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Tour de France: Ivan Basso hat nach Krebs-Diagnose "Glück gehabt"

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OP-Termin schon am Mittwoch  

Basso nach Krebs-Diagnose: "Ich habe Glück gehabt"

14.07.2015, 16:49 Uhr | dpa, sid

Tour de France: Ivan Basso hat nach Krebs-Diagnose "Glück gehabt". Tinkoff-Saxo-Fahrer Ivan Basso bei der Teampräsentation.  (Quelle: imago/Belga)

Tinkoff-Saxo-Fahrer Ivan Basso bei der Teampräsentation. (Quelle: Belga/imago)

Nach seiner Hodenkrebs-Diagnose gibt sich der italienische Radsport-Star Ivan Basso kämpferisch. "Letztendlich habe ich Glück gehabt. Der Radsport hat mir geholfen, etwas zu entdecken, was ich sonst nicht bemerkt hätte", sagte der zweimalige Giro-Sieger bei seiner Rückkehr nach Italien am Mailänder Flughafen: "Jetzt werden wir sehen, wie sich die Situation entwickelt. Sie ist heikel, ich werde sie aber mit Optimismus und einem Lächeln bewältigen."

Basso hatte sich bei einem Sturz auf der fünften Etappe der laufenden Tour de France eine Verletzung am Hoden zugezogen.

Basso: "Bin in den besten Händen"

Bei anschließenden Untersuchungen waren von Teamärzten Veränderungen im Gewebe festgestellt worden. Ein Echogramm sowie weitere Untersuchungen in einem Krankenhaus in Pau bestätigten erste Befürchtungen. Bereits am Mittwoch wird Basso im San-Raffaele-Hospital in Mailand operiert.

"Man muss optimistisch sein, um das Problem so rasch wie möglich zu lösen. Ich bin in besten Händen", sagte der Edelhelfer von Alberto Contador: "Nach zwei Tagen Schmerzen habe ich begriffen, dass es sich nicht nur um eine Verletzung handeln konnte, sondern dass es etwas Komplizierteres ist."

"Der Schock war sehr groß, aber ich versuche, auch in schwierigen Situationen immer mich zu wehren und das ist auch jetzt so", ergänzte der 37 Jahre alte Radprofi im Interview des TV-Senders Rai. "Der einzige mögliche Weg in solch einer Situation ist Vertrauen und Optimismus".

Diagnose wirft heikle Fragen auf

Die Schockdiagnose trübt eine bislang heitere Tour de France. Doch statt des Kampfes um Gelb auf der ersten Pyrenäen-Etappe ist der Gesundheitszustand des zweimaligen Giro-Siegers weiterhin das große Thema im Fahrerlager. Basso, der seinen sportlichen Tiefpunkt mit dem Ausschluss von der Tour 2006 wegen Dopingverdachts erlebt hatte, schickte seinen Kollegen und Kontrahenten aber Zeichen großer Zuversicht.

Ob die Krebs-Erkrankung mit mutmaßlichen Doping-Praktiken zusammenhängt, die Basso nachgesagt werden, wollte niemand kommentieren. Fakt ist: Basso war 2006 im alles andere als positiv beleumundeten CSC-Team des umstrittenen Bjarne Riis beschäftigt, fuhr danach für das kaum besser gelittene frühere Armstrong-Team Discovery-Channel, ehe er für zwei Jahre gesperrt wurde. Ob zudem die Dauerbeanspruchung im Rennsattel krebsfördernd ist, gehört zu den unbeantworteten Fragen im Radsport.

Medien: "Sein härtestes Rennen"

In der Heimat und bei den Kontrahenten stieß Bassos Erkrankung auf große Anteilnahme. "Forza Ivan! Bassos Drama erschüttert die Tour de France", schrieb die "Gazzetta dello Sport": "Jetzt steht Basso vor seinem härtesten Rennen, dem Rennen um sein Leben."

Tour-Titelverteidiger Nibali, von 2008 bis 2012 Bassos Teamkollege bei Liquigas, sprach seinem Landsmann Mut zu. "Als ich davon erfahren habe, dachte ich zuerst, es sei ein Scherz", sagte der 30-Jährige: "Ich hoffe, dass alles gut läuft, für ihn und seine Familie. Jetzt zählen sie, der Rest ist nicht mehr wichtig."

"Corriere dello Sport" empfand die Mitteilung als "Schock für Bassos Fans". Die Tageszeitung verwies auf die "starke Energie" des 37-Jährigen, "sich nach negativen Phasen aufzuraffen. Sein Talent, seine Entschlossenheit und sein Charakter haben ihm bisher geholfen, die Hürden des Lebens zu überwinden." Selbst in der schwierigsten Phase des Dopings habe er den Neubeginn geschafft: "Das wird auch diesmal der Fall sein."

"Das Rennen um die Gesundheit gewinnen"

"Tuttosport" verglich Bassos Situation mit der des tief gefallenen Lance Armstrong. Basso stünde jetzt wie Mitte der 1990er Jahre der Texaner "vor seiner schwierigsten Etappe. Gib nicht auf, Ivan. Die Herausforderung ist enorm", schrieb das Blatt, und sieht "die vielen Fans, die ihn in all seinen Jahren mit vielen Licht- und Schattenseiten unterstützt haben" an Bassos Seite.

"La Repubblica" registrierte Bassos "Adieu Tour de France. Jetzt heißt es, das Rennen um die Gesundheit zu gewinnen."

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