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Tennis - Doping: Experteneinschätzung zu Martina Hingis

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Tennis: Martina Hingis  

Thevis: "Es existieren keine Studien"

03.11.2007, 14:21 Uhr

Doping-Experte: Mario Thevis (Foto: imago)Doping-Experte: Mario Thevis (Foto: imago) Martina Hingis' angeblicher Kokainmissbrauch wirft vor allem die Frage nach dem sportlichen Sinn einer diesbezüglichen künstlichen Nachhilfe auf. Die frühere Weltranglistenerste trat der Vermutung, sie würde dadurch zur besseren Tennisspielerin, im Rahmen ihrer Rücktritts-Pressekonferenz offensiv entgegen - vor allem auch, um ihre Unschuld zu untermauern: "Unter Drogeneinfluss wäre es für jeden schlicht unmöglich, die koordinativen Abläufe zu erhalten, die im Weltklassetennis gefragt sind." T-Online erkundigte sich bei Dr. Mario Thevis, dem Sprecher des Zentrums für präventive Dopingforschung an der Sporthochschule in Köln. Für den Wissenschaftler ist die Wirkung schwer einzuschätzen, "da es dazu keine Studien gibt". Hingis stütze sich also "entweder auf ihre eigene Einschätzung" oder habe "Erfahrungen gemacht". Damit aber wolle Thevis natürlich keine Vorverurteilung äußern.


Motivation und Euphorie helfen immer


Fest stehen die sowohl stimulierenden als auch euphorisierenden Eigenschaften des Kokains: "Je motivierter und euphorisierter man in einen Wettkampf geht", so Thevis im Exklusiv-Gespräch, "desto höher sind auch die Erfolgsaussichten." Neben dieser allgemeinen, auch schmerzlindernden Wirkung auf den Sportler und seinen Organismus sei es aber "schwer einzuschätzen, wie speziell die feinmotorigen Abläufe in Ballsportarten beeinflusst werden", ist auch Thevis eine abschließende Beurteilung nicht möglich.

Verwendungsziel für das Strafmaß unerheblich


Er denkt deshalb auch nicht, "dass das Kokain als Dopingmittel benutzt werden würde". Werde es allerdings im Körper des Athleten entdeckt, sei er dafür verantwortlich. Die Strafe erfolge so oder so: "Ob es zu Dopingzwecken verwendet wurde, ist dann unerheblich." Es sei ansonsten "pure Spekulation", nach Sportarten zu suchen, die sich für den Missbrauch des Kokains mehr oder weniger eigneten.

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