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Görges und Petkovic sorgen für neuen Tennis-Boom

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Görges und Petkovic lösen Tennis-Boom aus

25.04.2011, 12:43 Uhr | sid, dpa

Görges und Petkovic sorgen für neuen Tennis-Boom. Julia Görges feiert ihren Titelgewinn in Stuttgart. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Julia Görges feiert ihren Titelgewinn in Stuttgart. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Julia Görges hat mit ihrem Erfolg beim Tennis-Turnier in Stuttgart eine Sensation geschafft. Eine deutsche Siegerin hatte es dort seit 1994 nicht gegeben. Den Boom bei den deutschen Damen hat sie weiter verstärkt: Jetzt gehören zwei von ihnen zu den Top 30 der Welt.

"Ein Traum ist wahr geworden. Es war schon erstaunlich, wie tough ich war. Ich kann stolz auf mich sein", sagte Görges nach ihrer 7:6 (7:3), 6:3-Gala im Finale gegen die dänische Nummer eins Caroline Wozniacki.

Deutsche Tennis-Damen mit großem Potenzial

Mit ihrem Sieg beim einzigen Frauen-Turnier in Deutschland spielte sich die Modellathletin aus Schleswig-Holstein in die Herzen der Tennisfans. Und lässt die Experten nach dem Hype der vergangenen Wochen um Andrea Petkovic von einer neuen deutschen Welle träumen. "Ich schaue voller Vorfreude in die Zukunft. Diese Mädels haben großes Potenzial", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.



Petkovic rückt auf Rang 15 vor

Mit Andrea Petkovic als Nummer 15 und Görges als Nummer 27 tauchen erstmals seit 1999 zwei deutsche Spielerinnen in den Top 30 der Weltrangliste auf. Rittner will nun alles daran setzen, ein zweites Turnier in die Heimat zu holen: "Jetzt wäre doch ein idealer Moment für die entscheidenden Leute, darüber nachzudenken." Vier deutsche Viertelfinalistinnen hatten in Stuttgart für das beste Abschneiden seit 27 Jahren gesorgt.

Siegprämie Porsche springt nicht an

Einzig in Sachen Technik offenbarte Görges nach ihrem zweiten Turniersieg nach Bad Gastein 2010 Schwächen. Als sie den 408 PS starken Edel-Sportwagen anlassen wollte, den es neben 111.000 Dollar als Siegprämie gab, fand die Powerspielerin das Zündschloss nicht. "Ich war drei Monate kein Auto gefahren", schilderte sie das Luxusproblem. Erst nach wenigen Minuten rollte Görges mit dem Cabrio langsam von der Rampe. Da hatte Petkovic ihrer Teamkollegin schon längst ihre Ambitionen getwittert: "Hammerhart. Und wehe, Du lässt mich den Porsche nicht mal Probe fahren."

Vergleich mit Steffi Graf

In der Stunde ihres bislang größten Triumphes warnte die besonnene Görges vor allzu großer Euphorie: "Man muss vorsichtig sein und das ein bisschen bremsen. Die Spielerinnen müssen Zeit bekommen, um sich zu entwickeln". Eine große Last ist ihr aber von den Schultern gefallen. "Man hat die Vergleiche mit Steffi Graf so oft gehört", sagte Görges: "Das war nicht einfach für uns, denn sie war eine Ausnahmeerscheinung und hat so viele Grand Slams gewonnen." In einer Sache hat sie Graf übrigens schon übertroffen: Graf hat das Turnier in Stuttgart nie gewinnen können.

Graf-Trainer Günthardt berät Petkovic

Zusammen mit Trainer Sascha Nensel will Görges ein neues Jahresziel definieren, nachdem sie das alte (Top 30) schon jetzt erreicht hat. Beim nächsten Turnier in Madrid wollen Görges, Petkovic und Co. den Trend fortsetzen. Die Darmstädterin arbeitet mittlerweile mit dem früheren Graf-Trainer Heinz Günthardt zusammen. "Andrea soll irgendwann einen ernsthaften Anspruch auf einen Grand-Slam-Titel haben", sagte Günthardt. Auch die lange verletzte Sabine Lisicki bewies durch ihre Viertelfinalteilnahme in Stuttgart, dass sie wieder auf dem Weg zurück ist.

Nach dem Rücktritt von Steffi Graf im August 1999 haben nur neun deutsche Tennis-Spielerinnen ein WTA-Turnier gewonnen:

2011 Julia Görges in Stuttgart
2010 Julia Görges in Bad Gastein
2009 Andrea Petkovic in Bad Gastein, Sabine Lisicki in Charleston
2007 Greta Arn in Estoril
2006 Anna-Lena Grönefeld in Accapulco
2002 Martina Müller in Budapest
2001 Bianka Lamade in Taschkent, Barbara Rittner in Antwerpen
2000 Anke Huber in Sopot, Anke Huber in Estoril

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