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French Open: Italiener Fognini beißt sich verletzt ins Viertelfinale durch

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Tennis - French Open  

Roland Garros' neuer Held heißt Fabio Fognini

29.05.2011, 16:30 Uhr | sid, dpa

French Open: Italiener Fognini beißt sich verletzt ins Viertelfinale durch. Der Italiener Fabio Fognini verletzt sich im fünften Satz am Oberschenkel, gewinnt ihn aber trotzdem. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der Italiener Fabio Fognini verletzt sich im fünften Satz am Oberschenkel, gewinnt ihn aber trotzdem. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Dass Roger Federer bei den French Open in Paris zum siebten Mal das Viertelfinale erreicht hat, überrascht nicht mal Tennis-Laien. Aber Fabio Fognini? Fünf Tage nach seinem 24. Geburtstag schrieb der Italiener eines der emotionalen Kapitel des Turniers: Trotz einer schweren Verletzung und fünf Matchbällen gegen sich, warf der 49. der Weltrangliste den routinierten Spanier Albert Montanes in fünf Sätzen heraus.

Mit 4:6, 6:4, 3:6, 6:3, 11:9 triumphierte Fognini, obwohl er sich im fünften Satz beim Stand von 7:6 am Oberschenkel verletzt hatte. Am Ende konnte sich Fognini kaum mehr bewegen und suchte sein Heil erfolgreich in direkten Gewinnschlägen. Allein der letzte Durchgang dauerte 95 Minuten. Nie zuvor stand der 1,78-Meter-Mann im Rahmen eines Grand-Slam-Turniers in der Runde der letzten Acht.

Fognini jetzt gegen Djokovic

Fognini sieht sich im Viertelfinale dem genau zwei Tage älteren Serben Novak Djokovic gegenüber. Eine schier unlösbare Aufgabe, denn der Weltranglistenzweite ist in diesem Jahr noch unbesiegt. Gegen den Franzosen Richard Gasquet gewann Djokovic zum 41. Mal in Folge: mit 6:4, 6:4 und 6:2. Nur noch zwei Siege trennen den 24-Jährigen vom Startrekord John McEnroes. Dem US-Amerikaner waren 1984 42 Erfolge in Serie gelungen. Jahresübergreifend ist der Argentinier Guillermo Vilas mit 46 gewonnenen Matches (1977) das Maß der Dinge.

Noch eine favorisierte Frau raus

Während sich die Favoriten im Männerfeld keine Blöße gaben, startet die zweite Woche des bedeutendsten Sandplatzturniers ohne die drei Topspielerinnen. Als letzte der Top Drei verabschiedete sich im Achtelfinale Wera Swonarewa. Die US-Open-Finalistin aus Russland unterlag ihrer Landsfrau Anastasia Pawljutschenkowa 6:7 (4:7), 6:2, 2:6. Zuvor waren bereits die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki aus Dänemark und die an zwei gesetzte Melbourne-Siegerin Kim Clijsters aus Belgien gescheitert.

Titelverteidigerin Schiavone bleibt im Rennen

Wenigstens Titelverteidigerin Francesca Schiavone erhielt sich die Chance auf einen neuerlichen Coup. Die Italienerin setzte sich gegen die Serbin Jelena Jankovic mit 6:3, 2:6, 6:4 durch. In der Runde der letzten Acht trifft die 30-Jährige auf Pawljutschenkowa.

Federer besiegt seinen Landsmann

Dagegen agierte Roger Federer bisher so zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Ohne Satzverlust zog der Grand-Slam-Rekordsieger ins Viertelfinale ein und darf weiter von seinem zweiten Paris-Titel nach 2009 träumen. Das Duell der Eidgenossen gewann Federer gegen Stanislas Wawrinka mit 6:3, 6:2, 7:5. "Ich habe weniger Druck seit meinem Erfolg vor zwei Jahren. Und das ist nicht das Schlechteste", meinte der 29-jährige Federer.

Nadal sucht seine Gala-Form

Nachdenklich und nicht so souverän wie gewohnt präsentierte sich im Schatten des Eiffelturms Titelverteidiger bislang Rafael Nadal. Der topgesetzte Spanier zog zwar durch ein 6:1, 6:3, 6:0 gegen den kroatischen Qualifikanten Antonio Veic ins Achtelfinale ein. Nadal aber, der mit seinem sechsten French-Open-Titel die Bestmarke des derzeitigen Paris-Rekordsiegers Björn Borg aus Schweden einstellen könnte, wirkte in den Runden zuvor längst nicht so unantastbar wie einst in Roland Garros.

"Ich mache momentan Fehler, die ich in der Vergangenheit nicht gemacht habe", sagte der Linkshänder, der in Roland Garros eine Matchbilanz von 41:1 Siegen hat. Nun wartet der Kroate Ivan Ljubicic im Duell um den Viertelfinal-Einzug auf Nadal.

Besonders die beiden jüngsten Final-Niederlagen auf seinem Lieblingsbelag in Rom und Madrid gegen Djokovic haben Nadal offenbar mächtig zugesetzt. "Vielleicht spiele ich derzeit ein bisschen nervös. Und das schlägt sich auch auf die Beinarbeit nieder", meinte "Rafa". Sollte Djokovic bei den French Open erstmals ins Finale einziehen, ist Nadal seine Spitzenposition in der Weltrangliste los.

Nadal ist platt: "Schon 100 Jahre auf der Tour"

In die Offensive ging Nadal abseits des Courts. Mit Blick auf die Belastungen der Tennisprofis forderte er eine Änderung des Ranglisten-Systems und die Verkürzung der Saison. "Wenn wir wollen, dass die Spieler längere Karrieren haben, müssen wir den Turnierkalender reduzieren", sagte der neunmalige Grand-Slam-Sieger Nadal. Der 24-Jährige selbst fühlt sich aufgrund der Terminflut, als ob er "schon seit 100 Jahren auf der Tour" spiele. Nadal plädierte zudem für die Einführung eines Zwei-Jahres-Rhythmus bei der Erstellung der Weltrangliste, um so einen Absturz im Ranking nach Verletzungspausen zu verhindern.

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