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Tour de France: Ramunas Navardauskas gewinnt die 19. Etappe

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19. Etappe  

John Degenkolb verpasst den Etappensieg - Navardauskas siegt

25.07.2014, 17:51 Uhr | dpa

Tour de France: Ramunas Navardauskas gewinnt die 19. Etappe. Auf der 19. Etappe der Tour de France von Maubourguet nach Bergerac mussten die Fahrer mit dem Regen kämpfen. (Quelle: ap)

Auf der 19. Etappe der Tour de France von Maubourguet nach Bergerac mussten die Fahrer mit dem Regen kämpfen. (Quelle: ap)

Bei Donnergrollen und sintflutartigen Regenfällen sind die Hoffnungen von John Degenkolb auf seinen ersten Tour-Etappensieg weggespült worden. Nach dem Abschied aus den Pyrenäen erlebte der Thüringer ein bitteres Déjà-vu. Wie schon auf der elften Etappe sprintete Degenkolb auch auf dem drittletzten Teilstück der 101. Frankreich-Rundfahrt auf den zweiten Platz. Diesmal musste er Ausreißer Ramunas Navardauskas aus Litauen den Vortritt lassen. Den dritten Platz belegte in Bergerac nach 208,5 Kilometern unter teils schwierigen Witterungsverhältnissen der Norweger Alexander Kristoff.

Das Gelbe Trikot des designierten Toursiegers Vincenzo Nibali war auf der Flachetappe durch die Weinberge der Dordogne nicht mehr in Gefahr. Das Astana-Team kontrollierte das Rennen und ließ sich auch nicht von einer fünfköpfigen Spitzengruppe aus der Ruhe bringen. Die Fluchtgruppe hatte sich kurz nach dem Start gebildet und blieb bis gut 20 Kilometer vor dem Ziel vorne. Im Feld arbeiteten hauptsächlich die Sprinterteams, so dass der Vorsprung der Ausreißer nie mehr als vier Minuten betrug. Im Finale an der letzten Bergwertung griff dann Navardauskas an.

Ordentliches Polster für Nibali

Nur noch 191,5 Kilometer trennen den 29-jährigen Sizilianer vom größten Erfolg seiner Karriere und dem ersten italienischen Toursieg seit Marco Pantani 1998. Nibali liegt in der Gesamtwertung komfortable 7:10 Minuten vor dem Franzosen Thibaut Pinot.

Auch wenn es diesmal noch nicht klappte, wollen Degenkolb, Marcel Kittel und Co. ihre "Tour d'Allemagne" mit weiteren Etappensiegen noch krönen und für ein "superdeutsches Wochenende" sorgen, wie Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin betonte. Für den 29-Jährigen mit dem Hochgeschwindigkeitsmotor ist der Sieg im einzigen Zeitfahren am Samstag von Bergerac nach Périgueux mangels Konkurrenz fest eingeplant. Am Sonntag wollen dann Kittel und André Greipel auf den Champs Élysées in Paris zuschlagen.

Navardauskas rettet Vorsprung ins Ziel

Degenkolb jagt indes seinem ersten Etappensieg weiter hinterher. Navardauskas war 13 Kilometer vor dem Ziel ausgerissen und hatte seinen Vorsprung bis ins Ziel gerettet. Es war der erste Sieg eines Litauers in der Tour-Geschichte. Für Degenkolb ist damit die Tour 2014 wohl endgültig verpatzt. Zwei schmerzvolle Stürze mit einer Einblutung im Gesäßmuskel, ein knapp verpasster Etappensieg in Oyonnax und ein unfaires Ausbremsmanöver hatten ihm schwer zu schaffen gemacht.

Auf der 19. Etappe waren die Bedingungen alles andere als angenehm. Den ganzen Tag über hatte es immer wieder zum Teil heftig geregnet, auf der Strecke hatten sich zeitweise kleine Sturzbäche gebildet. Im Zielbereich waren die Absperrgitter umgeweht worden. 2,2 Kilometer vor dem Ziel war es dann auch noch zu einem Massensturz gekommen. Der Mann im Grünen Trikot. Peter Sagan aus dem Cannondale-Team, war ebenso betroffen wie Jens Voigt, Frank Schleck oder Gesamt-Fünfte Romain Bardet. Der Sturz zog zwar keine Zeitverluste nach sich, verhinderte aber auch eine geordnete Sprintvorbereitung. Das spielte am Ende Navardauskas in die Karten.

"Die Demonstration der absoluten Macht"

Angesichts der teilweise überfluteten Fahrbahnen herrschte erhöhte Wachsamkeit bei den Fahrern. Insbesondere bei Nibali, den nur noch ein Sturz vom Tour-Sieg abhalten kann. In seiner Heimat war er nach dem vierten Etappensieg tags zuvor in Hautacam schon überschwänglich gefeiert worden. Die täglich erscheinende Sportzeitung "Tuttosport" titelte in Anlehnung an den für seinen außerordentlichen Erfolgshunger bekannten Eddy Merckx: "CaNIBALIssimo". Und das Konkurrenzblatt "Gazzetta dello Sport" schrieb: "Nibali geht in die Geschichte ein. Die Demonstration der absoluten Macht. Der Sonnenkönig, der Herrscher".

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Bis es so weit ist, steht aber zunächst am Samstag das Zeitfahren über 54 Kilometer auf dem Programm. Für alle Experten stellt sich weniger die Frage ob, sondern vielmehr mit welchem Vorsprung Tony Martin den Kampf gegen die Uhr für sich entscheiden wird. "Dass ich der Topfavorit bin, macht die Sache nicht einfacher. Ein Zeitfahren am vorletzten Tag bei der Tour ist etwas anderes als bei einer WM. Da fühlen sich 54 Kilometer wie 70 oder 80 an." Und Dauerregen wie am Freitag kann ganz schnell die Karten neu mischen.

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