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Becker und Graf landen Siege für die Ewigkeit

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Tennis - Wimbledon  

Becker und Graf landen Siege für die Ewigkeit

18.06.2009, 11:41 Uhr | sid

Boris Becker und Stefanie Graf 1989 beim traditionellen Champions Dinner. (Foto: imago)Boris Becker und Stefanie Graf 1989 beim traditionellen Champions Dinner. (Foto: imago) Das magische "Game, Set, Match, Graf" schallte an jenem 9. Juli 1989 um 15.40 Uhr deutscher Zeit zuerst über den Center Court in Wimbledon. Und nicht einmal drei Stunden später hörten die 14.000 Tennis-Fans "Game, Set, Match, Becker". Geschlagen in den Finals, die wegen Regens beide am Sonntag ausgespielt wurden, waren Martina Navratilova (USA) und Stefan Edberg (Schweden).

In der Dämmerung dieses für den deutschen Sport vor 20 Jahren historischen Tages strahlten Steffi Graf, damals 20, und Boris Becker, damals 21, wie glückliche Königskinder im Blitzlicht der "viewing line", der traditionellen Wimbledongasse für die Schaulustigen, direkt vor den von Efeu umrankten Mahagoni-Türen des "All England Lawn Tennis and Croquet Clubs".

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Aktuelle Nachrichten vom Tennis

Glückwünschtelegramme von Kohl und Weizsäcker

Boris Becker sagte, die Leute würden erst merken, was dieser zweifache Triumph im Dreistundentakt bedeutet, "wenn wir beide Großvater und Großmutter sind". Im Telegrafenraum der Katakomben tickerten derweil die Glückwünsche von Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl ein.

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Einmaliger Doppelpack in Wimbledon

112 Jahre Wimbledon mussten gespielt werden bis zu diesem deutschen Doppelschlag an einem Tag an der würdigsten Stätte des Tennissports. Deutsche Grand-Slam-Siege im Zweierpack hatte es zuvor in den Einzel-Wettbewerben nur durch Hilde Sperling und Gottfried von Cramm 1936, sowie durch Hilde Sperling und Henner Henkel 1937, jeweils in Paris, aber fein säuberlich getrennt am Samstag und Sonntag gegeben.

Presse stürzt sich auf die "German Wunderkinder"

Auch sonst wurde nach dem Graf-Becker-Coup tief in der deutschen Sportgeschichte gegraben. Eilig fragten im Presseraum internationale Journalisten die deutschen Kolleginnen und Kollegen, ob denn dieser Tag vergleichbar sei mit den Erfolgen eines Max Schmeling oder der Sensation des 3:2 über Ungarn im Finale der Fußball-WM 1954? Und wie weit liegen denn Leimen und Brühl auseinander, wo die "German Wunderkinder" herkommen, wurde viel gefragt.

Graf kämpft Navratilova nieder und bricht in Tränen aus

Es war in jeder Hinsicht ein besonderer Tag. Auf dem nach 14 Tagen harter Kämpfe braun und niedergetretenen Gras hatte Steffi Graf, die sonst so Beherrschte, gegen die große Navratilova voller Leidenschaft und Emotionen gesiegt. Mehrmals schrie Fräulein Vorhand auf und zeigte bei kniffligen Punkten fast so etwas wie die Becker-Faust. Unmittelbar nach dem 6:2, 6:7, 6:1 schüttelte ein Tränenausbruch Steffi Graf. Auch als sie den begehrten Silberteller aus der Hand der Herzogin von Kent dann für Publikum und Fotografen in die Höhe riss, hatte sie noch feuchte Augen.

Becker ganz in sich gekehrt nach seiner persönlichen Mondlandung

Verkehrte Welt dagegen im Becker-Finale. Der gerade an dieser Stätte mit seinen vielen Hochs und Tiefs, seinen Hechtsprüngen und den intensiven Zwiegesprächen mit Linien- und Schiedsrichtern so emotionale Rotschopf aus Leimen wirkte diesmal noch um einige Grad kühler als der schon immer überdisziplinierte Stefan Edberg auf der anderen Netz-Seite. Als Becker den Matchball zum 6:0, 7:6, 6:4 mit einem klassischen Service-Winner nach schwachem Return des Schweden perfekt machte, hockte er, eine lange Minute ganz wie in sich selbst zurückgezogen, auf seinem Stuhl, faltete die Hände und blickte zum Himmel. Die schwarzen Wolken hatten dicht gehalten, nur fünf Minuten nach dem Matchball fiel der Regen und alles wäre vielleicht ganz anders gekommen. Die Fotografen mussten Becker laut schreiend zu einem Lächeln auffordern.

"King Boris" und "Queen Steffi" werden gefeiert

Die internationale Presse feierte die Deutschen. Selbst die Briten, die Becker früher schon einmal aus einer Mischung aus Bewunderung und Abschätzigkeit einen "verrückten deutschen Holzhacker", "German Panzer" oder auch nur "Metzger" nannten, titelten nun fast einhellig mit "King Boris" und "Queen Steffi". Der Mailänder "Corriere dela Sera" schockte die Engländer ein wenig mit der Frage "Sind wir sicher, dass Wimbledon in England liegt?"

Mit Silberteller und Goldpokal zum Champions Dinner

Das ganz Besondere dieses Sonntags vor 20 Jahren war nach dem Gala-Auftritt in der "viewing line", Steffi und Boris Arm in Arm, links der Silberteller, rechts der Goldpokal, auch noch spät in der Nacht beim Champions Dinner zu spüren. An der hellblauen Wand des Spiegelsaales im edlen Londoner Savoy-Hotel symbolisierten erstmals zwei deutsche Flaggen das Einmalige.

Becker drückt sich vor dem Ehrentanz der Sieger

Doch fast wäre dieses "Dinner for two" zum "Dinner for one" geworden, denn Boris Becker rückte im Smoking und gestylter James-Dean-Frisur erst kurz vor elf an, als die Lachspastete und die Wachteln in Teig mit Traubensoße schon durch waren. Es wurde dann doch noch eine wunderbare Feier mit noch größeren Tennis-Größen wie der damals 93-jährigen Kitty Godfree und dem ersten Grand-Slam-Gewinner der Geschichte, dem Amerikaner Donald Budge. Und weil es schon so spät war, blieb dem jungen Traumpaar des Abends der bei nahezu allen Tennis-Legenden bis heute höchst verpönte Ehrentanz erspart, zum Glück, wie beide versicherten.

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