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Tennis: Kiefer in Halle mit erfolgreichem Comeback

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Tennis - Gerry Weber Open  

Kiefer: "So ein Sieg macht mich stolz"

08.06.2010, 15:00 Uhr | dpa, dpa

Tennis: Kiefer in Halle mit erfolgreichem Comeback. Siegerfaust: Nicolas Kiefer ist stolz auf seinen Auftaktsieg in Halle. (Foto: dpa)

Siegerfaust: Nicolas Kiefer ist stolz auf seinen Auftaktsieg in Halle. (Foto: dpa)

"Rasenkönig" Roger Federer glanzlos, aber souverän, Publikumsliebling Nicolas Kiefer nach langer Leidenszeit im Aufwind: Als ältester Teilnehmer erreichte der Tennisprofi aus Hannover am "Tag der Deutschen" im westfälischen Halle nach großem Kampf mit 4:6, 6:1, 7:5 gegen den an drei gesetzten Russen Michail Juschni die Runde der besten 16. Der topgesetzte Schweizer Federer, hinter Rafael Nadal die Nummer zwei der Tenniswelt, zwang den finnischen Weltranglisten-65. Jarkko Nieminen nach 63 Minuten mit 6:4, 6:4 in die Knie. Der Stuttgarter Andreas Beck besiegte den ungesetzten Ukrainer Sergej Stachowski mit 6:1, 7:5 und trifft bei dem mit 750.000 Euro dotierten Rasenturnier in Runde zwei ausgerechnet auf Kiefer.

Auch Philipp Kohlschreiber, Halle-Finalist von 2008, gewann sein Auftaktmatch und erreichte nach einem Tiebreak-Krimi von 2:28 Stunden Dauer mit 7:6 (7:2), 6:7 (10:12) und 6:4 gegen den belgischen Nachrücker Ruben Bemelmans als sechster Deutscher die Runde der besten 16. Im zweiten Satz vergab der Weltranglisten-35. gegen die Nummer 199 fünf Matchbälle. Der Hamburger Mischa Zverev hatte beim 6:4, 6:4 gegen den Franzosen Florent Serra deutlich weniger Mühe. Simon Greul (Kornwestheim) schied mit 6:7 (1:7), 0:6 gegen den russischen Weltranglisten-Fünften Nikolaj Dawidenko aus.

Kiefer auch in Wimbledon dabei

"Kiwi" Kiefer, der für Wimbledon eine Wildcard zugesprochen bekam, ist endlich wieder da. Nach einer Leistenoperation im Winter und einer mehr als halbjährigen Verletzungspause stieß er unter dem Jubel des Publikums nach 2:07 Stunden ein lautes "Ja" aus: "So ein Sieg macht mich stolz. Aber man sollte ihn nicht überbewerten."

Sieg gegen Juschni eine Genugtuung

Doch für ihn, als einstiger Weltrangliste-Vierter nur noch an Position 181 geführt, war der unerwartete Erfolg bei den Gerry Weber Open gegen den 167 Plätze höher eingestuften Russen eine Genugtuung: Seine bisherigen drei Comeback-Versuche 2010 waren allesamt mit Auftakt-Niederlagen zu Ende gegangen. Doch "in Halle spiele ich immer mein bestes Tennis", kommentierte der Davis-Cup-Spieler seinen Erfolg.

Entscheidendes Break beim 5:5

Gegen den 27 Jahre alten Juschni hatte Kiefer, Halle-Gewinner von 1999, zu Beginn zwar leichte Probleme. Doch spätestens nach dem 6:1 im zweiten Durchgang witterte er seine Chance. Er fand sich immer besser zurecht, nahm seinem Widerpart im dritten Satz den Aufschlag zum 6:5 ab und ließ sich den zweiten Matchball nicht mehr nehmen.

Zeit zum Training genutzt

"Die Wildcard für Wimbledon hat mich sehr motiviert - das ist eine Fortsetzung der guten Nachrichten der vergangenen Wochen", meinte der sichtlich erleichterte Kiefer, der im Spätsommer Vater wird. Den Düsseldorfer World Team Cup und die French Open in Paris musste er auslassen, nutzte die Zeit aber für das Training. "Ich war schnell auf den Beinen. Das habe ich mir wieder angeeignet", schilderte er.

Beck holt 2:5-Rückstand auf

Beck war am Vortag ein wenig schneller als Kiefer und zog nach Dominik Meffert (Köln) und dem Bayreuther Philipp Petzschner in die Runde der besten 16 ein. Im zweiten Satz lag der Viertelfinalist der beiden vergangenen Jahre schon 2:5 zurück, verwandelte dann aber nach 1:25 Stunden seinen ersten Matchball. Nachsitzen muss Benjamin Becker (Mettlach), dessen Spiel gegen den Russen Michail Ledowskich bei 2:1 im ersten Satz wegen Regens unterbrochen wurde.

Greul scheitert an Dawydenko

Für Simon Greul ist das Turnier in Halle unterdessen beendet. Der 29-Jährige verlor gegen den Weltranglistenfünften und an Position zwei gesetzten Nikolai Dawydenko aus Russland mit 6:7 (1:7), 0:6. Für den ATP-Weltmeister aus Russland war es nach einer Handgelenksverletzung das erste Match auf der Tour seit März.

Schüttler erreicht Achtelfinale von Queens

Rainer Schüttler bleibt beim Rasenturnier im Londoner Queen's Club indes weiter im Wettbewerb. Dem Korbacher gelang überraschend der Sprung ins Achtelfinale. Der 34-Jährige schlug den favorisierten Weltranglisten-20. Gael Monfils aus Frankreich 6:3, 6:7 (4:7), 6:2. Schüttler, Nummer 82 der Weltrangliste, trifft bei dem Vorbereitungsturnier auf Wimbledon nun entweder auf den Franzosen Richard Gasquet, der sich 6:3, 7:5 gegen Rajeev Ram (USA) durchsetzte.

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