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US Open: Stosur Triumphiert - Williams zeigt sich als schlechte Verliererin

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Tennis - US Open  

Stosur Triumphiert - Williams zeigt sich als schlechte Verliererin

12.09.2011, 07:13 Uhr | sid, dpa

Erst die Nerven verloren, dann das US-Open-Finale - und zum Schluss noch das Gedächtnis: Serena Williams wollte sich nach der 2:6, 3:6-Pleite gegen Überraschungssiegerin Samantha Stosur weder an ihre Schiedsrichterschelte erinnern noch für irgendetwas entschuldigen. Derweil jubelte Australien mit Stosur über den wichtigsten Triumph ihrer Karriere. Die Halbfinal-Bezwingerin von Angelique Kerber bescherte den Damen der großen Tennis-Nation den ersten Grand-Slam-Einzeltitel seit Wimbledon 1980 und gewann zudem als erste Australierin seit 38 Jahren in New York.

"Ich bin immer noch sprachlos. Ich kann nicht glauben, dass ich dieses Turnier gewonnen habe", sagte Stosur. "Grand Sam" taufte sie die Zeitung "The Age" nach dem Sieg.

Williams: "Sie sind eine Hasserin"

Zwar war auch Williams schnell wieder gut gelaunt, doch ihr entging unter unrühmlichen Umständen der vierte US-Open-Titel und der 14. Grand-Slam-Triumph im Einzel. Es wäre die Krönung ihrer tollen Rückkehr auf die Tour nach mehr als einjähriger Pause wegen einer Fußverletzung und einer Lungenembolie gewesen. Ihr schwächster Satz im Turnier hatte die 29-Jährige schon in Rage gebracht, als sie zu Beginn des zweiten Schiedsrichterin Eva Asderaki heftig anging. "Schauen Sie mich ja nicht an, ich mache keinen Spaß. Sie haben völlig die Kontrolle verloren. Sie sind eine Hasserin", giftete die frühere Nummer eins. "Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe. Ich denke, ich werde es mir auf 'YouTube' ansehen", sagte Williams später zu dem Vorfall.

Beim Breakball gegen sich feuerte die Lokalmatadorin eine nicht mehr zurückzuspielende Vorhand über das Netz und schrie "Come on", noch bevor Stosur mit letzter Kraft den Rahmen des Schlägers an den Ball brachte. Die griechische Schiedsrichterin sah eine unfaire Beeinflussung, zog Williams den Punkt ab und bescherte Stosur damit die 1:0-Führung. Williams hatte damit gerechnet, dass der Punkt wie bei einer Störung von außen wiederholt werden würde. Mit Wut im Bauch und angefeuert von 20.000 Fans ging sie danach mit 2:1 in Führung und grummelte während des Seitenwechsels unaufhörlich auf ihrem Stuhl in Richtung Schiedsrichterin - und das zwei Jahre nach einem anderen Ausfall im Arthur-Ashe-Stadium.

Damals schimpfte Williams im Halbfinale gegen Kim Clijsters beim Matchball gegen sich wegen eines Fußfehlers beim Aufschlag. Die Folge: Punktabzug, Sieg und Final-Teilnahme Clijsters. Williams nahm irrtümlich an, Asderaki habe auch damals auf dem Stuhl gesessen. 2004 musste Williams in New York beim Aus gegen Jennifer Capriati so viele Fehlentscheidungen schlucken, dass letztlich das "Hawk Eye" als technisches Hilfsmittel eingeführt wurde.

Handschlag verweigert

Nach dem Match gegen Stosur gab Williams Asderaki nicht die Hand. Der Frage, ob sie nicht ein Vorbild im Umgang mit den Unparteiischen sein müsse, wich Williams aus. "Ich weiß nicht. Als Athleten trainieren wir unser Leben lang. Wir leben für diese Momente. Wir Athleten geben 2000 Prozent. Ich tue das jedenfalls immer", sagte sie nur. Oberschiedsrichter Brian Earley schaute sich noch am Sonntag die Bilder des Vorfalls an und sprach mit der Schiedsrichterin.

Williams kommt glimpflich davon

Early schätzte Williams Unbeherrschtheit im Endeffekt als "geringes Vergehen" ein. Die Final-Verliererin kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 US-Dollar davon.

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