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Jan Ullrich und Erik Zabel: Doping-Enthüllungen verblüffen nicht

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Keine Überraschung, nur ein neues Kapitel

26.07.2013, 09:14 Uhr

Jan Ullrich und Erik Zabel: Doping-Enthüllungen verblüffen nicht. Am Puls des Radsport: Die neuesten Enthüllungen um Erik Zabel (links) und Jan Ullrich können nicht überraschen. (Quelle: dpa)

Am Puls des Radsport: Die neuesten Enthüllungen um Erik Zabel (links) und Jan Ullrich können nicht überraschen. (Quelle: dpa)

Von Oliver Strerath

Eine Überraschung? Nein. Die Enthüllung, dass auch Jan Ullrich und Erik Zabel auf der Liste der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats stehen, kann und sollte niemanden mehr in seinen Grundfesten erschüttern. Beide gefallenen Rad-Stars haben längst gestanden, dass sie mit verbotenen Mitteln ihre Leistung gesteigert haben. Dass sie es auch bei der Tour de France 1998 taten, und zwar mit dem Blut-Dopingmittel Epo, ist lediglich ein neues Kapitel in der Geschichte um die Verlogenheit des Radsports.

Ullrich und Zabel waren Größen jener Epoche der Sportart, die düsterer kaum hätte sein können. Doping – das war damals ein Gruppenzwang. Rudolf Scharping, Präsident des Bund Deutscher Radfahrer, spricht daher nicht von ungefähr von einem "verseuchten Jahrzehnt“. Einem Jahrzehnt, in dem die Betrügerei zum Radsport zählte, wie das Aufpumpen der Reifen. Genauso wie die Tatsache, nur die halbe Wahrheit zu sagen. Oder schlicht und ergreifend zu lügen.

Vergangenheit wird zur Gegenwart

Beides kann man Ullrich und Zabel abermals vorwerfen. Ihrem längst ramponierten Image dürfte dies kaum mehr schaden können. Vielmehr trägt aber einmal mehr der Radsport den Schaden. Keine drei Tage nach der 100. Tour de France, bei der es sechs deutsche Etappensiege zu bejubeln gab, haben die Doping-Enthüllungen einen Schatten auf die Leistungen der neuen Generation geworfen.

Keiner spricht mehr von Kittel und Martin. Ullrich und Zabel sind Thema. Wegen Sünden der Vergangenheit, die wieder zur Gegenwart geworden sind. Aber wie ist die Doping-Problematik im Radsport zu lösen? Vielleicht dadurch, die alten Zöpfe abzuschneiden und den ehemaligen Dopern ein Berufsverbot in der Branche zu erteilen. Auch wenn dies mit dem Gedanken der Resozialisierung – regelmäßig werden Radsportler ja als Verbrecher bezeichnet – nicht zu vereinbaren ist.

Man darf doch hoffen

Dem Radsport ist vielleicht nur damit zu helfen, ihm wieder neues Vertrauen zu schenken, an das Gute in ihm zu glauben. Was bei seiner Vergangenheit natürlich sehr schwer fällt. Aber warum sollten die neuen Stars wie Kittel und Martin es nicht besser, ehrlicher machen – wie sie ja gebetsmühlenartig erklären. Man darf doch hoffen.

Doch Erklärungen, sauber zu sein und niemanden zu betrügen, haben vor ihnen schon viele andere getätigt. Der Leistungssport, nicht der Radsport allein, ist ein Millionengeschäft. Nur wer in diesem bestehen kann, kann davon profitieren. Vor allem durch Erfolge. Dass dabei mit unlauteren Mitteln gearbeitet wird und Erklärungen als Lüge entlarvt werden, ist und wird auch in Zukunft so bleiben. Und das sollte niemanden mehr überraschen.

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