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Simon Geschke ist bei Tour de France 2015 zu Tränen gerührt

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"Schönster Tag meines Lebens"  

Geschke nach "unwirklichem" Sieg zu Tränen gerührt

23.07.2015, 09:39 Uhr | sid, dpa

Simon Geschke ist bei Tour de France 2015 zu Tränen gerührt . Simon Geschke vom Team Giant Alpecin mit glasigen Augen nach seinem Etappensieg bei der Tour de France. (Quelle: dpa)

Simon Geschke vom Team Giant Alpecin mit glasigen Augen nach seinem Etappensieg bei der Tour de France. (Quelle: dpa)

Überwältigt von der Magie des Augenblicks rang Simon Geschke um Fassung, immer wieder schossen ihm Tränen in die Augen. "Das ist ein unwirklicher Moment, der schönste Tag in meinem Leben. Davon habe ich immer geträumt", sagte der deutsche Radprofi mit zittriger Stimme beim Interview mit der ARD. "Ich brauche jetzt zwei bis drei Jahre, um das zu realisieren". Sein erster Etappensieg bei der Tour de France war für den deutschen Radprofi kaum zu begreifen. (Hier geht es zum Interview in der ARD-Mediathek)

Mit einem sagenhaften Soloritt über das "Dach der Tour" hatte Geschke sich selbst und seine Gegner verblüfft, in insgesamt 161 kräftezehrenden Kilometern nach Pra Loup war er zum größten Erfolg seiner Karriere geflogen.

Bartrasur erst nach Sieg im Gesamtklassement

Überschwänglich feierten seine Teamkollegen den bärtigen Berliner im Ziel, der sich trotz des verdienten Lohns für seine treuen Helferdienste aber nicht von seinem Markenzeichen trennen wollte: "Ich werde mich erst rasieren, wenn ich das Gesamtklassement der Tour gewinne. Das wird aber nie passieren."

Man habe den Sieg so oft im Kopf, wenn man zur Tour fahre. "Man denkt, vielleicht kommt irgendwann der große Tag, vielleicht klappt es irgendwann", so Geschke weiter. Bis zum heutigen Tag habe ich eigentlich nur zwei Siege in sechs Jahren geholt."

Geschke beweist seine Kletterqualitäten

In den ersten zwei Wochen hatte sich Geschke für seinen Kapitän John Degenkolb aufgeopfert, er kämpfte in den Massenankünften den Weg frei und erwies sich als Teamplayer. Doch die Zeit der Sprinter ist bei der Tour 2015 vorerst vorbei, und so durfte Geschke seine Chance ergreifen. Am Montag hatte es auf dem Weg nach Gap nur zu Platz vier und der "Holzmedaille" gereicht, nur zwei Tage später hatte das Warten auf "einen perfekten Tag" aber ein Ende.

Geschke war erneut Teil einer großen Fluchtgruppe, die sich nach einer rasanten ersten Rennstunde bildete. Rund 45 Kilometer vor dem Ziel suchte er sein Glück als Einzelkämpfer. Auf dem Weg zum Col d'Allos, dem höchsten Punkt der diesjährigen Tour, bewies er seine Kletterqualitäten.

Auch auf der halsbrecherischen Abfahrt, auf der sein französischer Verfolger Thibaut Pinot stürzte, blieb er cool. "Ich habe in der Abfahrt viel riskiert, aber auch nicht alles. Ich habe versucht, mich auf die Ideallinie zu konzentrieren", sagte Geschke.

"Bin über die Schmerzgrenze gefahren"

Der erneut fordernde Anstieg ins Ziel wurde für Geschke zu einer quälenden Tortur, die sich lohnte. "Im letzten Anstieg bin ich im Tunnel über der Schmerzgrenze gefahren. Ich habe gedacht, dass ich einbreche", sagte er.

Doch Geschke, der sich am Morgen vor dem Rennen sogar "ziemlich schlecht gefühlt" habe, blieb bei Kräften. Zwar näherten sich seine Verfolger, das Zeitpolster vor dem herannahenden Amerikaner Andrew Talansky reichte allerdings. "Ich habe es mit der Brechstange probiert, ich hatte keine Lust, nochmal Vierter oder Fünfter zu werden", sagte Geschke.

Geschke tritt in die Fußstapfen von Gerdemann

Bereits auf den letzten Metern war die Anstrengung in seinem Gesicht einem Lächeln gewichen. "Ich habe noch nicht so viel gewonnen in meiner Laufbahn", sagte Geschke, der auch aus der Heimat Glückwünsche empfing. "Wahnsinn!", twitterte etwa Sprintstar und Teamkollege Marcel Kittel, dessen kontroverses Tour-Aus Geschkes Start überhaupt erst ermöglicht hatte.

Für die deutschen Fahrer war es bereits der fünfte Tagessieg bei der Tour 2015 und der 80. insgesamt. Vor Geschke waren der inzwischen ausgestiegene Tony Martin und Sprintstar André Greipel (3) erfolgreich gewesen. Zudem war es der erste deutsche Sieg bei einer Tour-Alpenetappe seit Linus Gerdemann (2007).

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