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Emanuel Buchmann weckt deutsche Tour-Hoffnungen

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Auch Martin stark in den Pyrenäen  

Buchmann weckt deutsche Tour-Hoffnungen

10.07.2016, 18:36 Uhr | sid, t-online.de

Emanuel Buchmann weckt deutsche Tour-Hoffnungen. Setzt bei seiner zweiten Tour de France Akzente in den Bergen: Emanuel Buchmann. (Quelle: imago/Sirotti)

Setzt bei seiner zweiten Tour de France Akzente in den Bergen: Emanuel Buchmann. (Quelle: Sirotti/imago)

Verschwitzt und verdreckt sah Emanuel Buchmann aus, als er in Bagnéres-de-Luchon über seinen glänzenden Pyrenäen-Auftritt sprach. Doch nicht nur die Spuren der Erschöpfung waren dem deutschen Rundfahrer-Talent nach der ersten schweren Bergetappe der Tour de France anzusehen.

Durch die dunkle Sonnenbrille schimmerte auch eine Menge Zufriedenheit. "Es geht von Tag zu Tag aufwärts", sagte er. Ein paar hundert Meter weiter war Zeitfahr-Spezialist Tony Martin ebenfalls mit sich im Reinen, als er sich auf der Rolle die Milchsäure aus den Beinen radelte. "Ich bin froh, dass die Form stimmt", sagte der 31-Jährige und meinte das vor allem mit Blick auf das große Saisonziel Olympische Spiele im nächsten Monat.

Martin stark am Tourmalet

Martin hatte zuvor am Berg ähnlich positive Signale wie Buchmann gesendet. Dass der gebürtige Cottbuser am legendären Col du Tourmalet zu den Kletterassen Rafal Majka und Thibaut Pinot aufschloss, war bemerkenswert. "Es gab andere Zeiten, da habe ich am Tourmalet richtig gelitten, trotzdem war ich teilweise schon etwas über meinem Wohlfühltempo", sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister und lächelte.

Am Mannschaftsbus von Bora war derweil Teamchef Ralph Denk begeistert von seinem Schützling Buchmann. "Das war ein großer Tag für uns. Es sind viele gute Namen fliegen gegangen, aber Emanuel war immer noch dabei. Daraus hat er viel Moral geschöpft", sagte Denk, der den Ravensburger ganz behutsam an die Weltelite der Klassementfahrer heranführen will.

Als Gesamt-22. in den Ruhetag

Auch bei der Pyrenäen-Königsetappe nach Andorra-Arcalis verkaufte sich Buchmann teuer, verlor am Sonntag nur gut drei Minuten auf Titelverteidiger Chris Froome und rückte in der Gesamtwertung einen weiteren Platz nach vorn auf Rang 22.

Doch der Samstag war für Buchmann noch wichtiger, war es doch wieder ein bedeutender Schritt zu seinem Karriereziel. Als 15. kam er zeitgleich mit dem zweimaligen Tour-Gesamtsieger Alberto Contador an. Die Leistung war noch höher zu bewerten als der dritte Etappenplatz in den Pyrenäen im vergangenen Jahr, weil er nicht wie damals als Ausreißer fuhr, sondern den ganzen Tag an der Seite der Top-Kletterer verbrachte. "Er kommt seinem Ziel Top 20 immer näher", sagte Denk, erkannte aber auch: "Auf einen Etappensieg zu fahren, wird dann natürlich immer schwieriger."

Martin im Soll für Olympia-Traum

Diesen würde sich Martin gerne noch holen, wenn nicht auf der 13. Etappe im einsamen Kampf gegen die Uhr, dann vielleicht an einem anderen Tag mit einer ähnlichen Aktion wie in den Pyrenäen. Viel wichtiger ist für ihn jedoch, dass er offenkundig im Olympia-Plan liegt. So schwer das Einzelzeitfahren in Rio de Janeiro auch sein mag, zumindest die Hoffnung auf eine Medaille ist intakt.

"Sowas kostet richtig Körner", sagte Martin über seinen Ausreißversuch, dem er am Sonntag auch Tribut zollte: "Aber ich hoffe, es ist dem Formaufbau zuträglich, und dass der Körper alles mitmacht." Martin hat einige Kilo verloren für den Olympia-Traum, selten sah er so dünn aus wie momentan.

Das Gewicht ist auch ein Teil der Erklärung für seine starke Kletterleistung, die so gut ist, wie seit der Tour de Suisse 2014 nicht mehr. "Ich bin auf jeden Fall auf einem guten Weg Richtung Rio", sagte Martin.

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