Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Tour de France 2015: Chris Froome von Zuschauer bespuckt

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Geschmacklose Aktion  

Gesamtführender Froome von Zuschauer bespuckt

24.07.2015, 21:34 Uhr | sid

Tour de France 2015: Chris Froome von Zuschauer bespuckt. Christopher Froome musste sich auf der 19. Tour-Etappe einiges gefallen lassen. (Quelle: AP/dpa)

Christopher Froome musste sich auf der 19. Tour-Etappe einiges gefallen lassen. (Quelle: AP/dpa)

Christopher Froome wurde bespuckt und beleidigt - und blieb dennoch diplomatisch: Die Freude über die geglückte Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg der 102. Tour de France wollte sich der britische Radprofi trotz erneuter Anfeindungen unter der Gürtellinie nicht nehmen lassen.

"Ich war heute wie im Tunnel, ich habe nichts mitbekommen", sagte Froome, der auf der Königsetappe der Alpen nicht zum ersten Mal geschmacklosen Aktionen der Zuschauer hilflos ausgeliefert war.

Beschimpfungen und abfällige Gesten am laufenden Band

Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel, als er nach Kräften den größer werdenden Rückstand auf seinen schärfsten Rivalen Nairo Quintana zu verkürzen versuchte, hatte ein Zuschauer Froome angespuckt. Erst nachdem er von Journalisten mehrfach auf den Vorfall angesprochen wurde, kritisierte Froome: "Wenn das so war, dann ist das armselig und inakzeptabel." Der Brite, der am vergangenen Samstag sogar mit einem Urin-Becher beworfen worden war, war auf der 19. Etappe nach La Toussuire bereits zuvor mehrfach mit abfälligen Gesten und Beschimpfungen bedacht worden.

Anders als das Verhalten der "Fans" hatte Froome die fragwürdige Aktion des Etappensiegers Vincenzo Nibali aus nächster Nähe beobachtet. Auf dem Weg zum Col de la Croix de Fer (2067 Meter) waren Froome die Unterstützer ausgegangen. Nahezu auf sich allein gestellt, geriet er in Schwierigkeiten, als er im Anstieg wegen eines Steins in der Hinterradbremse kurz anhalten musste.

Nibali mit unsportlichem Verhalten

Zwar kämpfte sich Froome wieder an die Gruppe der Top-Favoriten heran, doch Nibali nutzte die Gunst der Stunde für eine Attacke und verstieß damit gegen das Gentlemen's Agreement: Angriffe bei technischen Problemen der Gegner sind im Peloton verpönt. "Ich habe ihm deutlich gesagt, was ich davon halte", so Froome: "Er hat den Moment ausgenutzt, als ich ein mechanisches Problem hatte. Ich glaube nicht, dass es sportlich war." Der italienische Titelverteidiger stritt ab, die Panne seines Rivalen bemerkt zu haben. Da außer Nibali aber keiner angriff, durfte die Version des Astana-Kapitäns zumindest angezweifelt werden.

Nibali schloss im Anschluss im Alleingang die Lücke zum zuvor enteilten Franzosen Pierre Rolland (Europcar), der vor drei Jahren an gleicher Stelle einen Etappensieg gefeiert hatte. 16 Kilometer vor dem Ziel zog Nibali das Tempo an und enteilte seinem Begleiter.

Froome hat den Gesamtsieg vor Augen

Unterdessen lieferten sich Froome und Quintana einen erbitterten Zweikampf. Quintana, der sich fast die gesamte Etappe über konsequent an Froomes Hinterrad aufgehalten hatte, gab fünf Kilometer vor dem Ziel seine abwartende Haltung auf und attackierte. Froome konterte mit größter Mühe und erreichte 30 Sekunden hinter dem 25-Jährigen vom Team Movistar das Ziel. "Nairo war sehr stark, ich habe versucht, den Rückstand in Grenzen zu halten und dabei so viel Energie wie möglich für morgen zu sparen", sagte Froome: "Ich hoffe, wir kriegen es morgen hin. Es wird der letzte große Test."

Beim abschließenden Alpen-Showdown nach L'Alpe d'Huez dürften Froome nur noch ein Sturz oder ein nicht zu erwartender Leistungseinbruch am zweiten Gesamtsieg nach 2013 hindern, der Vorsprung auf den zweitplatzierten Quintana beträgt komfortable 2:38 Minuten. Die Fahrt über die 21 legendären Spitzkehren wird für den gebürtigen Kenianer trotz zu erwartender Attacken des Bergflohs aus den Anden aller Voraussicht nach zu einer Triumphfahrt.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal