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Tour de France: Nibali baut den Vorsprung aus

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Pflasterstein-Etappe  

Nibali baut den Vorsprung aus

09.07.2014, 18:32 Uhr | dpa

Tour de France: Nibali baut den Vorsprung aus. Auf dem Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs mit einer bärenstarken Leistung: Vincenzo Nibali im Gelben Trikot des Tour-Spitzenreiters. (Quelle: dpa)

Auf dem Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs mit einer bärenstarken Leistung: Vincenzo Nibali im Gelben Trikot des Tour-Spitzenreiters. (Quelle: dpa)

Das Sturz-Drama um Chris Froome, die erstaunliche Gala-Vorstellung des Spitzenreiters Vincenzo Nibali und der bravouröse Solosieg von Lars Boom haben die dramatische fünfte Etappe der Tour de France gekennzeichnet. Für den Titelverteidiger Froome war die 101. Frankreich-Rundfahrt um 15.45 Uhr nach zwei Stürzen beendet und sein Traum vom zweiten Tour-Sieg in Serie ausgeträumt.

Zwei Stunden später jubelte Tagessieger Boom aus den Niederlanden als Solist nach der 155,5 Kilometer-Tortur im Dauerregen auf aufgeweichtem Paris-Roubaix-Terrain. Der eigentliche Gewinner des Tages war aber Nibali.

Ausreißer Martin wird gestellt

Der Berg- und Abfahrt-Spezialist Nibali feierte ein glänzendes Debüt in der "Hölle des Nordens". Der Sizilianer, eigentlich im Hochgebirge zu Hause, wuchs über sich hinaus. Aber auch er musste zu Boden - ohne schwerwiegende Folgen allerdings. So baute er seinen Vorsprung gegenüber seinen direkten Konkurrenten im Gesamtklassement aus und nahm seinem jetzt vermeintlich härtesten Rivalen um den Gesamtsieg, Alberto Contador aus Spanien, rund zweieinhalb Minuten ab. Nebenbei düpierte der Sizilianer auch die Spezialisten um den dreifachen Paris-Roubaix-Sieger Fabian Cancellara.

Die Organisatoren wollten das große Drama - und sie bekamen es. Viele Profis hatten gegen den Klassiker-Parcours inmitten einer Drei-Wochen-Tour gewarnt und von Unverantwortlichkeit gesprochen. Tony Martin hatte zu den größten Skeptiker gezählt und seine Kritik ("Spiel mit der Gesundheit") auch laut geäußert. Der dreifache Zeitfahrweltmeister hatte dann trotzdem alles auf eine Karte gesetzt und war kurz nach dem Start mit sieben weiteren Fahrern, darunter
auch Marcus Burghardt, ausgerissen. Ein Sturz hatte ihn kurzzeitig zurückgeworfen, doch er fand bald wieder Anschluss an die Ausreißer. Doch 29 Kilometer vor dem Ziel schlossen Nibali und weitere Fahrer zu ihm auf. Danach fiel Martin zurück und kam schließlich auf Rang 17 als bester Deutscher ins Ziel.

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Auch Kittel stürzt

Die Fahrt über die berüchtigten Feldwege aus den Zeiten Napoleons wurden durch den Dauerregen noch schwieriger zu passieren. Die Veranstalter hatten sich entschlossen, die insgesamt neun Passagen über Kopfsteinpflaster mit einer Gesamtlänge von 15,4 Kilometern zwar etwas zu entschärfen, aber die Gefahren wurden kaum gemindert. Zwei Sektoren mit einer Länge von 2400 Metern wurden nicht befahren - dort stand am Morgen das Wasser in tiefen Schlaglöchern. 2010 hatte zuletzt eine Tour-Etappe ähnliches Profil, zahlreiche Fahrer hatten sich bei damals sogar bestem Wetter zum Teil schwer verletzt.

Das war kaum vergleichbar mit dem Sturzfestival vom Mittwoch. Kaum ein Fahrer kam ohne Komplikationen ins Ziel. Auch der dreifache Etappengewinner Marcel Kittel war zu Fall gekommen, ohne sich schwer zu verletzen.

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