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Tour de France 2014: Marcel Kittel feiert historischen Sieg

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Erneuter deutscher Triumph  

Marcel Kittel feiert historischen Sieg

28.07.2014, 06:40 Uhr | sid, dpa

Tour de France 2014: Marcel Kittel feiert historischen Sieg. Furioses Finish: Marcel Kittel feiert seinen Etappensieg bei der Tour de France. (Quelle: AP/dpa)

Furioses Finish: Marcel Kittel feiert seinen Etappensieg bei der Tour de France. (Quelle: AP/dpa)

Der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel hat wie im Vorjahr die prestigereiche Schlussetappe der 101. Tour de France gewonnen. Der 26-Jährige vom Team Giant-Shimano setzte sich nach 137,5 Kilometern zwischen Evry und Paris im Massenspurt auf den Champs Elysees vor dem Norweger Alexander Kristoff (Katjuscha) durch und sorgte für einen deutschen Etappenrekord. Andre Greipel (Rostock) wurde Vierter hinter Ramunas Navardauskas (Litauen).

Mit insgesamt sieben Tageserfolgen stellten Kittel (4), Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (2) und Andre Greipel (1) während der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt eine neue Bestmarke auf - so viele Erfolge konnten deutsche Rennfahrer noch nie in 111 Jahren Tour de France feiern.

Im Gelben Trikot des Gesamtsiegers rollte Vincenzo Nibali ins Ziel. Der 29-Jährige vom Team Astana ist der erste Italiener seit Marco Pantani 1998, der das wichtigste Radrennen der Welt gewonnen hat. "Dieser Sieg ist etwas Besonderes für mich. Richtig realisieren werde ich das erst in einigen Tagen", sagte Nibali, der als siebter Italiener die Frankreich-Rundfahrt gewann.

One-Man-Show von Nibali

Nibali gewann die Tour in einer Art und Weise wie selten ein Fahrer in der jüngeren Vergangenheit. Er trumpfte auf jedem Etappenprofil fast nach Belieben auf, bergauf, bergab, sogar auf der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Piste von Arenberg. Der 29-Jährige war der Alleskönner im Peloton, dem aber auch frühzeitig die Konkurrenten durch schwere Stürze ausgegangen waren. Der angedachte Dreikampf war durch das verletzungsbedingte Aus von Vorjahressieger Chris Froome und dem zweimaligen Champion Alberto Contador ausgefallen.

Er habe den Sieg nicht gestohlen, sagte Nibali und verwies darauf, dass er noch vor dem Ausfall Contadors einen stattlichen Vorsprung herausgefahren hatte. Bei allen herausragenden Leistungen fuhren beim "Hai von Messina" aber auch Zweifel mit. Das hatte vor allem mit seinem höchst umstrittenen Arbeitgeber Astana zu tun, bei dem fast die komplette sportliche Leitung angeführt vom früheren Skandalfahrer Alexander Winokurow eine aktenkundige Doping-Vergangenheit besitzt. Ansonsten wurde die Tour-Ruhe aber gewahrt, wie im Vorjahr gab es bisher keinen Dopingfall.

"Tour d'Allemagne"

Es war aber auch eine "Tour d'Allemagne". Mit den schnellsten Sprintern, dem besten Zeitfahrer, dem ältesten Teilnehmer Jens Voigt und einem kleinen Team, das große Taten vollbrachte, präsentierte sich der deutsche Radsport von seiner strahlendsten Seite.

Neben Kittel, der beim stimmungsvollen Auftakt in England auch gleich das Gelbe Trikot erobert hatte, war der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin mit zwei Tageserfolgen der erfolgreichste Deutsche. Dazu steuerte André Greipel einen Sieg bei.

Martin sieht die Zeit gekommen, dass der Radsport-Bann in Deutschland aufgehoben wird. "Wir haben im letzten Jahr schon gezeigt, dass der Radsport wieder gut dasteht. Mit unserer Performance können wir zufrieden sein. Ich hoffe, dass es in Deutschland ankommt." Erstklassige Leistungen zeigte auch das aus der zweiten Division stammende deutsche NetApp-Endura-Team, aus dem Leopold König (Tschechien) auf den siebten Gesamt-Platz fuhr.

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