Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Tour de France 2014: André Greipel tobt im Ziel

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Lasse mir nicht alles gefallen"  

Tour-Star André Greipel tobt im Ziel

18.07.2014, 08:14 Uhr | t-online.de, sid

Tour de France 2014: André Greipel tobt im Ziel. André Greipel  (Quelle: imago/Belga)

André Greipel hadert mit der Fahrweise der Konkurrenz. (Quelle: Belga/imago)

Andre Greipel tobte durch den Zielbereich und ließ seiner Wut freien Lauf, auch "Raubopfer" John Degenkolb ärgerte sich maßlos: Die beiden deutschen Top-Sprinter sind auf der zwölften Etappe der Tour de France durch törichte Fahrfehler der Konkurrenz um die Chance auf einen Tagessieg gebracht worden. Greipel ging nach einer zweifelhaften Aktion des Franzosen Sylvain Chavanel bereits rund drei Kilometer vor dem Ziel des 185,5 Kilometer langen Teilstücks in Saint-Etienne zu Boden, Degenkolb wurde auf den letzten Metern durch eine hanebüchene Aktion des Italieners Matteo Trentin ausgebremst.

"Wir sind hier nicht beim Ringen oder Boxen. Ich lasse mir nicht alles gefallen", schimpfte ein völlig aufgebrachter Greipel nach der Zieldurchfahrt. Chavanel hatte sich mit unfairen Mitteln im hektischen Finale Platz verschaffen wollen. Der 35-Jährige nahm die Hand vom Lenker, schubste dann einen Fahrer des Cannondale-Teams beiseite und ging dabei zu Boden. Während sich Greipels Teamkollege Marcel Sieberg gerade noch im Sattel halten konnte, flog der Rostocker auf den Asphalt.

"Das war ein klarer Regelverstoß", sagte Greipel, der zum Glück mit kleineren Schürfwunden davonkam. Schon unmittelbar nach dem Sturz hatte sich der Sprintstar ein heftiges Wortgefecht mit IAM-Profi Chavanel geliefert. Unbeeindruckt fuhr der ehemalige französische Meister davon, Einsicht wollte Greipel bei seinem Gegner nicht erkannt haben. Diese kam erst lange nach dem Rennen. "Es war eindeutig mein Fehler, ganz klar meine Schuld", sagte Chavanel etwa eine Stunde nach der Zieldurchfahrt.

Nach Tour-Aus 
Alberto Contator hofft auf die Vuelta

Der Spanier gibt sich nach seinem Schienbeinbruch kämpferisch. Video

Degenkolb konsterniert

Als Greipel seinem Ärger Luft gemacht hatte, trat der Etappen-13. Degenkolb mit versteinerter Miene aus dem Teambus. "Es war ein super hektischer Sprint. Ich musste ziemlich um meine Position kämpfen. Als ich in Position war, wurde ich beraubt", sagte der Thüringer. Auf den letzten Metern war Degenkolb dabei, links an Trentin vorbeizuziehen, als dieser plötzlich ausscherte und Degenkolb den Weg versperrte. "Ich habe eine ziemliche Welle bekommen. Mein rechter Schuh ist noch ganz schwarz von seinem Reifen", sagte Giant-Profi Degenkolb, der auch seine Teamkollegen für einen Tag voller Fleißarbeit nicht belohnen konnte.

Eine fünfköpfige Fluchtgruppe ohne deutschen Fahrer machte sich kurz nach dem Start auf den Weg und erarbeitete sich einen Vorsprung von rund vier Minuten. Einen Rückschlag erlebte die Gruppe nach rund 90 km, als der Spanier David de la Cruz vom deutschen Team NetApp-Endura in einer Kurve schwer auf die rechte Schulter stürzte und verletzt aus dem Rennen ausstieg. Für das Wildcard-Team NetApp war es der erste Ausfall bei der Tour-Premiere.

Trentin aus der Wertung genommen

Das verbliebene Quartett arbeitete lange Zeit weiter zusammen, letztlich war die Flucht aber aufgrund der Nachführarbeit von Giant-Shimano nicht von Erfolg gekrönt. "Ich bin sehr sehr enttäuscht. Das ist nicht schön, denn die Mannschaft hat viel getan", sagte Degenkolb, bereits am Mittwoch unglücklicher Zweiter. Dass Trentin von der Jury für sein Verhalten aus der Wertung genommen wurde, konnte Degenkolb nicht trösten. "Das spiegelt die Fakten und meine Wahrnehmung wider", sagte er.

Die Favoriten um den Gesamtsieg hielten sich derweil zurück. Souverän im Gelben Trikot fährt weiter der Italiener Vincenzo Nibali vom Team Astana. Am Freitag ruft der Berg. Auf der ersten Alpenetappe müssen die Podestkandidaten ihre Karten offenlegen, von Saint-Étienne führt die Strecke über 197,5 Kilometer nach Chamrousse. Rund 50 Kilometer vor dem Ziel steht der Anstieg zum Col de Palaquit (1. Kategorie) an, entscheidend für den Ausgang der Etappe wird der Anstieg ins Ziel sein. Erstmals bei dieser Tour ist eine Bergwertung der Ehrenkategorie zu bewältigen, die Strecke ist 18,2 km lang und im Schnitt 7,3 Prozent steil.

Der perfekte Wurf 
Dirk Nowitzkis Karriere als Film im Kino

Die deutsche Basketball-Legende möchte jetzt die Leinwände erobern. Video

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal