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Tennis - Rothenbaum  

Dawidenko erster russischer Sieger in Hamburg

29.05.2015, 02:04 Uhr | dpa

Dawidenko: "Nächstes Jahr wieder dabei." (Foto: dpa)Dawidenko: "Nächstes Jahr wieder dabei." (Foto: dpa) Die German Open am Rothenbaum haben erstmals einen russischen Sieger. Mit stoischer Ruhe und kühl-berechnendem Sandplatz-Tennis setzte sich Nikolai Dawidenko vor nur 5400 Zuschauern mit 6:4, 6:2 gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu durch und holte sich den mit 228.000 Euro entlohnten Titel von Rafael Nadal.

Der Vorjahressieger aus Spanien machte wie sein Finalgegner Roger Federer einen großen Bogen um Hamburg, das seit diesem Jahr kein Masters, sondern nur noch ein Turnier der zweiten ATP-Kategorie ausrichten darf. Letzter Russe in einem Rothenbaum-Finale war Marat Safin, der dem Schweizer Federer im Jahr 2002 glatt unterlag.

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Der an Nummer zwei gesetzte Russe will wiederkommen

"Das ist mein 15. Titel - ich bin sehr froh", sagte Dawidenko und reckte den Pokal, eine silberne Schiffschraube, in die Höhe. Der an Nummer zwei gesetzte Russe, der viele Jahre in Salmtal gelebt hat, machte schnell deutlich, dass er sich nicht mit der Rolle des unglücklichen Finalisten zufriedengeben wollte. Zu allem entschlossen, wie beim 7:5, 7:6 (7:2)-Halbfinalerfolg gegen den Spanier David Ferrer, trumpfte der 28-Jährige auf - und versprach nach seinem ersten Titel der Saison: "Ich bin immer gekommen, egal ob im Mai oder Juli gespielt wurde. Auch nächstes Jahr bin ich natürlich wieder dabei."

Schnelles Break auch im zweiten Satz

Wie sein ein Jahr jüngerer Gegner klebte Dawidenko fast die gesamten 1:28 Stunden Spielzeit an der Grundlinie und trieb Mathieu scheinbar emotionslos über den Asche-Platz. Der an 16 gesetzte Franzose hielt lange mit, doch in den wenigen entscheidenden Momenten hatte Dawidenko die besseren Antworten parat. 104.000 Euro waren das Trostpflaster für Mathieu, der auch im zweiten Satz ein schnelles Break kassierte und weiter auf seinen fünften Turniersieg wartet.

Der Standort Hamburg soll gehalten werden

Für die zehn deutschen Tennisprofis gab es am Rothenbaum nichts zu erben. Was die Bilanz von Turnierchef Michael Stich trübte. "Natürlich hätte ein deutscher Finalist dem Turnier sehr gut getan", sagte der 40-Jährige, der trotzdem weitermachen will: "Aber für eine klare Prognose ist es noch zu früh." Wenn unterm Strich eine schwarze Null steht, ist der Wimbledonsieger in zwölf Monaten wieder mit von der Partie. "Zu 80 Prozent gehe ich davon aus", sagte Stich. Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels wurde bei der Siegerehrung deutlicher: "Wir werden das Turnier und den Standort Hamburg auch in Zukunft halten."

"Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"

Eine Panne wie am Samstag will der Turnierchef nicht noch einmal erleben. Im sintflutartigen Regen machte das Zeltdach schlapp - und ein Sturzbach ergoss sich über den Rängen. Mathieu und Pablo Cuevas aus Uruguay flüchteten, während Stich auf dem Center Court eilte und die Zuschauer beruhigte. Als der erste Schreck verflogen war, bewies die Stadion-Regie Humor: Erst dröhnte "It's raining men" aus den Boxen; später wurde "Wann wird's mal wieder richtig Sommer" gespielt.

Greul hält die deutschen Hoffnungen hoch

Qualifikant Cuevas konnte die Wirren nicht zu einem neuerlichen Coup nutzen und unterlag Mathieu mit 6:4, 3:6, 5:7. Trotzdem kam er weiter als alle deutschen Kollegen. Hoffnungsträger Philipp Kohlschreiber hatte er im Achtelfinale rausgeschmissen, nachdem Björn Phau in Runde eins hatte dran glauben müssen. Bester heimischer Akteur war Simon Greul, aber auch Daniel Brands bekam ein Lob von Stich: "Schade, dass er gegen Mathieu ausgeschieden ist und seinen Höhenflug nicht fortsetzen konnte."

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