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Im Juni hatte Ullrich im Gespräch mit dem "Focus" erstmals überhaupt Doping gestanden - allerdings "nur" Blutdoping. Ja, er habe diese Blutdoping-Behandlungen beim spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes bekommen, sagte Ullrich. "Fast jeder hat damals leistungssteigernde Substanzen genommen. Ich habe nichts genommen, was die anderen nicht auch genommen haben. Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so. Ich wollte für Chancengleichheit sorgen", erklärte er. Zu umfassenden Vorwürfen des Epo-Dopings, wie sie der ehemalige Betreuer Jef d'Hont vor Jahren geäußert hatte, sagte Ullrich nichts.

Zabel hatte am 24. Mai 2007 gemeinsam mit Rolf Aldag in Bonn unter Tränen ein Doping-Geständnis abgelegt. Er erklärte damals aber, während der Tour 1996, zwei Jahre vor dem nun fraglichen Zeitraum, "einmalig" Epo genommen zu haben. Er habe das Mittel nicht vertragen und deshalb wieder abgesetzt.

Team hält an Heppner fest, keine Analyse bei Voigt

Auch der Name von Zabels ehemaligen Teamkollegen Jens Heppner ist auf der Liste zu finden. Sein Rennstall NetApp hält trotz der Doping-Enthüllungen an seinem Sportlichen Leiter fest. "Die Nachtests von 1998 stehen in keinem Zusammenhang mit der erfolgreichen Arbeit, die Jens Heppner bei uns im Team seit 2010 leistet", teilte Team-Manager Ralph Denk mit.

Bei Jens Voigt konnte unterdessen keine Nachanalyse vorgenommen worden, weil nicht mehr genügend Urin vorlag. Ähnlich verhielt es sich bei den Proben von Jörg Jaksche und Udo Bölts, die aber bereits ein Doping-Geständnis abgelegt hatten.

Auch Cipollini und Jalabert genannt

Der am Mittwoch in Paris veröffentliche Bericht enttarnt weitere frühere Top-Profis als Betrüger: Demnach hatten auch der 2004 gestorbene Marco Pantani, 1998 Gesamtsieger der Tour vor Ullrich, der frühere Super-Sprinter Mario Cipollini und der französische Volksheld Laurent Jalabert bei jener Frankreich-Rundfahrt Epo im Blut. Die damalige Tour galt angesichts des Festina-Skandals ohnehin schon als Skandalrennen sondergleichen.

Der Anti-Doping-Ausschuss hatte anonymisierte Epo-Nachtests aus dem Jahr 2004 den getesteten Profis zugeordnet, nachdem 1998 noch nicht auf diesen Wirkstoff getestet worden war. In den sechs Jahre nach der Tour durchgeführten Untersuchungen fielen fast alle Tests positiv aus. Der enttarnte Jacky Durant, 1998 und 1999 kämpferischster Fahrer der Tour, sagte: "Die heutige Generation sollte nicht für den Mist bestraft werden, den wir damals angestellt haben. Der Sport ist heute viel sauberer." Sein Wunsch wird ein frommer bleiben.

Tour-Rekordhalter gesteht

Zwei Tage nach seinem Rücktritt hat derweil der australische Radprofi Stuart O'Grady Epo-Doping während der Tour 1998 gestanden. "Ich musste einfach über die Grenze fahren und es in irgendeiner Apotheke kaufen. Es war allerdings kein systematisches Doping, ich habe das Team nicht mit in den Sumpf hineingezogen", sagte der 39-Jährige der "Herald Sun".

O'Grady hatte 1995 sein Profidebüt gefeiert und 2013 den Rekord des Amerikaners George Hincapie eingestellt, der ebenfalls 17-mal an der Tour de France teilnahm. Drei Etappen-Siege feierte er bei der Frankreich-Rundfahrt, zudem gewann er 2007 den Klassiker Paris-Roubaix.

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