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Wimbledon: Frustrierter Haas denkt ans Karriereende

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Tommy Haas und der Teufelskreis

21.06.2011, 12:41 Uhr | t-online.de, sid

Wimbledon: Frustrierter Haas denkt ans Karriereende. Umsonst gestreckt: Bei Tommy Haas sitzt der Frust tief. (Foto: imago)

Umsonst gestreckt: Bei Tommy Haas sitzt der Frust tief. (Foto: imago)

Wie ein Häufchen Elend sah er zwar nicht gerade aus, aber er kam sich so vor. "Drecksgefühl", stieß Tommy Haas nach seiner Erstrunden-Niederlage in Wimbledon hervor. Dann schossen die Worte umher wie Kugeln in einem Flipperautomaten. Er sprach von tiefer Enttäuschung, aber auch, dass es noch zu früh sei, "um Tschüss zu sagen". Trauer und Trotz, Frust und Frohsinn, für Haas lagen diese Welten in den Minuten nach seinem Aus nah beieinander. Doch er will sich noch Zeit lassen, über das zu entscheiden, was viele seiner Fans befürchten: das Karriereende.

"Ich muss jetzt erst mal mit meiner Familie reden, was die nun machen will", sagte er, dem augenscheinlich ein Orientierungspunkt verloren gegangen ist. Die Wahrscheinlichkeit eines frühen Scheiterns bei den All England Championships hatte Haas offensichtlich nicht so richtig einkalkuliert, und als nach immerhin vier hart umkämpften Sätzen und einer Vielzahl vergebener Chancen gegen Gilles Muller das Ende kam, war der 33-Jährige tief getroffen. Sehr tief. "Ich werde schon ein paar Tage brauchen, um diese Niederlage wegzustecken", sagte Haas.

Keine Spielpraxis, keine Siege - keine Siege, keine Spielpraxis

Seit beinahe einer Woche hatte er sich vor Ort auf das Turnier vorbereitet, unter anderem mit Roger Federer trainiert, sich endlich wieder dazugehörig gefühlt. Und dann das. "Es ist schön, hier wieder dabei zu sein", hatte Haas gesagt, an jenen Ort, wo er 2009 mit dem Einzug ins Halbfinale "einen meiner größten Erfolge" gefeiert hatte - er unterlag damals Federer. Doch jetzt musste Haas, in der Weltrangliste lächerlich weit hinten auf Position 895 geführt, leicht genervt eingestehen, dass Dabeisein nicht alles ist. "Ich will nicht nur mitspielen, dafür quäle ich mich nicht", sagte er. Die zweite Runde hätte es schon sein sollen, doch Haas fehlt Spielpraxis, und wer nicht gewinnt, der sammelt keine. Ein Teufelskreis.

Mut und Verzweiflung liegen nah beieinander

Am 9. Februar 2010 gewann Haas sein bislang letztes Match. Es folgte eine 15-monatige Verletzungspause, doch er will es nochmal wissen, er glaubt, noch ein paar Siege aus seinem geschundenen Körper herausholen zu können. Aber "die letzten Wochen sind nicht so gelaufen, wie ich das wollte", erzählte Haas mit frustriertem Blick. Ende April hatte er in München das Comeback gewagt - im Doppel. Er verlor in der ersten Runde. Danach spielte er bei den French Open in Paris und in Halle Einzel - und verlor in der ersten Runde. Aber nur bei den French Open sei er chancenlos gewesen. Die Zweifel bleiben groß.

"Auf der einen Seite macht es Mut", wie beim 6:7 (5:7), 6:7 (3:7), 6:3, 3:6 gegen Muller nah am Sieg dran gewesen zu sein, versicherte Haas. Allerdings sei es halt auch "bitter", feststellen zu müssen, dass es bei den wenigen entscheidenden Punkten nicht klappe, dass er die Siegchancen nicht nutze. "Eigentlich ist teilweise alles da", glaubt er - aber eben nur "eigentlich" und "teilweise". Er treffe "Fehlentscheidungen", er müsse an Kleinigkeiten arbeiten, etwa die Beinarbeit verbessern, sagte Haas. Aber ob er sich das unbedingt noch mal antun will?

"Schauen, ob es noch Sinn macht"

Haas hat so etwas wie einen Traum, er wünscht sich, dass seine bald neun Monate alte Tochter Valentina ihn nochmal bewusst bei ein paar großen Siegen erlebt - zur Not auf der ATP-Seniorentour. Auf der normalen ATP-Tour, das weiß Haas, wird die Zeit knapp, und womöglich wird sie nicht reichen. Seine nächste Station soll das Rasenturnier in Newport in den USA sein, die Hartplatzsaison in seiner Wahlheimat will er spielen, vielleicht auch in Deutschland, "ich muss mal schauen, was die nächsten Monate so bringen". Haas weiß, dass er spätestens in einem halben Jahr eine Entscheidung treffen muss, "ob es 2012 noch Sinn macht". Im Moment sieht es eher nicht danach aus.

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