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Tour de France 2015: Sky geht in die Anti-Doping-Offensive

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Nach Doping-Vorwürfen gegen Froome  

Team Sky geht in die Offensive

21.07.2015, 18:30 Uhr | sid

Tour de France 2015: Sky geht in die Anti-Doping-Offensive. Chris Froome ist bereits seit 2010 im Team Sky. (Quelle: imago/Belga)

Chris Froome ist bereits seit 2010 im Team Sky. (Quelle: Belga/imago)

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Stimmen laut, der Tour-Führende Chris Froome könne nicht dopingfrei sein. Nun ging sein Team in die Offensive: Sky-Teamchef Dave Brailsford präsentierte zusammen mit Coach Tim Kerrison vor gut 80 Journalisten, darunter mehr als zehn Kamerateams, die eigenen Daten zu Froomes Aufsehen erregender Pyrenäen-Klettershow nach La Pierre-Saint-Martin. Demnach soll der 30-Jährige dort einen durchschnittlichen Wert von 5,78 Watt pro Kilogramm erreicht haben - weit entfernt von den über sieben Watt, die der französische Sportphysiologe Pierre Sallet mathematisch errechnet haben will.

Sky ging noch weiter ins Detail, und Kerrison erklärte anhand einer ausgedruckten Übersicht, Froome habe eine maximale Herzfrequenz von 174 Pulsschlägen erreicht und sei eine durchschnittliche Trittfrequenz von 97 Umdrehungen pro Minute gefahren - alles keine Werte aus einer anderen Welt. "Wenn falsche Daten öffentlich diskutiert werden, dann müssen wir das klarstellen", sagte Brailsford dazu.

Team will Spekulationen stoppen

Froome und seine Entourage traten ruhig und souverän auf, die polarisierenden Streitigkeiten der vergangenen Tage vor allem mit dem französischen TV-Experten Laurent Jalabert scheinen keine nachdrückliche Wirkung zu erzielen.

Schon nach dem Etappenende in Gap war Froome forsch den Unterstellungen entgegengetreten und hatte deren Niveau als mittlerweile "befremdlich" eingestuft. Es habe bei den letzten fünf Tour-Gewinnern längst nicht "so einen Aufschrei" um Leistungsdaten gegeben wie bei ihm. "Wir wollen diese wahnsinnigen Spekulationen stoppen", sagte Brailsford, während Froome unterstrich, dass die Veröffentlichung völlig okay ist: "Meine Daten vom Ventoux waren ohnehin schon draußen, also was ändert das jetzt?"

Keine Angst vor den Gegnern

Seine sportlichen Gegner hatten mehrfach in den letzten Tagen ein Feuerwerk für die Alpen angekündigt, aber es wirkt nicht so, als würde dies Froome beeindrucken - zumal sich sein Edelhelfer Geraint Thomas nach seinem spektakulären Sturz fit meldete. Froome sprach erneut von einer "traumhaften Position", in der er sich befinde. Größere Sorge macht ihm offenbar, dass sein Körper einmal nicht mitspielt. "An einem schlechten Tag, wenn man zum Beispiel an Unterzuckerung leidet, kannst du viel verlieren", sagte Froome.

Titelverteidiger Vincenzo Nibali (Astana/+7:49 Minuten) hat Froome schon gar nicht mehr auf dem Radar, den Angriff des Italieners in der Abfahrt nach Gap empfand der Brite als "nicht kritisch". Der einzige Kontrahent mit Gefahrenpotenzial bleibt für ihn der Kolumbianer Nairo Quintana (Movistar/3:10 Minuten), aber auch auf dessen Offensive ist Froome eingestellt. "Sie werden es überall probieren, aber wir sind dafür bereit", sagte er, und erwähnte nicht zuletzt das Team Tinkoff-Saxo mit Alberto Contador (+4:23 Minuten), der sich kämpferisch gibt: "Ich fühle mich besser als in den Pyrenäen."

Harte Prüfungen für Tour-Teilnehmer

Schon am Mittwoch könnten allerdings nahezu alle Eventualitäten irrelevant sein, denn es dürfte bei der Bergankunft auf 1620 Metern in Pra-Loup zu größeren Abständen kommen, zumal davor auf dem Col d'Allos (2250 Meter) bereits das diesjährige Dach der Tour überquert wird.

Bis zum Samstag und inklusive des Kletterfinales nach l'Alpe d'Huez folgen weitere vier Prüfungen der Sonderkategorie, drei der ersten und drei der zweiten Kategorie. "Es kann noch alles passieren", sagte Contador, der das begehrte Double aus Giro und Tour aber unter normalen Umständen nicht mehr schaffen kann.

Hinauf nach Pra-Loup wurde vor 40 Jahren zwar die Regentschaft des großen Eddy Merckx beendet. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass Froome Ähnliches widerfährt.

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