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Andrea Petkovic verehrt Steffi Graf

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Tennis  

"Fed Cup ist für mich eine Herzensangelegenheit"

11.04.2011, 18:08 Uhr | t-online.de

Andrea Petkovic verehrt Steffi Graf. Andrea Petkovic hat allen Grund zur Freude. (Foto: imago)

Andrea Petkovic hat allen Grund zur Freude. (Foto: imago)

Das Interview führte Jörg Runde

Dank Andrea Petkovic wird in Deutschland wieder positiv über Tennis gesprochen. Die 23-jährige Darmstädterin kommt bei den Fans wegen ihrer lockeren Art gut an und sie rangiert in der Weltrangliste bereits in den Top 20. Wohin ihre sportliche Reise noch gehen soll, erzählt Petkovic im Interview mit t-online.de.

Frau Petkovic, was überwiegt nach dem Turnier in Miami: Freude über das Erreichte oder Enttäuschung über die verpasste Chance?
Ganz klar die Freude über das Erreichte. Besonders, wenn ich nun mit ein paar Tagen Abstand zurückblicke. Klar, im ersten Moment war ich schon geknickt. Aber der Weg vom Ärgern bis zum Aus-den-Fehlern-lernen und Abhaken ist bei mir zum Glück sehr kurz.

Woran werden Sie nach der Niederlage gegen Sharapova am intensivsten arbeiten?
Es gibt zwei Baustellen, an denen ich arbeiten will. Eine davon ist die Konstanz. Das gelingt mir zuletzt immer besser. Gegen Sharapova gab es im zweiten Satz dann aber wieder einen Einbruch. Dagegen hilft ein noch variantenreicheres Spiel. Als Sharapova plötzlich aufgedreht hat, habe ich nicht schnell genug die passende Antwort gefunden, sondern bin ihr Tempo erst einmal mitgegangen. Und dann war’s ruck-zuck vorbei. Das ist der zweite Punkt, den ich verbessern möchte.

Sie stehen erstmals in den Top 20. Was fehlt noch für die Top Ten? Was für die Weltspitze?
Nach oben hin wird die Luft immer dünner. Dafür zahle ich auch gerne ins Phrasenschwein ein, denn es ist definitiv so. Daher denke ich, dass Geduld ein wichtiger Faktor ist. Ich muss mich nun Schritt für Schritt vorarbeiten und nicht zu viel auf einmal wollen. Um zur absoluten Weltspitze zu gehören, muss ich aber auch noch mein Spiel verbessern und dort die allerletzten Prozentpunkte rauskitzeln.

Der eine oder andere Experte nennt Sie ja bereits in einem Atemzug mit Steffi Graf. Was sagen Sie dazu?
Für mich ist dieser Vergleich immer sehr weit weg. Steffi ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Dass eine einzelne Spielerin im Tennis so dominiert, wird es wahrscheinlich nie mehr geben. Ich durfte ja neulich ein paar Bälle mit ihr schlagen und war danach total kaputt. Sie könnte auch jetzt noch auf der Tour mithalten. Von dem, was Steffi erreicht hat, bin ich noch meilenweit entfernt.

Sie gelten im Tennis-Zirkus als Spätstarterin. Betrachten Sie das als Vor- oder Nachteil?
Ich sehe das als sehr großen Vorteil. Als junges Mädchen hätte ich Rückschläge wahrscheinlich nicht so gut verkraftet, hätte außer Tennis im Leben nicht viel kennengelernt, und dann wäre es bei meinem naturgegebenen Ehrgeiz vielleicht zu verkrampft geworden. So hatte ich die Gewissheit, auch etwas anderes machen zu können, wenn es nicht klappt, habe mir Verschiedenes angeschaut und mich dann bewusst für Tennis entschieden.

Ihr Vater sagte unlängst in einem Interview, Sie hätten noch Steigerungsmöglichkeiten. Welche Bereiche meinte er damit?
Ich denke, er meint neben den bereits erwähnten Dingen vor allem, dass ich insgesamt noch abgezockter werden muss und so ein Spiel wie gegen Sharapova sicher nach Hause bringe. Vielleicht meint er auch die Mithilfe im Haushalt – da gibt es ganz sicher ebenfalls noch Steigerungsmöglichkeiten.

Sie gelten als extrem fit, professionell und doch locker und freundlich. Wie schaffen Sie diese Gratwanderung?
Ich glaube, dass das nichts ist, was sich ausschließt. Nur, weil auf dem Platz eine große Verbissenheit herrscht, muss das im Umgang mit anderen Menschen nicht auch so sein. Es gehört für mich sogar ein Stück weit zur Professionalität, trotz des Drucks locker und freundlich bleiben zu können. Das Gute ist, dass ich mir darum überhaupt keine Gedanken machen muss. Das kommt wahrscheinlich automatisch, weil ich das Leben mag. Wenn im zwischenmenschlichen Bereich alles ernst wäre, würde mich das nur belasten.

Ihre letzten Stationen waren Miami, Indian Wells, Dubai und Paris. Bleibt überhaupt noch Zeit für ein Privatleben?
Leider kaum. Zeit fürs Privatleben muss man sich mühsam abknapsen. Das ist so schon schwer genug, wenn man die ganze Zeit um den Globus tourt und von Turnier zu Turnier reist. Mit meinen jüngsten Erfolgen kommen nun zusätzlich noch sehr viele Pressetermine hinzu. Es kommt mir manchmal vor, als hätte ich eine Lawine losgetreten. Und das alles eigentlich nur, weil ich den Ball einmal mehr übers Netz bringen will als meine Gegnerinnen.

Tennis ist ja in erster Linie ein Einzelsport. Und Sie könnten eine Pause für die harten Wochen mit Paris und Wimbledon sicher gut gebrauchen. Haben Sie auf den Fed Cup nächste Woche gegen die USA überhaupt Lust?
Der Fed Cup ist für mich eine Herzensangelegenheit, daher ein klares: Ja! Sonst würde ich ja auch nicht auf die Teilnahme an anderen Turnieren dafür verzichten. Ich verstehe mich mit den anderen Mädels super, und wir sind heiß, das Ding zu gewinnen. Als Einzelsportler ist es ganz wichtig, die Erfahrung zu sammeln, was Teamgeist bedeutet.

Ist Deutschland bereits reif für den Titel?
Unsere Gedanken sind komplett auf das Relegationsspiel um die Rückkehr in die Weltgruppe eins ausgerichtet. Das wollen wir unbedingt gewinnen und freuen uns wahnsinnig, diese Aufgabe mit dem Heimpublikum im Rücken angehen zu dürfen. Wenn das geschafft ist, kann man weitersehen - und erstmal feiern natürlich.

Was rechnen Sie sich für die nächsten Höhepunkte Paris und Wimbledon aus?
Bei den US Open stand ich im Achtelfinale, bei den Australian Open im Viertelfinale. Es wäre die falsche Einstellung, sich nun mit weniger zufrieden zu geben. Gerade bei den French Open rechne ich mir einiges aus, da Sand mein Lieblingsbelag ist.

Sie haben angekündigt, den Petko-Dance zukünftig wegzulassen. Warum?
Alles hat seine Zeit. Nicht umsonst heißt es, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich war sehr glücklich über die unzähligen Mails der Fans, für die der Petko-Dance das war, was er sein sollte: eine grundpositive, lebensfrohe Art, Freude auszudrücken. Aber irgendetwas Neues wird mir schon wieder einfallen.

Bei einem Grand-Slam-Sieg wird aber wieder getanzt, oder?
Bei einem Grand-Slam-Sieg überlasse ich meinem Körper das Kommando. Und das ist durchaus als Drohung zu verstehen.

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