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Tour de France 2015: Chris Froome ist "Tausend Tode gestorben"

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Nach Quintana-Attacken  

Froome: "Ich bin Tausend Tode gestorben"

26.07.2015, 12:32 Uhr | dpa

Tour de France 2015: Chris Froome ist "Tausend Tode gestorben". Nach der 20. Etappe ist der Tour-Führende Christopher Froome völlig entkräftet. (Quelle: Reuters)

Nach der 20. Etappe ist der Tour-Führende Christopher Froome völlig entkräftet. (Quelle: Reuters)

Lächelnd reckte Christopher Froome die Arme in die Höhe und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf: Nachdem der designierte Gesamtsieger der 102. Tour de France auf dem Podium im legendären L'Alpe d'Huez das Gelbe Trikot übergestreift bekommen hatte, fiel ihm eine Zentnerlast von den Schultern. "Es war unglaublich emotional, ich bin sehr erleichtert. In Gelb ins Ziel zu kommen, ist ein Traum", sagte Froome.

Zum zweiten Mal nach 2013 wird der 30-Jährige vom Team Sky am Sonntag das Maillot jaune als strahlender Sieger nach Paris tragen und auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées feierlich geehrt werden. Wenn in Sèvres am Seineufer die "Tour de l'Honneur" beginnt, braucht Froome keine Angriffe mehr fürchten. Stattdessen darf er mit seinem Team mit dem obligatorischen Glas Schampus anstoßen.

"Ich bin Tausend Tode gestorben"

Für die Erfüllung seines Traums hatte sich der Brite allerdings mächtig ins Zeug legen müssen, völlig entkräftet ließ sich Froome nach dem spektakulären Finale auf einen Klappstuhl im Zielbereich fallen und hustete sich dabei regelrecht die Seele aus dem Leib. "Es waren heute nur knapp 100 Kilometer, aber sie haben sich angefühlt wie 300 Kilometer. Ich war echt in Gefahr. Ich bin Tausend Tode gestorben", sagte Froome nach den 110,5 Kilometern der 20. Etappe von Modane ins Tour-Mekka.

Vor allem der von unzähligen Fans gesäumte Schlussanstieg, auf dem Froome erneut von einigen Unverbesserlichen beleidigt und sogar bespuckt wurde, geriet zur Schwerstarbeit. "Der letzte Anstieg hat richtig weh getan", so Froome. Dies lag vor allem an Nairo Quintana, Froomes größten Rivalen, der nochmals einen leidenschaftlichen Angriff auf das Gelbe Trikot unternahm.

Quintana setzt Froome massiv unter Druck

Quintana zermürbte Froome mit diversen Attacken und setzte ihn massiv unter Druck. Nach mehreren vergeblichen Versuchen setzte sich der Movistar-Kapitän rund zehn Kilometer vor dem Ziel vom schwächelnden Froome ab, vergrößerte den Vorsprung Sekunde um Sekunde und überquerte das Ziel 1:20 Minuten vor dem Top-Favoriten und knapp hinter Tagessieger Thibaut Pinot (FDJ).

Froome, der bereits tags zuvor eine halbe Minute auf Quintana eingebüßt hatte, war verwundbar. Während er in den Pyrenäen noch nach Belieben dominiert hatte, gingen dem gebürtigen Kenianer in den Alpen die Kraftreserven aus. Letztlich rettete er aber einen Vorsprung von 1:12 Minuten auf Quintana ins Ziel. Zudem wird er neben Gelb am Sonntag auch mit dem gepunkteten Bergtrikot geehrt. "Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen. Mir gingen so viele Emotionen durch den Kopf im letzten Anstieg", sagte Froome.

Quintana: "Habe die Tour in der ersten Woche verloren

Der Kolumbianer Quintana, der wie 2013 das weiße Trikot des besten Jungprofis nach Paris trägt, fand bereits nach der Etappe sein Lächeln wieder. Der Bergfloh aus den Anden bewies in den Alpen, dass er zurecht als stärkster Kletterer im Peloton gilt. Letztlich scheiterte seine Mission Tour-Sieg auch an einer Windkante auf der zweiten Etappe, als er an der niederländischen Nordseeküste 1:28 Minuten auf Froome einbüßte. "Ich habe die Tour in der ersten Woche verloren", sagte Quintana.

Am Sonntag könnte neben Froome auch der deutsche Top-Sprinter André Greipel (Lotto-Soudal) noch einmal ins Rampenlicht fahren. Der 33-Jährige, der bislang drei Etappen gewann, würde seine ohnehin erfolgreiche Tour mit dem prestigereichen Sieg in Paris krönen. Auch Klassiker-Spezialist John Degenkolb (Giant-Alpecin) hat nochmals die Chance, den ersehnten Tour-Etappensieg zu feiern.

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