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Die Tour de France spricht 2015 wieder deutsch

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"Wie machen die das bloß?"  

Gelbes Trikot und Etappensiege: Die Tour spricht wieder deutsch

09.07.2015, 07:58 Uhr | dpa

Die Tour de France spricht 2015 wieder deutsch. Tony Martin (li.) und André Greipel sorgen bei der Tour de France derzeit für Furore. (Quelle: dpa / Reuters)

Tony Martin (li.) und André Greipel sorgen bei der Tour de France derzeit für Furore. (Quelle: dpa / Reuters)

Die Franzosen schütteln nur mit dem Kopf. "Wie machen die Deutschen das bloß?", fragt sich die "Grande Nation". Drei Etappensiege in fünf Tagen, dazu das Gelbe und Grüne Trikot. Dagegen wartet Frankreich weiter darauf, dass mal ein einheimischer Fahrer für einen Erfolg sorgt. Schließlich wurde die Tour de France mit 41 französischen und nur zehn deutschen Radprofis gestartet worden.

Überraschend sind die Erfolge von André Greipel, Tony Martin und Co. aber nicht. Schon seit Jahren befindet sich der deutsche Radsport im Aufwind. t-online.de zieht nach gut einer Tour-Woche eine Zwischenbilanz.

ETAPPENSIEGE

André Greipel gewann die Sprints in Zeeland und Amiens und tritt damit an die Stelle seines deutschen Rivalen Marcel Kittel, der in den vergangenen beiden Jahren achtmal triumphierte, diesmal aber wegen Formschwäche zuschauen muss. Die gleiche Anzahl an Siegen hat nun auch Greipel auf dem Konto. Der gebürtige Rostocker hat sich stetig weiterentwickelt und erweist sich inzwischen als cleverer Sprinter. Auch in der Außendarstellung ist er lockerer geworden. Der Formaufbau passte, aktuell scheint er der Schnellste im Feld zu sein. In der derzeitigen Verfassung ist ihm zuzutrauen, dass er das Grüne Trikot bis nach Paris trägt.

Im Verlauf der Tour sind weitere deutsche Tagessiege möglich, nicht nur durch Greipel. John Degenkolb könnte auf einer mittelschweren Etappe noch zum Zug kommen und auch Tony Martin ist jederzeit für einen erfolgreichen Ausreißversuch gut. Im vergangenen Jahr hatte es sieben deutsche Tagessiege gegeben - ein Rekord. Eine sicher nicht unerreichbare Marke für 2015.

GELBES TRIKOT

Ein Deutscher im Gelben Trikot gehört inzwischen fast schon zum guten Ton der Tour. 2013 und 2014 war es Kittel, der jeweils einmal vorn lag. In diesem Jahr glückte Tony Martin erstmals der Sprung an die Spitze. Für den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister könnte die Fahrt in Gelb noch länger andauern. Bis zur ersten Pyrenäen-Etappe am Dienstag will er die Spitzenposition verteidigen.

In den Bergen wird er dann aber die Topfavoriten um Christopher Froome, Vorjahressieger Vincenzo Nibali oder Alberto Contador ziehen lassen müssen, dafür reichen Martins Kletterkünste nicht aus.

DEUTSCHE TEAMS

Erstmals seit 2008 sind wieder zwei deutsche Teams dabei. Tourchef Christian Prudhomme legt allein schon aus Marketing-Gründen großen Wert darauf, dass Deutschland wieder stark vertreten ist.

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So erhielt neben der ohnehin gesetzten Mannschaft Giant-Alpecin der zweitklassige Rennstall Bora-Argon (vorher NetApp) zum zweiten Mal in Folge eine Wildcard. Sportlich konnten beide Mannschaften aber noch nicht die großen Akzente setzen.

MEDIEN

Nach drei Jahren Sendepause ist die ARD wieder mit dabei. Die deutschen Erfolge haben sich aber noch nicht auf die Quote ausgewirkt. Die Fahrt von Tony Martin ins Gelbe Trikot lockte zuletzt 1,06 Millionen Radsportfans vor die Bildschirme. Der Marktanteil blieb mit 9,3 Prozent wie an den Vortagen unter der Zehn-Prozent-Marke.

Für die ARD ist die Rückkehr erstmal eine zweijährige Testphase. Ohnehin scheinen die deutschen Medien dem Radsport noch nicht zu trauen, nur eine Handvoll Zeitungen sind in Frankreich vor Ort vertreten.

ABSTECHER

Die Tour de France wird in naher Zukunft wohl auch wieder durch Deutschland rollen. Mehrere Städte haben sich bei der Tour-Organisation ASO um die Austragung von Etappen als Start- oder Zielort beworben. Münster und Städte aus dem Saarland wie etwa St. Wendel sollen interessiert sein. Letztmals waren im Jahr 2005 deutsche Städte Etappenorte der Tour, als die siebte Etappe in Karlsruhe endete und das achte Teilstück in Pforzheim begann. Im Oktober wird die Strecke für 2016 vorgestellt.

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